EURO2012-Tagebuch (30)

[Halbfinale]

„My soul slides away, but don’t look back in anger / Don’t look back in anger
I heard you say / Please not today.“ (Oasis)

28.06.2012:

Deutschland – Italien (20:45 Uhr – Warschau – ARD)

Im Gegensatz zu anderen Turnieren fällt es mir bisher schwer, Meinungsstärke und Antipathie gegenüber der Squadra Azzurra aufzubauen. Schlimm! Werde ich altersmilde? Ich muss wohl einfach warten, bis sich der erste ‚taljener (ist fußballgenetisch doch verankert, oder?) in den ersten fünf Minuten fallen lässt oder auf Zeit und Schau spielt. Dann ist alles wie immer. Außer, dass wir sie zum ersten Mal seit 1962 1996 Menschengedenken schlagen.

Vorgestern wurde die Nationalmannschaft auf dem offiziellen Twitterkanal des DFB beim Kinoabend gezeigt, es wurde Spinnenmann 3 gegeben: „Das Team beim Kinoabend. Spiderman – in 3D.“ Hihi: „Ei, Spinnemann‘, spei‘ mich nicht an!“ Ich hoffe, sie werden genauso beweglich sein und dem tadellosen Sportsmann Buffon ein paar Dinger ins Netz legen.

FJ Wagner ist heute Morgen nicht ganz so siegessicher, er ahnt, dass

niemand weiß, in welcher Stimmung er heute Nacht einschläft. Entweder als obdachloser Fußball-Deutscher, der sich fühlt wie eine wegrollende Bierflasche. Oder eine Currywurst im Müll (für Vegetarier ein ausgelöffelter Joghurtbecher). Oder er ist glücklich. Freude ohne Ende. Halleluja. Italien besiegt.

Am Abend also das Spiel gegen den Angstgegner. Ich kann also nur hoffen, dass unsere Spieler mehr an sich glauben als unsere waschlappigen Funktionäre Niersbach und Bierhoff! Der Klassiker, der bis dato immer übel für uns ausging. Doch diesmal wird es anders sein. Der eiternde Splitter muss raus. Ich empfange Signale, dass es endlich gelingt, sie zu schlagen.

Der gestrige Spieltag:

Portugal – Spanien 2:4 n.E.  0:0 n.V. 0:0 (0:0)

Das war also das „gemischte Training von Barca und Real plus ein paar Gäste von Chelsea und aus Lissabon (…) im Wettkampfmodus“ (Thünnwardt Tünnenson). Im Wettkampfmodus. Spanien quält sich ins Endspiel. 

Zu Beginn: Der „Respektappell“. Klingt komisch. Das Wort, nicht das doing. Gepflegte Kurzpasslangeweile bei Spanien, Portugal in der Anfangsviertelstunde sehr engagiert. Sehr gut, dass das Pipi-Kaka Tici-Taca von den Portugiesen und Neutralos gnadenlos ausgepfiffen wurde! Vereinzelte „Deutschland, Deutschland!“-Rufe in der Nähe des Richtmikros während der ZDF-Übertragung.

Ramos ist „ein Königlicher mit durchaus harter Regentschaft„, wie Oliver Schmidt zu berichten wusste. Torlos ging es in die Kabine. Portugal munterer auch zu Beginn der zweiten Halbzeit. C-3PO mit drei Freistößen, die leider alle wirkungslos blieben. Es ging mit „Schnappatmung Richtung Verlängerung„.

Etwa gefühlte 20 Spieler taten dies gelbbelastet. Spanien mit einer Riesenchance vor dem Seitenwechsel der Verlängerung. Diese gehörte ganz klar den Spaniern. Und dennoch retteten sich die tapferen Portugiesen ins Elfmeterschießen.

Und für mich eine Analogie zum Elfmeterschießen Italien vs. England: Portugal geht in Führung und dann wird es schlimm… und ausgerechnet dann hat Fabregas auch noch Glück, der #&$%§#§&$!!! Ich hasse Fußball.

Spanien wird also Vize-Europameister.

Weitere Details zum heutigen Halbfinale der herrlichen, jungen Nationalmannschaft finden sich hier, beim „Reporter_vorOrt„:

Warum Deutschland Europameister wird.

Das sind die Schwachstellen der Italiener.

Sie wissen, wie es geht! Neuer, Özil, Khedira & Co. besiegten Italien im Halbfinale.

Löw legt sich fest: Schweinsteiger spielt gegen Italien.

Poldi: „Wir brechen den Italien-Fluch“.

Joachim Löw will den Titel: Der souveräne Bundestrainer.

Warum die Italiener vor uns zittern müssen.

Schweinsteiger: „Wir kommen der Krönung immer näher“.

DFB-Gegner im Halbfinale: Bella Italia, brutta Italia.

Als das Italien-Spiel der Schlüssel zum Titel war.

Löw vor Italien-Spiel „Können gegen jede Mannschaft der Welt gewinnen“.

Waldemar Hartmann und die Weißbier-Ekstase.

[Waldemar] Hartmann, der einzige Mensch, der Schnauzbart trägt, ohne Schnauzbart zu tragen…

DAS LETZTE WORT: Löwisch für Anfänger.

BILD bewacht Balotelli.

Italiens Skandalstürmer Mario Balotelli: Wahnsinn auf zwei Beinen.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Ich hatte das Gefühl, alle hätten lieber die Engländer gehabt. “ (Oliver Bierhoff)

Den Biermannhoff musst Du vor versammelter Mannschaft mit ’nem nassen Handtuch verbimsen! Defaitistendreck. Bevor wir 1972 nach Brüssel fuhren und zum ersten Mal Europameister wurden, haben wir auch 60, 70, 100 (?) Jahre nicht gegen den Engländer gewonnen, das war der VOLLALBTRAUMGEGNER. Und? Wir haben sie auf dem Weg zum Titel geschlagen. So wird es heute Abend auch sein.

„Einmal haben sie das Türchen ’n spaltweit aufgemacht und dann standen die Spanier auch gleich im Zimmer.“ (Oliver Schmidt)

„Die Suche nach einer Anspielstation, das ist eine spanische Expeditionsreise heute.“ (Oliver Schmidt)

Erkenntnisse:

Das Halbfinal-Aus 2006 hatte ich wohl nicht so einfach verpackt, wenn ich mir die damalige Wortwahl anschaue. Da hoffe ich mal sehr, dass es keinen Grund zur Zurückschaltung, Schärfe und Polemik gibt. Diesmal.

Wir müssen gewinnen, weil ich den unmittelbar nach Spielende eintretenden Audioterror, die Hupwanderfahrten und den von der anderen Rheinseite herüberwehenden Klangteppich nicht ertragen könnte… von den italienischen Nachbarn gar nicht sprechend… und der Häme der italienischen Twitterer

Aber Thünnwardt Tünnenson verbreitet Zuversicht:

Der Schweini will die schlagen, und wenn er Ferse oder so kriegt, kommt Kroos. Pirlo wird im Raum übernommen. Der schlägt keine guten Pässe aus der Bedrängnis raus. Der muss ab der Mittellinie gestört und zum schnellen Abspiel gezwungen werden, aber herrjeh! das weiss der Jogi doch alles. Mach Dir da mal keine Sorgen. Und Balotelli spielt bisher so, wie er heisst.

Das wird schwer. Aber wir vertrauen unserer Truppe. Und dem Coach. Wenn die sich vor denen ins Hemd machen, haben sie auch kein Finale verdient.   

