Landleben Kalk – die Feuerkäfer

Dieses Kalk wird von Tag zu Tag ländlicher. Nach Vögeln und Schnecken vermehren sich jetzt leuchtend rote Käfer. Und diese Käfer taten mit unserer Lilie das, was Balotelli mit der Deutschen Hintermannschaft im Halbfinale der Europameisterschaft 2012 tat. Die Fressfolgen gaben der Lilie etwas vom Häuserkampf – alles voller Löcher.

Also bemühte der Praktikant mal die berühmte „Followerpower“ bei twitter und wurde schnell informiert, worum es sich bei diesen Käfern handelt. Der Praktikant frug fragte:


… und zur Unterstützung sachdienlicher Hinweise spendierte er noch dieses Bild:

Während ein Tweet zwar amüsant, jedoch nicht sachdienlich war

das sind hermetische feuergrapfen. sehr gefährlich. sie fressen sich durch Blattwerk in den Boden, von da in Menschen-Zehen

… kam der entscheidende Tipp am gleichen Abend:

(…) sieht nach Feuerkäfern aus, oder? […] Nicht als Menschenfresser bekannt.

Und wieder einmal hatten die Stadtkinder dazugelernt. Darüber ist höchst erfreut:

Der Praktikant

Kontemplation an Gleis 5 in Deutz

Liegt es an den Schulferien in Nordrhein-Westfalen?

Oder hat der Praktikant einfach einen günstigen Zeitpunkt abgepasst? So oder so – ein solches Bild bietet sich einem morgens selten in Deutz. Ein leerer Bahnsteig, eine Sion-Werbung (einfach), ein einsamer Plastikbecher mit Strohhalm.

Wie heißt es so schön auf Wikipedia zum Thema „Kontemplation„:

Kontemplation (von lat. contemplare: „anschauen, betrachten“) bedeutet allgemein Beschaulichkeit oder auch beschauliche Betrachtung. Die römischen Auguren sagten die Zukunft voraus, indem sie in einem bestimmten vorher definierten Bereich des Himmels, dem templum (übersetzt auch Beobachtungsraum), den Vogelflug beobachteten und deuteten.

Wer hat an diesem Tag keine Vögel gesehen oder beobachtet?

Der Praktikant.

Oh Gott, ich seh‘ schon doppelt!

In Kalk gibt es einige Menschen, denen es auch schon morgens schmeckt. Aber dass man total nüchtern, um 06.53 Uhr, an der Kalk-Kapelle, auf dem Weg zur Arbeit den Eindruck hat, doppelt zu sion sehen, irritiert sehr:

Den Praktikanten

MühlenBock statt Geissbock!

Am Sonntag erblickte der Praktikant eine fantastische Bierwerbung im Brauhaus zur Malzmühle:


Das Bier für die Bundesliga-Sommerpause!

Es muß also nicht immer das süffige MühlenKölsch sein 😉 findet:

Der Praktikant

 

Kölner Kräutersalz!

Gute Produkte verdienen Beachtung. Sehr gute Produkte verdienen Empfehlung!

Beim Kölner Kräutersalz (im Apothekerglas) sprechen wir also über eine vehemente Empfehlung. Es fiel uns vor einigen Jahren im „Köln-Bereich“ der Delikatessenabteilung des Kaufhofs auf der Hohe Strasse auf und wir erwarben es aus reiner Neugier.

Es schmeckte fantastisch. Und dann wurde es zu einem gern genommenen Weihnachtsgeschenk. Nach der Methode: Eins zum Verschenken, eins für Chefin und Praktikanten.

Und was ist neben Salz noch so da drin?

Hier könnt ihr einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen:

Und wer bitteschön ist Friedrich Hayne? Na…

ein deutscher Botaniker, Apotheker und Hochschullehrer. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Hayne“.

