Grüneberg-Schule Kalk: Die gute alte Zeit?!

Bei der Kommunalwahl in Köln am 30.08.2009 fiel es uns zum ersten Male auf. Denn in der Grüneberg-Schule Kalk (Gemeinschaftgrundschule der Stadt Köln – Primarstufe)  war unser Wahllokal untergebracht. Und bei der Bundestagswahl einen Monat später konnten wir diese visuelle Zeitreise wieder begutachten. Etwas, das an die „murals“ in den nördlichen Provinzen Irlands erinnert und doch viel weniger martial ist und mehr Siebziger und Harmonie. Entzückend. Diese „Gesetzestafel„…

grundschule_kalk_30082009

Sätze, zum Weinen schön:

1. Auf dem Schulhof schlage und spucke ich nicht.
2. Mit Bällen spiele ich nur auf dem Ballhof.
3. Wenn sich jemand verletzt, helfe ich.
4. Ich nehme kein Essen und Trinken mit in die Pause.
5. Zur Toilette gehe ich nur, wenn ich muss.
6. Bei einem heftigen Streit gehe ich zur Aufsicht.

Das ist einfach sehr wohltuend und entkräftet die vielen billigen Klischees, die über Kalk – ein prosperierendes Veedel – im Umlauf sind! Das hatte man so nicht erwartet. Und nur Punkt 4 zeigt, dass es sich um moderne Regeln handeln muss: Uns war das Essen und Trinken im  Klassenraum damals verboten…

Eine Recherche vom 17.11.2009 förderte zutage, dass diese Gemeinschaftsgrundschule nicht nur über großartige Wandmalereien verfügt, nein, es gibt seit 2008 sogar ein Schullied.

Wer ist über all dies höchst erfreut?

Der Praktikant

[KiK] Der König ist tot – lang lebe der König!

Im letzten Artikel über Kalk, verlieh ich meiner Hoffnung Ausdruck, dass der gastronomische Solitär in Kalk, der Blaue[r] König hoffentlich bald wiedereröffnet wird. („Und wenn erst noch der Blaue König wieder aufmacht – ja dann wird ohnehin alles gut!„)

Tja –  manchmal gewinnt man den Eindruck, dass man mit Blogs doch etwas bewegen kann. Just eine gute Woche nach der Absonderung wurde der Blaue König wiedereröffnet. Auch wenn feynschliff und der Praktikant bist dato noch keinen Platz draußen im Freien bekamen, so ist das ein gutes Zeichen fürs Veedel. Ach, nicht nur für Kalk, was soll die Bescheidenheit: Das ist für ganz Köln sehr erfreulich.

Laut der ersten Bewertungen auf Qype lohnt es sich, recht rasch mal wieder um einen Platz anzustehen. Vor allem das reichhaltige Frühstück, das bis 17.00 Uhr gereicht wird, scheint auf die neue Zielgruppe des Veedels, „[…]  Menschen […] auf der Hauptstraße, die man als Studenten (m/w) oder Leute identifiziert, die ‚irgendwas mit Medien | Internet | Werbung‘ machen, zugeschnitten zu sein.

Und wer wird mit einem Zelt vor dem Blauen König eine ganze Nacht ausharren, um die besten Plätze im Bereich der Außengastronomie zu sichern?

Der Praktikant

Kalk: Kunst in Kalk (KiK II)

Nach meiner Lobeshymne auf Kalk merkte der Urheber des Monstermann-Videos an, dass es doch sinnhafter sei – und auch Kalks Anspruch auf Kultur deutlicher unterstreiche – dieses Video zu verlinken. Im September 2007 verwertete er, spontan & ohne Manuskript den Kommentar sprechend und die Musik einspielend, einen Veedelsspaziergang. Die Redakteure von „1.000 Meisterwerke“ wären vor Begeisterung in Tränen der tief empfundenen Freude ausgebrochen, hätten sie Ernesto zu einem der ihren zählen dürfen.

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Und wer kommt dem Wunsch von null natürlich sehr gerne nach?

Der Praktikant

Kalk: Support your local Veedel! (KiK)

Ist Kalk jetzt eher ein Ort der Ruhe oder – analog zu twitter – „The next Big Thing“ –  also das Viertel, „wo nie geschlafen wird“, wie es unlängst in heimvorteil geschrieben stand?

Auf jeden Fall heißt es für feynschliff und das korrespondierende Umfeld (Praktikanten, Freundinnen & Freunde, Bekannte): Support your local Team Veedel! Tja, für manche mag es eine ganz neue, nahezu diabolische Erkenntnis sein: Es gibt auch ein Köln rechts des Rheins! Die einen schwadronieren über einen Stadtteil, wie man ihn eigentlich in Berlin verorten würde, faseln etwas von Kreuzberg… nein, nein, nein! KiK muß nicht krank im Kopf heißen oder sich auf den bekannten Textildiscounter beziehen, nein, KiK heißt ganz einfach – so formulierte es der der Urheber dieses Videos unlängt per e-mail meinungsstark:

Kalk ist Kalk!