Leserresonanz a.a.O.:

 

EURO2012-Tagebuch (29)

[Halbfinale]

27.06.2012:

Portugal – Spanien (20:45 Uhr – Donezk – ARD ZDF)

Zur Vorbereitung auf die Begegnung des Abends folgendes Video, das auf „Nederland1“ – meines Wissens – als Vorberichterstattung zu Niederlande versus Portugal lief:

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Heute wird also das Ibero-Derby gegeben, das Spiel „Gockel & Freunde“ gegen die Fußballlangweiler! Selbst aus berufenem Munde kam ein Lob für „Cristiano Ronaldo“, ich zitiere, ohne das ZAG (um ihn zu schützen) als Quelle zu nennen:

cr7 ist ein gockel und ein pfau und eine schwalbe, aber er ist auch ein großartiger fußballer, den ich, ja, es ist so, gerne spielen sehe. und eier hat er auf jeden fall, wir haben ja jetzt zweimal gesehen wie er das spiel in die hand und ein ganzes land auf seine schultern genommen  und eigenhändig ins halbfinale getragen hat. respekt. und in der alten diskussion „ronaldo oder messi“ war ich eh immer auf seiner seite. der messi ist doch ein eindimensionaler systemzwerg, der argentinische gomez in klein.

portugal gegen spanien im halbfinale wird ein hammerspiel.

Heute Abend sind wir dann alle wieder ein Stück schlauer. Ich könnte ja mit einer Analogie zum Turnier 1996 leben… und meine hier das mögliche Finale „Portugal gegen Deutschland“

Der gestrige Tag:

Ronaldos Gel-Frisur: Bar Refaeli und Irina Shayk kriegen sich in die Haare.

Warum Deutschland Europameister wird.

Das sind die Schwachstellen der Italiener.

Dino Zoff: „Deutschland hat keine Schwachpunkte“.

Der deutsche Italiener.

Felix Magath hält Schweinsteiger für unantastbar.

Kinderfotos unserer großen Hoffnung gegen Italien.

 

Aufatmen beim DFB: Maulwurf gefunden! 

3.147.840 Minuten Nachspielzeit = Sechs Jahre Pizza-Boykott: Ein Fan macht Ernst.

Hall of Shame: divers in football.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Das wär’s doch: Wenn Klose (Lazio Rom) morgen für Deutschland in Polen die Italiener rausschießt…“ (OP Marburg)

Wenn das kommt, ist Holland in Not. Beim DFB sitzen doch viele schlaue Köpfe. Die sollten die Strafe noch mal überdenken.

(„Fan-Chef“ Thomas Weinmann zur brillianten Idee der DFL, dass Spiel Fortuna Düsseldorf versus Borussia Mönchengladbach als „Geisterspiel“ auszutragen…)

Erkenntnisse:

„Die Deutschen haben eine Top-Mannschaft. Wir respektieren sie, aber wir haben keine Angst.“ (Riccardo Montolivo am 24.06.2012)

Weitere wahre & wichtige Erkenntnisse aus dem ZAG, a.a.O.:

Auch interessant, daß nur noch die Gruppen B und C im Turnier vertreten sind. Eigentlich ein Argument dafür, das Teilnehmerfeld endlich wieder auf 8 Mannschaften zu schrumpfen, um die Anspruchsvolligkeit des Turniers zu heben, indem nutzloses Füllmaterial wie Schweden, Irland, Holland und England zuhause bleibt.

Aber nein, da erweitern sie das Ganze auf 24 Mannschaften (von 53!).  Das Äquivalent wäre eine Weltmeisterschaft mit hundert Teilnehmern, die [starker Kraftausdruck entfernt, HS]  von der UEFA, und auch das wird, wie wir alle wissen, nur eine Zwischenstation sein auf dem Weg zu 32 Mannschaften…

Leserresonanz:

Thünnwardt Tünnenson war als „Leserreporter“ teilhabender Beobachter unterwegs und ließ mir dankenswerterweise gestern seine Erkenntnisse samt Bildmaterial zukommen. Er, als Zuträger dieses EM-Tagebuchs, kehrt vor dem Checkin im EM-Studio Kalk oder TADESK immer noch in den Drachenfelskiosk in Köln-Klettenberg ein, der mehr als angemessen dekoriert erscheint:

Thünn Tünnenson führte weiter aus:

 „The coolest place to be vor jedem Deutschlandspiel.“ Betreiber Raffa (Bildmitte, unten) und die Stammkundschaft, allesamt ausserhalb der großen Turniere tausendprozentige Anhänger des hiesigen Fussballvereins (bis auf eine Ausnahme) können mit patriotischen Bedenkenträgern jedenfalls wenig bis nichts anfangen. Dort wird vor jedem Match Löws Aufstellung analysiert und die mögliche Taktik der Gegner seziert. Da bleibt für nationalistische Anwandlungen einfach keine Zeit.

Vielleicht geht die grüne Jugend einfach in die falschen Büdchen. 

Mir gefällt vor allem die Nachbildung des Henri-Delaunay-Pokals sehr, sehr gut! Weiter so, Klettenberg!

 

EURO2012-Tagebuch (28)

[Halbfinale]

26.06.2012:

Portugal – Spanien (27.06.2012 um 20:45 Uhr – Donesk – ARD)

Deutschland – Italien (28.06.2012 um 20:45 Uhr – Warschau – ARD)

Das werden zwei spannende Halbfinals! Erst das Ibero-Derby, bei dem der von mir hochgeschätzte (!) CR7 (!!) mal unter Beweis stellen kann, dass er ein hervorragender Fußballspieler ist, der alleine ein Team mitreißen kann und dann der All-Time-Klassiker, der bis dato immer übel für uns ausging.

Der gestrige Tag:

Italien also. Bei aller Zuversicht, die sich nicht aus Italiens Schwäche, sondern aus unserer Stärke speist, ein ganz haariges Spiel. In jeder Hinsicht. Hinten in der Abwehr und auch im Mittelfeld.

ZAG: „Und wer neutralisiert ‚Gott‘ Pirlo? Der angeschlagene Schweini?“

Thünn Tünnenson: „Wenn Jogi Schweini auf die Bank setzt und Kroos spielen lässt, ist er endgültig der größte Trainer aller Zeiten.“

Was Kaleu Prof. Dr. Löw tun wird. Es wird keine Wiederholung der ballack’schen Minderleistung vom Halbfinale 2006 geben. Wobei es bei Schweini nicht der Kopf (Ballack), sondern der Körper ist. Das Boot kann viel aushalten. Stahlhelm auf und Kroos machen. Lassen.

Denn: Joachim Löw wird zum Magier – und alle staunen über seine gewagten EM-Kunststücke:

Erstmals hatte Löw gegen die Pleite-Griechen sein gewaltiges Bank-Kapital angefasst, das im weiteren Turnierverlauf noch einige Gewinnausschüttungen verspricht. Der Plan, Gomez, Podolski und Müller durch frische Kräfte zu ersetzen, „war mir schon länger im Kopf herumgegeistert“, berichtete Löw. „Irgendwie war die Zeit reif, etwas zu verändern. Ich wollte unberechenbar bleiben für die Griechen.“

(…) Vor dem Duell mit Italien ist nun richtig Feuer im Kader. Der Kampf um die Plätze im Team verspricht hitzig zu werden. „Wie es im nächsten Spiel aussieht, werden wir sehen. Ich gehe aber davon aus, dass ich dann wieder spielen werde“, sagte Podolski kämpferisch.

