Landleben Kalk – die Akrobatenschnecke

Es müssen nicht immer Vögel sein, die einem in Kalk das Gefühl geben, in einem alles andere als hochurbanen & postindustriellen Veedel zu wohnen…

Anbei ein paar Schnappschüsse einer Schnecke, einem/r Nachfahren/in von „Weini, der WM-Schnecke„, die uns 2010 zulief(!). Er/sie/es versucht hochakrobatisch, ein Stück vom Prunkwinden-Kuchen abzubekommen.

Ach, seht doch selbst:


Und da soll noch jemand behaupten, in Kölle am Rhing fehle das Grün und es sei total häßlich! Findet:

Der Praktikant

Der Kaufhof in Kalk: Das Ende nach 83 Jahren!

Wie hieß es so unschön im Herbst 2011 in der Stadtrevue:

Mitte 2012 macht auch der Kaufhof dicht. Es gebe zu wenig Platz für deren »Galeria«-Konzept, heißt es offiziell. Tatsächlich aber seien die Köln Arcaden der Grund, sagt Dirk Kranefuss. Er war früher Geschäftsführer der Kaufhof-Filiale und hat schon immer vor der Shopping Mall gewarnt.

Was auch immer der wirkliche Grund gewesen ist, die systematische Ausdünnung des Warenangebotes, das altbackene Siebziger-Jahre-Ambiente, die Arkaden, das Angebot auf der Hauptstraße – es ist vorbei:

Der 1929 auf der Kalker Hauptstrasse geöffnete Kaufhof in Kalk hat am 16.06.2012 um 18.00 Uhr für immer geschlossen.

Chefin & Praktikant waren eine Woche vor der Schließung dort und es war bedrückend:

 

Heute endet die 83jährige Geschichte des Kaufhofs in Kalk...

Der Totalausverkauf zeigte Wirkung. Ich wohne erst seit einigen Jahren in Kalk und finde es dennoch sehr, sehr traurig. Gar nicht auszudenken, wie es den eingeborenenen Kalkerinnen & Kalkern geht, die mit ihm groß wurden. Vermutlich löst dies bei ihnen die gleichen Emotionen aus, wie mein Trauma, als der Puppenkönig auf der Hindenburgstraße in Mönchengladbach für immer schloss: Ein Lebensabschnitt ist unwiederbringbar verloren.

Der feynschliff-Blog wird sehr genau beobachten, wie es mit dem Gebäude und der Um- resp. Neunutzung des Gebäudes auf der Kalker Hauptstraße weitergeht.

Die Chefin & der Praktikant

Landleben Kalk – die Vögel II.

Diese Nummer war eigentlich nie als Fortsetzungsgeschichte konzipiert. Manchmal kommt es jedoch anders.

Die Vögel haben am Pfingstmontag nicht die Atomrasenmäher-Marke „Lemmy Kilmister“ rausgeholt und ließen sie singen, um des Praktikanten Nachtruhe zu beenden. Nein, um 7.00 Uhr weckte ihn der brachiale Lärm der Elstern & Amseln, bei ihren ständigen StuKa-Angriffen aufeinander. Wieder mal dachte er: Was soll denn das? Kalk ist ein STADTteil!

Am Abend dann saßen Praktikant und Chefin auf dem Balkon und sahen die entengroßen Taubenjungen, die sich tapsend aus dem Nest trauten.

Man dachte:

Ich glaub‘, gleich drehen die jungen Flugratten die erste Runde.

Und dann geschah es: Der Jungfernflug der Nachwuchsluftratte landete auf dem Praktikanten! Das glaubt ihm doch kein Schwein. Doch die Chefin war seine Zeuginer twitterte wie unter Schock.

Die Jungtaube flog aufreizend langsam los, wie in Zeitlupe, auf sein Gesicht zu, gewann kurz vorher an Höhe, krachte auf die Markise, versuchte sich festzukrallen, was mißlang, rutschte ab, plumste auf den Balkon-Tisch…

… und von dort – geschockt und überrascht wie wir – auf seinen Oberschenkel. Er konnte den Impuls, sie mit der Hand, mit einem Handstreich in den Garten zu befördern, gerade noch unterdrücken.

WAS IST DENN MIT DIESEN VÖGELN LOS?!?! Sind die denn alle total verrückt geworden?! Wenigstens konnte der Nachwuchsflieger – im Gegensatz zum Amseljungen einige Tage vorher – den Impuls des Angstkotens unterdrücken.

Die Chefin kalmierte ihn:

„Das einzig Beruhigende ist, dass die gerade erst geschlüpft sind & noch nicht so viele Krankheiten haben.“

„Die andere Taube wird wohl nach dem ersten dilettantisch vorgetragenen Flug seines Bruders warten, bis es dunkel ist“, sagte er. „Oder menschenleer.“

Sie strafte die beiden Lügen und flog genau so langsam wie der Bruder los, gottseidank in eine andere Richtung & schmierte ins Gebüsch ab… Aber wenigstens blieb diesmal der Praktikant außen vor!