Und er hat wohl als Erster das „Kölner Kräutersalz“ zusammengepanschtgerührt und er hat gut daran getan. Es handelte sich bei ihm um einen

begnadeten Kräuterheiler mit charismatischer Persönlichkeit, der in Köln das Wörishofener Kräuterhaus in der Zülpicher Strasse führte. Angehende Kräuterhändler und Naturheilkundler arbeiteten bei ihm, um zu lernen: im Kräuterhaus gab Hayne seinen „PatientInnen“ Diagnosen, Anweisungen und Ratschläge. Heute ist er eine Legende: es gibt ein Buch über ihn und seine Heilweisen, das nach seinem Tod von seinen Schülern zusammengestellt wurde. [Quelle]

Das ist dem Praktikanten ein wenig zu esoterisch und auch wenn es Menschen gibt, die es ihm gleichtun: als Souvenir, als Geschenk oder einfach so – das Kölner Kräutersalz im Apothekerglas ist mit Nachdruck zu empfehlen.

Kaufen!

Landleben Kalk – die Akrobatenschnecke

Es müssen nicht immer Vögel sein, die einem in Kalk das Gefühl geben, in einem alles andere als hochurbanen & postindustriellen Veedel zu wohnen…

Anbei ein paar Schnappschüsse einer Schnecke, einem/r Nachfahren/in von „Weini, der WM-Schnecke„, die uns 2010 zulief(!). Er/sie/es versucht hochakrobatisch, ein Stück vom Prunkwinden-Kuchen abzubekommen.

Ach, seht doch selbst:


Und da soll noch jemand behaupten, in Kölle am Rhing fehle das Grün und es sei total häßlich! Findet:

Der Praktikant

Der Kaufhof in Kalk: Das Ende nach 83 Jahren!

Wie hieß es so unschön im Herbst 2011 in der Stadtrevue:

Mitte 2012 macht auch der Kaufhof dicht. Es gebe zu wenig Platz für deren »Galeria«-Konzept, heißt es offiziell. Tatsächlich aber seien die Köln Arcaden der Grund, sagt Dirk Kranefuss. Er war früher Geschäftsführer der Kaufhof-Filiale und hat schon immer vor der Shopping Mall gewarnt.

Was auch immer der wirkliche Grund gewesen ist, die systematische Ausdünnung des Warenangebotes, das altbackene Siebziger-Jahre-Ambiente, die Arkaden, das Angebot auf der Hauptstraße – es ist vorbei:

Der 1929 auf der Kalker Hauptstrasse geöffnete Kaufhof in Kalk hat am 16.06.2012 um 18.00 Uhr für immer geschlossen.

Chefin & Praktikant waren eine Woche vor der Schließung dort und es war bedrückend:

 

Heute endet die 83jährige Geschichte des Kaufhofs in Kalk...

Der Totalausverkauf zeigte Wirkung. Ich wohne erst seit einigen Jahren in Kalk und finde es dennoch sehr, sehr traurig. Gar nicht auszudenken, wie es den eingeborenenen Kalkerinnen & Kalkern geht, die mit ihm groß wurden. Vermutlich löst dies bei ihnen die gleichen Emotionen aus, wie mein Trauma, als der Puppenkönig auf der Hindenburgstraße in Mönchengladbach für immer schloss: Ein Lebensabschnitt ist unwiederbringbar verloren.

Der feynschliff-Blog wird sehr genau beobachten, wie es mit dem Gebäude und der Um- resp. Neunutzung des Gebäudes auf der Kalker Hauptstraße weitergeht.

Die Chefin & der Praktikant

Lesung mit Hanns Zischler am 06. Juni 2012

Am 06.06.2012 las Hanns Zischler in der Buchhandlung Klaus Bittner aus seinem aktuellen Roman „Lady Earl Grey„.

 Nach der grandiosen, etwa 50minütigen Lesung, wurde es dann etwas gezwungen, da dem Autor „Fragen zum Werk“ gestellt werden mußten sollten.

Neben der absoluten Killerphrase „Was haben sie sich beim Verfassen des Werkes gedacht?“ und einem Hinweis auf Kafkas Josefine, dilettierte vor allem preschte eine Pressevertreterin nach vorne, die wirklich & ernsthaft die Frage stellte:

Ist denn die Maus ein unterschätztes Wesen?