Bald wissen wir alle – und auch die Italiener – mehr, wenn der Maulwurf seine Erkenntnisse vorab transportiert…

Franz Josef Wagner ist auch in Form, ach was „in Form“, er ist in wahrhaft europaweltmeisterlicher Form! Wagner macht sich Sorgen („Niemals haben wir gegen Italien gewonnen. Wir glaubten, Ihr seid romantisch, aber Ihr seid eiskalt“), Wagner hat „Angst um unsere braven Jogi-Jungs“, denn:

Der Italiener klaut dir deine Frau vom Badetuch – und genau so schießt er seine Tore.“

Hier hat das Duo Badstuberboateng einen alten Fahrensmann und Galgenvogel des Wortes in Mark und Bein getroffen. Auch Blogsatz.de laboriert am italienischen Fußball und hofft – nach fünf erfolglosen Anläufen – auf Heilung des Kindheitstraumas durch Prof. Dr. Löw:

An jenem Abend bohrte sich ein kleiner Splitter in meinen Mittelfinger. Kennt ihr auch, oder? So ein kleines, fieses Ding aus Holz oder Metall, das man mit der Pinzette einfach nicht rauskriegt. Seitdem kann ich meinen Mittelfinger nicht mehr ausstrecken. Seit 42 Jahren. Man gewöhnt sich dran, kann damit umgehen, aber bei einer falschen Bewegung piekst es gewaltig.

Fünf Therapien waren seither erfolglos (…). Jetzt habe ich neue Hoffnung. Eine neue Behandlungsmethode. Donnerstag um 20.45 Uhr bin ich dran. Dann wird operiert. Und spätestens um 22.35 Uhr, so hat mir der behandelnde Arzt versprochen (ich glaube, er heißt Dr. Löw), kann ich meinen ausgestreckten Mittelfinger wieder emporrecken.

Da kann man nur hoffen, dass unsere Blockfahne – wie gegen Griechenland – wieder aus Folie ist, nicht das nachher eine zusammengeknüddelte Papierkugel einen italienischen Spieler trifft und danach 1971 reloaded gegeben wird. Bisher ist das italienische Spiel herrlich unitalienisch, erfrischend nach vorn, keine Mätzchen, keine Schauspieleinlagen. Aber wenn es eng wird, erinnert man sich der Dinge, die man am besten kann, um mal in Klischees zu argumentieren…

Ach, apropos Rollenbilder: Knippi war auch wieder aktiv:

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Am Donnerstag spielt dann das jüngste gegen das älteste Team. Und vor allem das Duell Balotelli versus Hummels wird eins, das nicht ganz unwichtig ist. Man kann nur hoffen, dass Italien mit seinen Torchancen so fahrlässig umgeht wie gegen England.

Ich mach dann mal einen Waldspaziergang und geh‘ pfeifen…

Warum Deutschland Europameister wird.

Am Donnerstag gilt’s – Italien ist jetzt fällig: Wollen wir wetten?

Warum Deutschland gegen Italien gewinnt.

DFB-Halbfinale gegen Italien: Respekt, keine Angst.

Das sind die Schwachstellen der Italiener.

Maulwurf beim DFB:-Team Jogi und die Detektive.

Gesucht: Der Maulwurf.

Italiener protzen: „Merkel, wir kommen“.

Da sprach der alte Häuptling der Indianer. [über Andrea Pirlo]

EM-Halbfinalist Italien: Die Spielverderber.

Özil: Volle Konzentration auf Italien.

Die deutsche Erfolgsformel – Stars mit Teamgeist.

Franz Josef Wagner: „Liebe Italiener…“

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Die Italiener haben eine sehr starke Mannschaft, ich bin aber überzeugt davon, dass wir sie schlagen werden.“ (Mesut Özil)

Erkenntnisse:

EM der Langeweile: Mauern brauchen kein Talent!
Die einzigen, die das moderne System nicht wirklich beherrschen wollen, sind die Engländer. Ihr Kick-and-Rush-Gen wird sich durchsetzen, weite Abschläge, gewaltige Flanken aus dem Mittelfeld und vorne steht Wayne Rooney, diese Einmann-Panzerbrigade, der von Strategie und Taktik nichts wissen will. Wahrscheinlich rettet er das Ansehen dieses Sports; denn ansonsten geht er unter in der Ödnis der Taktik-Anweisungen all jener Trainer, die inzwischen auf Computern nachrechnen, wie man das Spiel um das Unberechenbare bringt, als hätten sie alle eine Berufsausbildung bei McKinsey gemacht.

Leserresonanz:

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EURO2012-Tagebuch (27)

[Halbfinale]

25.06.2012:

Herzlichen Glückwunsch Italien zum Halbfinaleinzug! Verdient – und ich wusste es.

Der gestrige Spieltag:

England – Italien 2:4 n.E. 0:0 0:0 (0:0) n. V.

Philip Lahm tippte vor dem Spiel 2:1 für Italien. Zweimal trafen England und Italien bisher aufeinander, bei der EM 1980 und bei der WM 1990 – jedesmal wurden wir Turniersieger. Opdenhövel fusionierte vor Spielbeginn zwei nordenglische  Vereine zu „ManU City“ 😉 Er erkannte dies und ging sehr selbstironisch mit der Formulierung „AC Inter Mailand“ später darauf ein. Guter Mann.

Die obligatorische Gänsehaut bei der englischen Nationalhymne – das lag auch am ordentlichen Auswärtsmob der Engländer. Italien mit ordentlich Alarm zu Beginn, sehr offensiv und einem fulminaten Pfostentreffer. Und ein paar Minuten später eine Riesenchance für England, den musste der Engländer eigentlich rein machen. Buffon sehr kaltschnäuzig. Munteres Spielchen, England überraschend gut und mit kreativen Offensivaktionen.

Mit 0:0 wurden die Seiten gewechselt. Dann erfuhr ich, ohne es wissen zu wollen, dass de Rossi die TeleTubbies als Tätowierung auf dem linken Unterarm hat. Das würde ich auch verstecken. Diese Info machte mein Leben bunter & bereicherte es. Der Tubbianer hatte auch die erste Groß-Chance nach dem Pausentee. „Das Nullnull wackelt aus englischer Sicht. Und zwar heftig.“ (Steffen Simon)

Beide Mannschaften gingen ab der 80. Minute sehr an ihre Substanz. Ich muss zugeben, kurz eingenickt und dann erst ab der 104. wieder dabei gewesen zu sein. Die Engländer wollten sich ab Minute 1 der Verlängerung nur noch ins Elfmeterschießen retten und fanden offensiv einfach nicht mehr statt. Italien sehr engagiert und offensiv nach vorne, aber die Kräfte wurden schwächer.

Diese englischen Spitzbuben: Etwa die nächste Überraschung? Jetzt, da sie über einen Torwart verfügen, der diesen Namen auch verdient, können sie sogar Elfmeterschießen gewinnen? Kurz schien es so, aber dann gewannen die Italiener hochverdient – u. a. mit einem Kunstelfmeter, der auch auf der d13 als Videoinstallation ausgestellt werden könnte. Und am Donnerstag müssen wir endlich, endlich unsere schwarze Serie gegen Italien bei großen Turnieren beenden.

Das ZAG brachte es auf den Punkt:

Das wird sauschwer im Halbfinale, Freunde. Aber ich bin guten Mutes. Das ist diesmal kein klassisch italienisches Team, gerad‘ auch was die Fairneß angeht.