„Ich wünsche das alles nicht. Vielleicht leihe ich mir wirklich die Katze des Gazzetta-di-Kalk-Verfassers aus?! Oder kennt jemand einen guten Onlineshop für Luftgewehre? Oder erfreue ich mich vielleicht auch einfach an der Natur, die sich noch ein paar Reservate erhalten hat“, fragt sich

Der Praktikant

Landleben Kalk – die Vögel.

So langsam versteht der Praktikant, was die aktuelle Printausgabe der STADTREVUE auf Seite 53 damit meinte, als sie Kalk als „das heterogene rechtsrheinische Quartier“ bezeichnete. Da ging es implizit nicht nur um Gentrifizierungsansätze, nein, wohl auch um eine Renaturisierung Kalks. Oder dreht ein Hitchcock 2.0 gerade eine Neuauflage der Vögel?

Nein, es sind nicht nur Flugratten Tauben, die in Balkonnähe nisten und groß wie Enten sind (Fukushima?) – es geht vor allem um die permanenten Luftkämpfe und Revierstreitigkeiten der Vögel in Kalk. Unlängst, als mal wieder ein Amsel-  und ein Elster-Paar in bizarre und LAUTSTARKE Revierkämpfe verwickelt waren, konnte der Praktikant einen gewissen Grad der Enerviertheit nicht leugnen. Er wollte auf dem Balkon den Feierabend nach dem Brotberuf genießen und dachte sich: „Dafür wohne ich doch nicht in der Stadt!

Und dann kam ein Amseljunges (?) und flog flüchtend, nach dem Angriff einer Elster – einer StuKa gleich – direkt durch die offene Balkontür ins Wohnzimmer. Großartig:

Unnötig zu erwähnen, was kleine Vögel auch in großem Umfang tun, wenn sie Angst verspüren. Rumkoten. Mit einer Zeitung bewaffnet (damit man das Tier nicht mit den Händen berührt – das soll man nicht tun, wusste der Stadtjunge) und unter Öffnung aller Panoramafenster gelang es, das Insekt die Amsel (?) das Tier wieder unversehrt nach draußen zu befördern.

Was soll denn das? Wir sind doch in der STADT! Es heißt STADTTEIL von Köln. Wer hofft, dass der Plastikrabe aus dem Ein-Euro-Shop endlich mal seinen Job ordentlich macht?

Der Praktikant.

Ausgehtipp für Köln: „Blauer König“ in Kalk

Allen Menschen, die sich auch mal auf die andere Rheinseite trauen, auf die rechte nämlich, sei an dieser Stelle mt Nachdruck der „Blaue König“ anempfohlen!

Zum Jahresende 2007, nach zehn Jahren, in denen der „Blaue König“ eine positive Singularität nicht nur auf der rechten Rheinseite war, hatten die damaligen Betreiber genug, verließen Köln und es schloß sich eine wechselvolle Geschichte in den Jahren 2007 bis 2009 an, mit betont dilletantisch vorgetragenen Spargelschälversuchen, vergessenenen Getränkebestellungen, Öffnungszeiten nach dem Mondkalender und überforderten Kellnern & Köchen. Ein Intermezzo also, das man getrost vergessen kann. Die ganze leidvolle Zeit kann man hier auf Qype im Detail nachlesen.

Doch seit dem Sommer 2009 ist der aktuelle Pächter dort – und seit dieser Zeit kann man das Café und Restaurant wieder nur allerwärmstens empfehlen. Das Sünner-Kölsch ist dort immer gepflegt & gut gezapft, der Wein sehr gut, der Gruß aus der Küche mehr als gefällig.

Man hat sich für eine „bekochbare“ und nicht allzu ausufernde Karte entschieden, was ich persönlich als Gewinn empfinde, da man sich dort einfach nicht verzettelt und die Gäste immer wieder mit abwechslungsreichen und spannenden Tagesangeboten überrascht.

Die Tarte flambée – eine Spezialität des Hauses, ist stets bemerkenswert gut und obwohl hauchdünn, sehr, sehr mächtig.