„Kraweel, Kraweel! Taubtrüber Ginst am Musenhain! Trübtauber Hain am Musenginst! Kraweel, Kraweel!“ Man kam sich ein bisschen vor wie bei Loriot, also dem Praktikanten ging’s zumindest so:

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Nach endlosen, zähen 15 Minuten Fragerunde (die mir länger vorkamen), in denen u. a. auch E.T.A. Hoffmann ins Felde geführt wurde (!), und das bei einem Buch, das einfach auf hohem Niveau unterhalten möchte & durch Illustrationen liebevoll gestaltet wurde, also im allerbesten Sinne ein Unterhaltungsroman ist, war selbst Hanns Zischler bass erstaunt und kippte diese Verwunderung in die letzte Aussage des Abends:

„Ich habe noch nie so ernsthaft über das Buch diskutiert.“

Worauf der Praktikant feststellte:

„So ist halt das ernste Köln, wir lachen selten.“

Nicht das „heilige Köln“, sondern das „ernste Köln“.

Köln: Eine Stadt sucht ihren Paradigmenwechsel.

Glaubt:

Der Praktikant

 

 

Der Artikel ist der Spiegel eines Beitrags bei rheinkilometer688.

Am Heumarkt unseres herrlichen Köln’s!

Eigentlich lockt so ein „Doofen-Apostroph“ keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor. Aber wenn es dann noch so „Siebziger“ daherkommt und sich am Heumarkt unseres herrlichen Köln’s befindet – ja dann ist es eine Veröffentlichung wert.


Oder was meint Ihr?

Landleben Kalk – die Vögel II.

Diese Nummer war eigentlich nie als Fortsetzungsgeschichte konzipiert. Manchmal kommt es jedoch anders.

Die Vögel haben am Pfingstmontag nicht die Atomrasenmäher-Marke „Lemmy Kilmister“ rausgeholt und ließen sie singen, um des Praktikanten Nachtruhe zu beenden. Nein, um 7.00 Uhr weckte ihn der brachiale Lärm der Elstern & Amseln, bei ihren ständigen StuKa-Angriffen aufeinander. Wieder mal dachte er: Was soll denn das? Kalk ist ein STADTteil!

Am Abend dann saßen Praktikant und Chefin auf dem Balkon und sahen die entengroßen Taubenjungen, die sich tapsend aus dem Nest trauten.

Man dachte:

Ich glaub‘, gleich drehen die jungen Flugratten die erste Runde.

Und dann geschah es: Der Jungfernflug der Nachwuchsluftratte landete auf dem Praktikanten! Das glaubt ihm doch kein Schwein. Doch die Chefin war seine Zeuginer twitterte wie unter Schock.

Die Jungtaube flog aufreizend langsam los, wie in Zeitlupe, auf sein Gesicht zu, gewann kurz vorher an Höhe, krachte auf die Markise, versuchte sich festzukrallen, was mißlang, rutschte ab, plumste auf den Balkon-Tisch…

… und von dort – geschockt und überrascht wie wir – auf seinen Oberschenkel. Er konnte den Impuls, sie mit der Hand, mit einem Handstreich in den Garten zu befördern, gerade noch unterdrücken.

WAS IST DENN MIT DIESEN VÖGELN LOS?!?! Sind die denn alle total verrückt geworden?! Wenigstens konnte der Nachwuchsflieger – im Gegensatz zum Amseljungen einige Tage vorher – den Impuls des Angstkotens unterdrücken.

Die Chefin kalmierte ihn:

„Das einzig Beruhigende ist, dass die gerade erst geschlüpft sind & noch nicht so viele Krankheiten haben.“

„Die andere Taube wird wohl nach dem ersten dilettantisch vorgetragenen Flug seines Bruders warten, bis es dunkel ist“, sagte er. „Oder menschenleer.“

Sie strafte die beiden Lügen und flog genau so langsam wie der Bruder los, gottseidank in eine andere Richtung & schmierte ins Gebüsch ab… Aber wenigstens blieb diesmal der Praktikant außen vor!

„Ich wünsche das alles nicht. Vielleicht leihe ich mir wirklich die Katze des Gazzetta-di-Kalk-Verfassers aus?! Oder kennt jemand einen guten Onlineshop für Luftgewehre? Oder erfreue ich mich vielleicht auch einfach an der Natur, die sich noch ein paar Reservate erhalten hat“, fragt sich

Der Praktikant