Wie schrieb blogsatz.de gestern so treffend:

Sieben Pflichtspiele haben wir in den vergangenen 50 Jahren gegen die Stiefeletten bestritten und noch keins gewonnen:

04.07.2006 Deutschland – Italien 0:2 WM-Halbfinale
19.06.1996 Italien – Deutschland 0:0 EM-Vorrunde
10.06.1988 Deutschland – Italien 1:1 EM-Vorrunde
11.07.1982 Italien – Deutschland 3:1 WM-Endspiel
14.06.1978 Italien – Deutschland 0:0 WM-Zwischenrunde
17.06.1970 Italien – Deutschland 4:3 n.V. WM-Halbfinale
31.05.1962 Italien – Deutschland 0:0 WM-Vorrunde

Das sollten wir ändern. Dringend. Am besten am 28. Juni 2012 in Warschau.

 So, jetzt heißt es erst mal wieder zwei fußballfreie Abende. Kann auch schön sein.

Nächster DFB-Gegner: Pirlo führt Italien ins EM-Halbfinale.

Eiserne Nerven! Pirlos verrückt-genialer Elfmeter.

[Bilder] Viertelfinale gegen England: Italiens dramatischer Sieg.

Italiens Trainer Prandelli – „Deutschland ist Favorit“.

Warum Deutschland Europameister wird.

Warum Italien Deutschlands Angstgegner ist

Muss Schweini auf die Bank?

Reus oder Gomez: Wer hat die Haare schöner?

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Die Fans haben nicht nur Spaß am Spiel, sondern auch mit sich selbst.“ (Steffen Simon).

„Der Abend hat einen positiven Aspekt: Wir werden gegen Deutschland nicht verlieren.“ (Gary Lineker)

Erkenntnisse:

Manche Menschen müssen gar nicht Fußball sehen, um eine Idee vom Ergebnis zu erhaschen, da reicht oft genug schon das „Hörspiel im Innenhof„:

Leserresonanz:

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EURO2012-Tagebuch (26)

[Viertelfinale]

24.06.2012:

England – Italien (20:45 Uhr – Kiew – ARD)

Herzlichen Glückwunsch Italien zum Halbfinaleinzug!

Der gestrige Spieltag:

Spanien – Frankreich 2:0 (1:0)

Tiki-Taka-Roboter schlagen das ideenlose Frankreich. Oder um es mit den überarbeiteten Worten vom ZAG zu halten:

Seid dem jungen Hochzeitspaar dafür dankbar, das schlimmste Fußballspiel aller Zeiten verpaßt zu haben. Die Franzosen komplett ohne [Ideen, HS], und die Spanier haben endlich die Maske fallen lassen und gezeigt daß ihr Ziel ist, den Fußball zu zerstören. „Football lies on its deathbed„, wie der Guardian zur Performance der Spanier schrieb. Das war dermaßen eine langweilige [Veranstaltung, HS], unfaßbar, und hatte mit der Idee des Fußballspiels nicht mehr das Mindeste zu tun. […]

Von diesem Spiel habe ich außer dem Ergebnis nichts mitbekommen. Und das war auch gut so. Am Morgen nach dem großartigen 4:2-Sieg über Griechenland, mit einer komplett neuen Offensivabteilung und der schmerzhaften Erkenntnis, dass Marco Reus die Nationalmannschaft als Mönchengladbacher ins Finale schießen kann und als Dortmunder Europameister wird. 🙁

Gestern morgen, bevor es zur Hochzeit der Inhaber des EM-Studios Kalk ging, habe ich erst einmal angemessenes Backwerk zum Halbfinaleinzug besorgt. Das Spiel gegen Griechenland bescherte mir ein unvergessliches Erlebnis, neben 4 ganz starken Toren: Nach dem 1:1 und einem kurzen Anflug von Nichtglauben, trotz unserer Offensivkraft, stand ich auf dem Balkon und zweifelte. Und dann hörte ich Kalk:

Eine elektrisierte Stimmung, ein „Aaaah“, „Jaaaaaa?!“, „TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR!“. Durch DVB-T etwa zwei Sekunden früher als die Menschen im Wohnzimmer. Und  hier konnte ich dann live die Entstehung und Reaktion der Fußballfreunde auf das 2:1 durch Sami Khedeira studieren. Es war überwältigend…

Es ist komisch: Zum ersten Mal, seit ich acht Jahre alt bin, habe ich keine Angst vor dem möglichen Halbfinalgegner Italien und empfange Signale, dass wir sie diesmal schlagen können. Das erste Mal seit 1962, oder?

Warum Deutschland Europameister wird.

DFB-Team im EM-Halbfinale: Jetzt kommt ein Klassiker.

König Khedira.

Deutschland verliebt in Jogis Jungs: Reus: „Der Titel geht nur über uns“.

Pfiffe gegen Merkel, am Ende lachte die Kanzlerin.

Wenn Oliver Kahn sich selbst den Kiefer durchbeißt.

Pressestimmen zum Viertelfinale: „Das deutsche Biest war zu wild“.

Pressestimmen II: „Man muss die Deutschen fürchten“.

Schweinsteiger klagt über Schmerzen, Lahm warnt vor Italien.

Skandal-Kicker Balotelli: „Habe den Arsch nicht in Nutella“.

Taktikanalyse: Spanien – Frankreich 2 -0.

Zitate des gestrigen Spieltags:

[Meta-Fußball]: „Die Fahrradhelmisierung der Gesellschaft.“ (Thünnwardt Tünnenson)

Erkenntnisse:

5 Gründe, warum diese EM bislang so langweilig ist:

Schon klar, das ist nicht die Bundesliga, sondern eine Europameisterschaft. Da mischen sich Neckermänner mit Allesfahrern mit Faschingsclowns mit kamerageilen Ballermännern (und -frauen). Bei einer Weltmeisterschaft mag das noch seinen ganz eigenen Reiz haben (siehe Vielfalt), aber bei einer Europameisterschaft ist die Luft schnell raus. Allein die Tatsache, dass die Ordner Menschen in so genannten »Morphsuits« (siehe würg) ins Stadion lassen, statt sie des Landes zu verweisen, sollte nachdenklich stimmen.

Leserresonanz:

Fehlanzeige.

EURO2012-Tagebuch (25)

[Viertelfinale]

23.06.2012:

Spanien – Frankreich (20:45 Uhr – Donezk – ARD)

Auf dem Papier eine klare Sache. Mir egal, weil ich auf einer Hochzeit der Traumhochzeit bin, die irgendwie auch mit dem „EM-Studio Kalk“ zu tun hat. Eigentlich müssen die per UEFA-Dekret unschlagbaren Spanier es locker packen. Aber vielleicht ist gerade Frankreich für Taka-Tuka ein unangenehmer Gegner? Ich werde es via mobilem Endgerät erfahren.

„Ach, da kann man sich doch auch nicht drauf verlassen, wenn dieses hessische Franzosenliebchen postet. Von seinem pathologischen Spanienhass mal ganz abgesehen. Hinterher hängen wir auf der Traumhochzeit ab und glauben, wir haben das Skandalspiel des Jahrhunderts verpasst. Und in Wirklichkeit haben die Franzosen einfach nur [schlecht, HS] gespielt.“ (Thünn Tünnenson)

Oder auch nicht.

Der gestrige Spieltag:

Deutschland – Griechenland 4:2 (1:0)

Ich hatte ja auf eine Explosion, auf ein frühes Tor von Müller oder Özil gehofft, damit die Veranstaltung nervenschonend und vor allem auf die heutige Hochzeit vorbereitend wird. Warum eigentlich heiraten oder feiern so viele Menschen Hochzeit in meinem Nahumfeld während der Europameisterschaft? Gestern Nachmittag dann die Entschlossenheit des Joachim Löw: Mit offensiven Ideen das Abwehrbollwerk knacken.