Kalk ist immer für ein Post gut! (Riesenwortspielich weiß.) Selbst wenn sich mittlerweile schon die WDR-Fernsehteams hierher verlaufen: Noch einmal zum mitschreiben: Kalk ist Kalk ist Kalk und nicht Kreuzberg oder Kreuzkalk.  Sicher, der scheidende Oberbürgermeister Schramma ist überzeugt, dass sich hier noch mehr bewegen lässt, denn es sind ja „noch einige Dinge in der Pipeline, wie man so schön sagt„:

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Doch was soll noch kommen? Das „Herr der Ringe“-Musical etwa? Hier gibt es doch schon einiges. Genug. Schon länger. Bei allen Problemen, die Kalk aus vielerlei Gründen hat und die man z. B. im Belgischen Viertel, Marienburg oder Lindenthal so nicht kennt, lässt es sich hier prima leben. Jaja. Das Odysseum ist mittlerweile fertig, es wurden einige Eigentumswohnungen an der Grenze zu Deutz gebaut, es ist wahrlich einiges in der Pipe. Doch es existiert schon sehr viel, das es lohnt, mal nach Kalk zu kommen: Das Trash-Chic war & ist so gemütlich wie günstig, die Vorstadtprinzessin urban und – zugegebenermaßen – kreuzkalkesk, die bodenständigeren Restaurants, das Haus Böhmer, das Reissdorf em Cornely und Brauhäuser mit Biergarten (und neuerdings Keller) wissen sehr zu gefallen. Die Zeit steht still in der Kaffeerösterei Hans Hogrebe. Und wenn erst noch der Blaue König wieder aufmacht – ja dann wird ohnehin alles gut!

es_lebe_die_hauptstrasse_2005

Es lebe die Kalker Hauptstrasse… das fünfte Veedel von Köln (2005)

Es gibt die private Literaturinitiative Kalker Kaffee, das Büro für Brauchbarkeit und deren Kalk-Post-Blog. Das Bürgerhaus Kalk. Ein Drittel der aktiven Schauspielerinnen und Schauspieler von Fatal Banal leben hier. Undundund.  Außerdem liegt Kalk verdammt verkehrsgünstig, man (frau natürlich auch) ist blitzschnell am ICE-Bahnhof Deutz oder via Trimbornstraße in zehn Minuten am Flughafen Köln-Bonn. Es gibt zur Erholung den Klostergarten, den Stadtgarten, das Café Schlechtriemen, die Kulisse, die Halle Kalk. Zum Einkaufen die Köln-Arcaden, der Wassertum der ehemaligen CFK als übrig gebliebenes Industriedenkmal. Sogar einen Atombunker gibt es. Kalk rockt! Und vieles mehr.

Man sieht stetig zunehmend Menschen im tagtäglichen Veedelsbild auf der Hauptstraße, die man als Studenten (m/w) oder Leute identifiziert, die „irgendwas mit Medien | Internet | Werbung“ machen. Das ist der Wimpernschlag, die Bestandsaufnahme im Mai 2009. Wie beendete Oliver Minck seinen eingangs erwähnten Artikel so unterschreibenswert:

Einen echten Kalk-Hype wird es so schnell nicht geben, und „Kommt nach Kalk!“ werde ich mir als Aufruf an dieser Stelle auch verkneifen. Was bleibt, ist die Utopie von Kalk als bunt gemischtem, urbanem und kulturverwöhntem Herz der falschen Rheinseite.

Egal welche Haltung man zu Kalk einnimmt, ob man das Veedel mag oder nicht, es bleibt dabei: Kalk ist Kalk! Mit oder ohne -Verbot 😉 . Meint & findet jedenfalls…

Der Praktikant

Hier fehlt nur das K

Dieses Foto Kölner Linksrheinern in die Hände gespielt, würde viele böse Vorurteile bestätigen. Tatsächlich zeigt dieses Foto einfach nur eine Aufführungsstätte im rechtsrheinischen Köln-Kalk, die sich nicht mehr im allerbesten Zustand befindet.

Foto: Heiko Schomberg

Hier fehlt nur das K

 

Heiße Kaka

Die Umgebung der U-Bahn-Station Kalk-Kapelle scheint ein interessantes Pflaster zu sein, zumindest aus sprachpanschender Sicht. An einem Tage schreit einem ein lautes „Danke Föhn!“ entgegen, am anderen wird ein Heißgetränk (?) feilgeboten, das hoffentlich nur das Produkt eines von Lausejungen abgepiddelten „o“-s ist. Hoffe ich zumindest.

Denn folgendes fiel mir – beim Studieren des Speisen-&-Getränkeangebotes des Kiosks – ins Auge:

Heiße Kaka„. Ich rettete mich in ein leise hingemurmeltes: „Honi soit qui mal y pense“. Und stieg nach der Anfertigung des Fotos hinab zur U-Bahn.

Scheinbar war ich nicht der Einzige, bei dem es eine, hüstel, „kognitive Dissonanz“ auslöste, denn der freundliche Kioskbesitzer hat mittlerweile ein „o“ von Hand dort aufgepinselt und damit mein Zu- und Vertrauen in sein Erfrischungsangebot nachhaltig gestärkt! Er hat sich – um es wortspielhöllengemäß zu sagen – richtig Mühle gemacht.

Ich werde auf jeden Fall im Herbst dort mal einen „heiße Kakao“ einnehmen…