Vor allem ist ein Besuch zu empfehlen, wenn das Schnitzel Wiener Art auf der Tageskarte (handgeschrieben mit Kreide, wie ich noch nachtragen muss) angeboten wird! Ich habe ausserhalb Wiens und Bayerns selten so perfekte Schnitzel gegessen! Der Clou: In die Panade ist Zitrone gegeben – einfach mal selbst ausprobieren. Vor allem in Verbindung mit Spargel (stets sehr gut geschält) ein Gedicht…

Das Gleiche gilt aber auch uneingeschänkt für die exzellente Pasta…

… und besonders hervorheben muß man auch die selbstgemachten Kuchen, die zwar nicht in Auswahl, aber in Qualität sogar den Vergleich mit dem Schlechtrimen in Kalk nicht zu scheuen brauchen. Aber das wäre wieder eine ganz andere Geschichte. Nachdem man im Jahr 2010 endlich das „IKEA-Kirmesbesteck“ durch qualitativ besseres Werkzeug aus dem Hause „Franz Fürst“ ersetzte, habe selbst ich nichts mehr zu mäkeln 😉

Man kann einfach alles von der Karte ans Herz legen, sowohl die Flammkuchen als auch die Tagesgerichte sind von höchster Qualität und Güte, das Frühstück ist sehr gut und an Wochenenden bis 17.00 Uhr (!) bestellbar. Der Service ist bemerkenswert, die Bedienungen sind sehr, sehr freundlich (auch in Stoßzeiten und wenn’s hektisch ist) und das Ambiente, die Einrichtung und damit die Atmophäre sind toll. Hier wird man gerne und bewusst zum „Redundanzesser„, wie Jürgen Dollase es nennt. Wer es gerne noch detailierter haben möchte, der kann sich meinen Riemen, den ich als Langzeitbeobachtung auf Qype verfasste, durchlesen.

Die Öffungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 11 – 24 Uhr; Samstag 12 – 24 Uhr und Sonntag von 9.30 -24 Uhr. Die Küche ist durchgehend bis 23 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag.

Mein Vorschlag: Hingehen, genießen, einen eigenen Eindruck verschaffen und idealerweise hier oder auf rheinkilometer688 von eben diesen berichten!

Wer hat sich mit diesem Artikel 1:1 selber abgekupfert?

Der Praktikant

Die Schnapsfabik ist weg!

Bei einem Sonntagsspaziergang durch das Veedel erblickte der Praktikant… erst einmal gar nichts. Nichts. Eine Brache. Der Abriß war mir völlig entgangen. Wo früher die Schnapsfabrik war, und der großartige Kaugummiautomatenmann, da war: Nichts! Nur dieses Schild:

 

„Kalk kommt!!!“

Das ist ja völlig unstrittig. Aber so schnell? Und so gewaltig. Wer schlägt jetzt mal im Brockhaus (Print) das Stichwort „Gentrifizierung“ nach? Richtig:

Der Praktikant.

20 Jahre Bürgerhaus Kalk

Heute findet also die große Feier statt: 20 Jahre Bürgerhaus Kalk.

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Moderiert wird die Veranstaltung von Sabine Putzler.

Das ist ein Besuchsbefehl für alle Kölnerinnen & Kölner rechts des Rheins (die anderen trau’n sich ja eh nich‘).

Wer ruft auf?

Der Praktikant


 

An Suppe sparen, grundverkehrt – der Körper braucht sie, Suppe nährt!

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Wer hat, in verschiedenen Status der Entstehung, Bilder geschossen, damit er sich später besser an das Rezept für die Bohnensuppe Kalkoise erinnern kann?

Der Praktikant

Der Kaugummiautomatenmann an der Schnapsfabrik…

… was wie der arg gekünstelte Titel eines modernen Lyrikbandes (Melusine: Kraweel, kraweel!) klingt, ist einfach nur die treffende Beschreibung eines spannenden Graffito, das sich dem Praktikanten bei einem sonntäglichen Verdauungsspaziergang durch Kalk nach einem non-frugalen Frühstück im Schlechtrimen bot:

Der Kaugummitautomatenmann an der Schnapsfabrik, 31.01.2010

Der Kaugummitautomatenmann an der Schnapsfabrik, 31.01.2010

Und Gentrifizierung hin, Hipness her:

In Kalk lassen sich immer wieder ein paar Preziosen entdecken. Und sei es ein Kaugummiautomatenmann an der Schnapsfabrik (heißt wirklich so). Darüber hoch erfreut ist:

Der Praktikant

Support your local Veedel (II): Adventsmarkt in Kalk!

Wie der Praktikant eben dem „Kalk Blog“ entnahm, beginnt heute wieder der – im letzten Jahr nach langer, hüstel, „Durststrecke“ wieder durchgeführte – Weihnacht Adventsmarkt in Kalk! Direkt an der Kalk Post: Wenn es mal wieder länger bei eben dieser dauert, kann man sich hier zu einem revitalisierenden Glühwein oder heißen Kakao zurückziehen.

Graphik: Köln-Kalk-Blog

Graphik: Köln-Kalk-Blog

In diesem Artikel wird schlüssig und überzeugend dargelegt, warum dieser Weihnachtsmarkt – entschuldigung – warum dieser Adventsmarkt, der Besuch und die Unterstützung nicht nur aus Veedelpatriotismus ein gesellschaftliches Must ist!

Und wer wird sich dort sicherlich auch mal auf ein Getränk und zur Begutachtung der Fahrgeschäfte blicken lassen?

Der Praktikant