Das inspirierte auch die beiden bekannten EURO-Tagebuch-Beiträger Plisch und Plum: Thünnwart T.: „Jetzt kann Dein Supermiro zeigen, was er drauf hat! Klose, Reus Schürrle von Anfang an! Poldi, Gomez, Müller raus!“ Das ZAG antwortete: „Müller hätt ich drin gelassen anstatt […] Reus zu bringen. Aber Jogi hat mich verstanden.“

Unter Aberglaubengesichtspunkten kein leichtes Spiel, hatte sich doch gestern Nachmittag eine der Nachkommen von „Weini, der WM-Schnecke“ eine schwere Hausverletzung zugezogen. Ich war bei aller persönlichen Betroffenheit gewillt, dies nicht als  schlechtes Omen zu interpretieren. Prof. Dr. Löw macht alles, aber auch alles richtig! Die taktischen Wechsel: Mutig! Mit Tennis-Countdown & Beginn war es egal: Viertelfinale. K.O.-Runde. Fußballgucken in der “temporären Außenstelle des EM-Studios Kalk” (TADESK).

Girlandengottheit im TADESK.

Mutti hatte Platini auf der Ehrentribüne berührt. Darüber wird noch zu reden sein. Die Blockfahnen mussten aus Folie (!) sein, damit man die Papierchoreo nicht zu gefährlichen Wurfgeschossen umwidmen kann. Die Griechen wie Hoffenheim mit einer falsch aufgezogenen Blockfahne. Und dann doch deutscher Rauch unter der ökologischen Blockfahne. Hoffentlich fair gehandeltes Rauchpulver. Es wäre übrigens schön, wenn Asterix Lahm bei der Nationalhymne mal aufsteht… und dann strömen die Gedanken, die Erzählzeiten, gestern – heute – morgen…

Der Anstoß musste wiederholt (!) werden. Der Verbrecher mit der Schuhcreme in den Haaren mit einem Mordversuch an Khedira. Direkt zu Beginn. Der Lutscher Torhüter im griechischen Tor spielt früh auf Zeit. Wir mit viel Alarm zu Beginn. Aber leider ohne zählbaren Erfolg. Reus fügt sich gut ein. Der Zottel sollte besser SAP-Programmierung machen als Fußball spielen, hat der überhaupt ’n festen Wohnsitz? Schon 15 Minuten. Reus in den ersten 20 Minuten bester deutscher Mann. Und doch: Was wir spielen, ist in „Schönheit sterben“ – und immer noch kein Tor.

Wir machen viel richtig und doch nicht die Bude. Und dann hieß es: Jaaaaaaaaaaaa! Asterix! Der Schülerlotse mit dem haltbaren 1:0 und – bei aller Anspannung – gingen wir Menschen beruhigt in die Halbzeitpause…. es erinnerte mich stark an die Bude gegen Costa Rica 2006... und auch der Endstand war gleich, oder?

In Halbzeit 2 sah man: Klose macht das Spiel um so viel klüger. Und dann der Urkelfaktor. Ausgleich, 55. Minute, jetzt fängt das Spiel an, Samaras mit dem 1:1. Oh Mann. Schwierige Situation. Khedira. 2:1. BUMM! Der Welt die Wahrheit zeigen. Urkel hat ’ne doofe Frisur.

Miro Klose. Ja. 3:1. Reus wunderbar. 4:1. Superreus! Mit starkem EM-Debut. Vielleicht hätte ich damals schreiben sollen „Marco Reus, Dich lassen wir nur mit dem Europameistertitel gehen!!!!„? Wären aber zwei Bahnen Tapete geworden.  Dann gibt es noch einen unangemessenen Witz-Elfmeter für Griechenland. 4:2. UEFA-induziert. Fußballselbsterfahrungsschreiben – ex oder weiter? Weiter!

Was man der Löw-Elf vorwerfen kann, ist der fahrlässige Umgang mit den Chancen.

Warum Deutschland Europameister wird.

Spektakel der Spaßfußballer – Deutschland im Halbfinale.

Die Wiederentdeckung der Leichtigkeit.

Jetzt sind wir im Halbfinale.

Mit Engelsgeduld und Traumtoren ins Halbfinale.

Jawollos, Jogi! Noch zwei Siege bis zum Pott.

Steinzeitfußball – ich griech‘ die Motten!

Griechenlands EM-Aus: Mal wieder nicht gerettet.

DFB-„Maskottchen“ Merkel winkt und jubelt.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Wir dürfen einfach nicht gegen Griechen verlieren, die von einem Portugiesen trainiert werden.“ (Thünnwardt Tünnenson).

„Na also. Hört auf zu fummeln und fangt an zu bolzen!“ (Peter Faust)

„Egal ob Italien oder England – es wird für beide schwer, uns zu schlagen.“ (Sami Khedira)

„Germany 4 – Boateng 2“ (Post im Guardian nach dem Spiel)

„Angela Merkel in Fachgesprächen: Er erklärt ihr die Euro, sie ihm den Euro.“ (Belá Réthy)

Mutti in den Mund gelegt: „Der Sieg war alternativlos!“

Erkenntnisse:

Weltrekord!

Die deutsche Mannschaft hat ihre letzten 14 Pflichtspiele alle gewonnen. Das ist Rekord in der Geschichte der DFB-Auswahl. Die letzte Niederlage in einem Wettbewerbsspiel war das 0:1 gegen Spanien im WM-Halbfinale 2010 in Südafrika. Der 15. Erfolg würde Weltrekord bedeuten – 14 Siege in Serie schafften auch schon einmal Frankreich, Spanien und Holland. Aber Vorsicht! Ausgerechnet die Griechen haben den Franzosen den Rekord versaut. Im EM-Viertelfinale 2004 verlor Frankreich gegen die Truppe von Trainer Otto Rehhagel 0:1. Tor-Held damals: Angelos Charisteas (32). Aber der ist diesmal zum Glück nicht mehr dabei…

Wichtig sind noch zwei Siege und keine albernen Weltrekorde!

[Meta-Fußball]

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schnecke auch irgendwelche inneren Verletzungen hat ist leider ziemlich hoch, wenn sie viel vom Weichkörper frei liegt. Ich hatte noch nie eine Schnecke, bei der so viel abgebrochen war, aber ich würde ihre Überlebenschancen als sehr gering einschätzen. Wenn du das Gefühl hast, die Schnecke hat Schmerzen und quält sich nur, solltest du sie erlösen, indem du sie z.B. in den Gefrierschrank legst.

Aus: http://www.schnecken-forum.de/

Leserresonanz:

Fehlanzeige.

EURO2012-Tagebuch (24)

[Viertelfinale]

22.06.2012:

Deutschland – Griechenland (20:45 Uhr – Danzig – ZDF)

Durchatmen. Und die leichte Angst vor heute Abend. Spiegel online wollte mir Anfang der Woche Mut machen:

Löws Team hat in der Vorrunde überzeugt. Es hat nicht überragt. Gerade in der Offensive sind Wünsche offen geblieben, die Spiele wurden knapp gewonnen. Glanz war selten. Aber das spricht eher für die Mannschaft als gegen sie. Es spricht dafür, dass hier ein gereiftes, erwachsenes Team am Werk ist. Wissend um die Schwere der Aufgabe, wissend auch, das man nicht alle Kräfte in einer Hurra-Vorrunde vergeuden darf. Jetzt kommen die K.o.-Spiele, jetzt gilt es. (…)

Neun Punkte aus drei Partien – das ist keiner anderen Mannschaft gelungen. Das können selbst die Spanier nicht mehr schaffen.

Das war gestern. Jetzt gilt es. K.O.-Begegnungen. Gegen Chelsea 2.0 3.1. So ist es ja auch – das alles -die drei Siege- zählt heute gegen die menschliche Wand aus Griechenland nicht mehr. Keinen Deut. Beseelt vom Geist des großen Otto Rehhagels werden sie heute mit Sturm-Manndecker, Angriffsverteidiger und Offensiv-Libero spielen. Und mit doppelter Manndeckung für Özil, hallenhandballesk Beton anrühren und mit dem Modell Chelsea zum Erfolg kommen wollen.

Wir brauchen Geduld gegen Hellas London. Männer mit Ideen. Kein Tiki-Taka. Und einen festen Glauben.

Sturm, Drang & Aufklärung ballert die Altphilosophen diesmal aus dem Turnier!

Der gestrige Spieltag:

Tschechien – Portugal 0:0 (0:0)

Bei der Aufwärmübung der Schiedsrichter wusste der Reporter des Spiels mit einer launigen Bemerkung zu gefallen: „Ein Niederländer ist also doch im Viertelfinale!“ Regen in Warschau: Das Geläuf sah schon zu Beginn aus wie nach einer Fußballabstiegskampfsaison der Borussia aus Mönchengladbach.

UEFA-Kameraschwenk durch das Rund, man fing ein selbst gemaltes Plakat am Rande ein: „Ronaldo, here I am„. Hach, herrlich, so verliebte elfjährige Jungs. Der Raketen-Countdown zu Beginn: Gentrifizierter Tennis-Mumpitz!

Tschechien zu Beginn nach vorne erfrischend offensiv und ernst meinend, die Portugiesen aufmerksam, aber zu Beginn zu sehr auf C-3PO fokussiert. Eine unterhaltungsarme erste Halbzeit. Obschon der Schmierlapp‘ zwei gute Szenen hatte, von der eine am tschechischen Pfosten landete.

Nach dem Wiederanpfiff kamen die Portugiesen mit viel Elan aus der Kabine, hatten zwei gute Möglichkeiten und waren hernach drückend überlegen. Die Tschechen stellten den Spielbetrieb faktisch ein und in der 79. Minute musste Ronaldos Frisur empfindlich leiden.

Pomade verdient im Halbfinale, weil von Robotnik in der zweiten Hälfte nichts mehr kam.

Und der iberophile Thünnwardt Tünnenson kennt ja gar keine Scham mehr und stellt zu dem „Renner-Ohne-Nüsse-Aber-Lustigem-Druiden-Outfit“ vor der Geschichte fest:

[C-3PO, HS] hat sein Land im Alleingang zwei Runden weitergebracht. Ich finde [C-3PO, HS]-Bashing langweilig und uncool, was für Girlandenmenschen. Der spielt seit 10 Jahren Profifussball, hat sich mit 18 in der Premier League durchgesetzt, vorher bei Sporting Lissabon hat der in einem Jahr U16, U17, Reserve und Profimannschaft gespielt. Klar haben seine Posen was lächerliches, aber trotzdem hat er Substanz. Vielleicht braucht er diesen ganzen Übersteigerkram ja, damit ihm nicht langweilig wird, was weiss ich. Auf jeden Fall ist mit denen ab sofort zu rechnen. Schließlich ist Portugal schon da, wo wir heute abend erstmal hinkommen müssen. [Das ist zur] Veröffentlichung freigegeben.

Uff, beinharter Tobak. Da denkt man, seine Freunde zu kennen – und dann diese Enttäuschung! Ronaldo steht für alles, was falsch am modernen Fußball ist. Aber so sind halt Menschen, die sich für „schönen Fußball“ interessieren. Ich interessiere mich heute Abend nur für ERFOLGREICHEN. Wenn der dann noch schön ist, dann ist es halt so. Vor allem das Erreichen des Halbfinales ist „schön“.

Warum Deutschland Europameister wird.

Studentische Fußball-Analyse:  Jogi, wir rechnen dir die Griechen aus.

„Wir siegen mit der Chelsea-Taktik“.

Fußball wird zum Hoffnungsschimmer für Griechen.

Löw warnt vor Griechenlands Überlebenskünstlern.

So bricht Jogi den Griechen-Beton.

[Martialisch & boulevardesk:] Löw fordert Killer-Instinkt von seinen Spielern.

Griechen-Zottel: Georgios Samaras liebt Schuhcreme in den Haaren.

Gelb für Nietzsche.

Kommentatoren-Voting: Gelbe Karte für Bela Rethy.

Dank Löw – Frauen sind mehr als hübsches Beiwerk.

Kahn im Interview: Mehr Mut, Jogi!

Friedrich nennt Hetze gegen Özil „widerwärtig“.

Toni Kroos bleibt in Mecker-Laune.

Neuer selbstbewusst: „Ich brauche keinen Zettel im Stutzen“.

Deutschland braucht kein Tiki-Taka!

Team-Check vor dem Viertelfinale: Deutschland holt den Titel.

Besser Merkel als Khedira auf der Tribüne.

Franz Josef Wagner schreibt an Angela Merkel.

[Meta-Fußball] „Merkel ist die größte Bedrohung für die Welt„.

Das britische Magazin „NewStatesman“ zeigt die Kanzlerin als Terminator und beschreibt sie als gefährlichsten Staatslenker Europas. Tenor: Die Kanzlerin schaut tatenlos zu, wie Athen brennt.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Den Mann mit dem gepflegten Haupthaar müssen wir ihnen nicht vorstellen, der teuerste Zweibeiner der Welt, 94 Millionen: Ronaldo.“ (Oliver Schmidt)

Erkenntnisse:

Ich darf davon ausgehen, dass  Béla Réthy gestern in Köln war, denn es zog ein Riesenunwetter auf und der Junge zieht die ja bekanntermassen an…

Leserresonanz:

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Das heutige Erscheinen von Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wird vom Ronaldoliebchen geschätzten Thünn Tünnenson wie folgt kommentiert:

Mutti hat angeordnet, dass sie in Rom 2 Stunden eher anfangen, damit sie noch zum Fuppes kann. Das könnte auch von einem Bundekanzler Schomberg kommen. Wagi jedenfalls mit bizarrer Liebeserklärung.

< + + + + + /update + + + + > 

 

EURO2012-Tagebuch (23)

[Viertelfinale]

21.06.2012:

Tschechien – Portugal (20:45 Uhr – Warschau – ZDF)

Hmmmh, schwierig, hier eine Prognose abzugeben. Die Portugiesen rund um C-3PO haben sicherlich die stärkeren Einzelspieler, aber Tschechien hat gezeigt, dass sie – mit Fortune und Geschlossenheit – mithalten können. Und sie haben zwei frühe Tore gegen die blaue Abwehrwand von der Akropolis geschossen. Das muss man erst mal schaffen. Da können sich auch unsere Jungs eine Scheibe abschneiden.

Die Tendenz: Portugal kommt weiter und sehr wahrscheinlich sehen wir ein rein iberisches Halbfinale. Die große Unbekannte: Der Eingriff der UEFA in Form von Schieds-, Linien- und Torrichtern.

Der gestrige Tag:


11Freunde: Die Tops und Flops der EM-Vorrunde.

Uefa schickt Schiedsrichter Stark nach Hause.

Hochspannung – warum die EM die bessere WM ist!

Herausgeforderte Stars, taktische Innovationen, Spiele auf des Messers Schneide – eigentlich könnte alles so bleiben. Darf es aber nicht. Ab 2016 werden 24 Teams an der EM teilnehmen. Die Uefa verspricht sich davon noch größere Einnahmen. Fußballerisch dürfte es aber zu einer Verwässerung kommen. Wohl letztmals lässt sich 2012 das Zwischenfazit ziehen: Die EM ist die bessere WM.

Die größten Schiedsrichter-Fehler der Geschichte.

Im Blickpunkt: Erinnerungen an Birmingham.

DFB-Gegner Griechenland: „Es riecht nach 2004“.

Merkel sitzt gegen Griechenland auf der Tribüne.

Sollte unser Team in Ihrer Anwesenheit verlieren, ist Frau Dr. Merkel nicht nur als Nationalmannschafts-Glücksbringer untragbar geworden. 😉

Schwache DFB-Standards: Wehmütige Erinnerungen an Ballacks Freistoßhammer. Dort heißt es:

Ballacks Gewaltschuss, der Deutschland damals den Einzug ins EM-Viertelfinale bescherte, ist bis heute das letzte Freistoßtor eines deutschen Nationalspielers, seither hat es kein Spieler mehr geschafft, einen Freistoß für Deutschland für einen Treffer zu nutzen.

Nach Twitter-Skandal: Özil wehrt sich gegen Internet-Hetze.

Julia Schramm, Bundesvorstandsmitglied der Piraten-Partei bezeichnetet die Twitter-Nachricht als „rassistische Kackscheiße„.

Das ist fantastisch! Die Stellungnahme gefällt dem ZAG & mir ausgesprochen gut. Ausgesprochen gut. Für etwas mehr Tourette & Meinungsstärke in der Politik.

Fußballprofessor Mario Basler tippt das morgige Spiel auf dem Netto-Blog „3:0 für Deutschland“.

Löws Männer sind abgezockt genug für den Titel.

„… fiel das hohe Aggressionspotenzial und der hohe Grad der Alkoholisierung einiger Gäste auf.“

Mensch, Michael Ballack!

Borussia Mönchengladbach – EM-Tourist: Neue Erfahrung für Reus.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Die spanische Spielweise ist ein auslaufendes Modell.“ (Thomas Sauerwald)

Erkenntnisse:

Interessant! Die Süddeutsche.de scheint meine Beobachtungen mittlerweile zu teilen! Sie schreibt im Beitrag „Und der Torrichter tat nichts„:

Nicht gegebene Elfmeter, nicht gegebene Tore: Die zahlreichen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter bei der EM sind ärgerlich – und werfen Fragen auf. Peinliche Zufälle oder steckt viel mehr dahinter? Ein Turnier mit Spaniern, Engländern und Deutschen im Viertelfinale ist schließlich viel attraktiver als eines mit Dänen, Ukrainern und Kroaten.

[…]

Doch wenn so viele Zufälle zusammenpassen, fällt der Blick rasch auf die Organisation dahinter. Die manipuliert fleißig am telegenen Gesamtbild herum, nun hat der Uefa-Chef offiziell Hunderte „Arschlöcher“ in Kroatiens rüden Fankreisen lokalisiert. Bei so robustem Umgang mit Europas größtem TV-Spektakel läge auch ein Motiv für diskrete Regieassistenz von oben nicht fern. Ein Turnier mit Spaniern und Deutschen ist viel attraktiver für Fans, Sponsoren und TV-Quoten als eines mit Dänen und Kroaten. So kam’s ja auch.

Leserresonanz Humorverbrechen:

Als Resonanz auf die gestrige Ausgabe schrieb Michael Delvos a.a.O.:

EURO2012-Tagebuch (22)

[Viertelfinale]

20.06.2012:

Endlich mal ein spielfreier Tag. Uff. Durchatmen. Gottseidank. Ein Privatleben!

Man könnte heute Abend mal wieder durchs Veedel flanieren Ja, das wird eine sehr aufgeladene Angelegenheit am Freitag. Vielleicht ist es wirklich besser, wenn Mutti Frau Dr. Merkel wegbleibt, um nicht noch das viel zitierte Öl ins Feuer zu gießen. Gott, wird das spannend, selbst Thünn Tünnenson hat ein wenig Muffensauen:

Erstmal dem frechen Griechen die Flötentöne beibringen! Mir wird jetzt schon blümerant. 60. Minute, es steht nullnull, die kommen das erste mal in Überzahl nach vorne…

Ich antwortete meinungsstark:

Blümeranz, mein Gesäß!

3. Minute: Erlösungstor für Supermüller, 20. min. Gigaözil mit einer IDEE gegen die chelseaesken Hallenhandballer mit ihrer 10-0-Verteidigung und batsch: 2:0. Dann treten die doch nur noch, die Limitiertos.

Der Replik entnahm ich, dass das Kommando Klettenberg mit dieser Vision durchaus leben könnte:

Das ist nun wahrlich nicht das Turnier der frühen Tore, Dein Wort in Gottes Ohr!

Das wär uns auch mal zu gönnen: 20 Minuten Anspannung und Aufregung, dann 70 Minuten entspanntes Auftrinken in Tateinheit mit fußballfachlicher Belehrung der Elendsbohème & Girlandenmenschen, gerne auch humorig.

So sei es. Denn ich teile diese Meinung hier rückhaltlos:

Özil und Müller bereiten mehr als die Hälfte aller deutschen Tore vor. Und dabei ist Müllers Quasi-Assist beim 1:0 gegen Dänemark noch gar nicht gezählt, weil sein Querpass aus Versehen Gomez’ Hacke gestreift hatte. Fazit: Ich will und brauche keine Müller-Debatte. Schon gar nicht vor dem wichtigen Viertelfinale am Freitag gegen Griechenland.

Ich möchte mal wieder Müller-Tore bejubeln. Und dann wird der Löw-Plan umgesetzt: EURO-Austritt für Griechenlands Fußballnationalmannschaft!

Wir gucken das K.O.-Spiel morgen in der „temporären Außenstelle des EM-Studios Kalk“ (TADESK), und da es ein „PrivateScreening“ ist, ist jeder Teilnehmer (m/w) völlig frei in der Wahl seiner Garderobe. Man kann als Girlandenmensch kommen. Und es wird auf jeden Fall im Wohnzimmer nicht gezündelt! Man kann sich auch in zivil vor den Fernseher setzen. Im Stadion ist diese Freiheit bei großen Turnieren scheinbar nicht mehr gegeben.

Denn irgendwann kommt die Zeit, in der man sich per se verdächtig macht, wenn man nicht albern kostümiert und bemalt zu Fußball-Welt- und Europameisterschaften ins Stadion geht. Wenn man nur ein Trikot und einen Schal, aber keinen „Gaucklerhut„, Osterhasenohren schwarz-rot-gold oder den „Deutschland Overall Jumpsuit M 50 Junggesellenabschied EM 2012 Ganzkörperbody“ trägt, gilt man doch dann direkt als „Gewalttäter Sport„! Obwohl, wie das ZAG so richtig bemerkte:

Besser „Gewalttäter Sport“ als „Gewalttäter Geschmack“.

Zumindest die Girlandenmenschen, die ich in Deutz auf dem Weg zur ARENA sehe, erinnern auch mich an die

Klientel, die seit der Einführung des Privatfernsehens in so Urlaubsdokus immer in der Gruppe in die Kamera schreit auf Mallorca. Dabei tragen sie alberne Kopfbedeckungen aus Sangriastrohhalmen und T-Shirts, auf denen „F***en, Kotzen, Saufen“ steht. (Thünn T.)

denn

(…) diesen Gestalten ist alles gleich, ob Malle, DSDS oder die wunderbare Deutsche Fußballnationalmannschaft. (ZAG)

Einigen sind die Girlandenmenschen jedoch total egal. Sie kritisieren lediglich das Girlandenmenschenbashing und finden es unangemessen:

Die auf »Eventfans« schimpfen und sich für die besseren, die wahren Fans halten, nur weil sie sich auch abseits von Großveranstaltungen für Fußball interessieren – wie arrogant ist das denn bitte?

Da bin ich völlig tolerant: Mir ist das alles total egal.  Ich will von links bis partynational einfach in Ruhe gelassen werden, im vuvuzelafreien Raum agieren und ohne Schminke und alberner Kopfbedeckung meine herrliche, junge Nationalmannschaft anfeuern.

Deal? 

Der gestrige Spieltag:

England – Ukraine 1:0 (0:0)

Der Mankunier mit der Frank-Sinatra-Gedenkfrisur durfte wieder mitwirken. Und machte das Spiel, wie das ZAG es so treffend nennt, „dümmer„. Gänsehaut bei der englischen Hymne. Hatte ich auch lang nicht mehr. England in den ersten 20 Minuten grottoid. Alle Resthaarträger auf dem Platz waren gegen Rooney. Zum Ende der 1. Halbzeit der Kurzdialog: „Was lachst Du?“ „Ich hab‘ über die Fehlpässe gekichert.“

Mit Beginn der zweiten Halbzeit profitiert der nordengliche Intellektuelle Rooney per Haarteil von einem Torwartfehler durch die „Unwucht des Balles“. 1:0. Dabei sollte es skandalöserweie auch bleiben. Der Könner mit dem Fiffi hatte noch die ein oder andere Möglichkeit, bald hieß es: „Die engländischen Fans bejubeln das wunderbare 1:0 von Satan Ibrahimovic.“ England wurde für das nicht gegebene Tor beim WM-Achtelfinale entschädigt und ein kristallklares Tor der Co-Gastgeber nicht gegeben. Denn: „Der Ball war einen Meter im Tor.“ (Oleg Blochin) Emo-Karussel Fußball. Das Niveau der Partie war dergestalt, dass man Italien jetzt schon zum Halbfinaleinzug gratulieren darf. Und der zweite Co-Gastgeber ebenfalls in der Vorrunde ausgeschieden ist. Ich hoffe, dass bleibt die letzte Parallele zu 2008. 😉

Schweden – Frankreich 2:0 (0:0)

Die Schweden ließen sich nicht hängen, sie sind halt keine Iro-Niederländer, und erzielten per Seitzieher Ibrahimovic das traumschöne 1:0. Kurz vor Schluss das 2:0 für die Schweden. Frankreich lethargisch & enttäuschend. Eine leichte Beute für Pipi-Kaka Tici-Taca.

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Rooney und Tor-Skandal sorgen für Aus der Ukraine.

Der „Torklau von Donezk“ erbost die Ukraine.

EM-Skandal rettet England.

[Meta-Fußball]: Die traurigen Augen Englands.

Frankreich verliert und kommt weiter.

„Arschlöcher“ – Platini beschimpft kroatische Fans!

Was nicht ins Weltbild der Uefa passt.

Fehlentscheidungen bei der EM: Peinliche Zufälle? Gewiss, mag sein

Viertelfinale komplett: Jetzt geht die EM erst richtig los!

Gegen Jogi hilft KEIN Rettungsschirm!

Jogis geheime Schlachtpläne.

Löw: „Ich erwarte eine Özil-Explosion!“

Demut vs. Drecksau.

Scholli piesacken!

Bengalo-Irrsinn: Kein Public-Viewing mehr IN der Arena.

Hitlergruß beim „Rudelgucken“.

Wenn uns ein Dschungelkönig die Griechen erklärt.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Der Ball war einen Meter im Tor.“ (Oleg Blochin)

„Oleg Blochin ist ein Freak.“ (Reinhold Beckmann).

Erkenntnisse:

Bei SWR Late-Night auf einsfestival wurde am 19.06.2012 mit einem „Schnecken-Orakel“ aufgewartet. Billig und höchst kleptokreativ! Wenn ich da an „Weini, die WM-Schnecke“ aus dem Jahr 2010 denke:

Weini, die #WM-Schnecke ist erwacht! Ein Zeichen. Es wird ein 4:1-Sieg! #ger 4 – #aus 1 #orakel http://www.twitpic.com/1wg4lv

Weini, die #WM-Schnecke, stärkt sich nach dem anstregenden Spiel #ger #gha http://twitpic.com/1zfpj0

Ich befürchte, heute müssen wir OHNE die Hilfe von #Weini, der WM-Schnecke siegen…. http://www.twitpic.com/21zfwh

#Weini, die WM-Schnecke ist wach, aber konzentriert! #ger 2 – #esp 1. Sieg! http://twitpic.com/2391yu

Naja, man hat es nicht leicht als Redakteur, sich ständig neue Themen & Dinge auszudenken.

Leserresonanz:

Fehlanzeige.

EURO2012-Tagebuch (21)

[Vorrunde]

19.06.2012:

Endgland – Ukraine (20:45 Uhr – Donezk – ARD)

Schweden – Frankreich (20:45 Uhr – Kiew – ARD)

Seit England Siegtreffer mit der Hacke schießt, ist einfach alles möglich. Die Engländer waren für mich vor dem Turnier klarer Gruppendritter und Ausscheider – jetzt können sie durchaus ins Viertelfinale kommen. Und dafür sorgen, dass es analog zum letzten Turnier, zum Vorrundenaus beider Gastgeberländer kommt. Die Franzosen werden sich die Zähne an den Schweden ausbeißen, denn Schweden sind bekanntermaßen keine Niederländer.

Der gestrige Spieltag:

Kroatien – Spanien 0:1 (0:0)

Spanien ideenlos gegen gut aufgelegte Kroaten, die genau so unangenehm zu spielen waren, wie von mir prognostiziert. Wolle Stark verweigerte den Kroaten einen kristallklaren Elfmeter in der ersten Halbzeit. Zugespitzt formuliert:

Dann wäre das ein anderes Spiel geworden. Aber es gibt ja keinen Konjunktiv im Fußball. Leider. Das Auswärtstrikot der Spanier ist genauso under-earthy unterirdisch wie das Awayleibchen der Engländer. Raktic verballert die beste Chance mit einem Sabotage-Kopfball aus drei Metern. In der 88. Minute machen die Tiki-Taka-Verbrecher das 1:0. Völlig unverdient und höchst handverdächtig. Danke für den Eingriff ins Turnier, Herr Stark!

<verschwoerungstheorie>Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass Spanien per Dekret unschlagbar ist. Die Platini-Dekrete? </verschwoerungstheorie>

Italien – Irland 2:0 (1:0)

Ein Tweet aus Kalk, der alles in sich vereint & aussagt:

Ein tolles 2:0 von Balotelli kurz vor Spielende. Wie man von diesem Spiel hörte, so reichte Italien eine durchschnittliche Leistung, um als Gruppenzweiter ins Viertelfinale zu kommen. In Köln führte es zu uninspiriert vorgetragenen Hupkonzerten; vermutlich um die Erwartungshaltung an italienische Fußballfreunde zu bedienen.

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Cassano und Balotelli schießen Italien ins Viertelfinale.

Cassano köpft Italien weiter.

Spanien zittert sich zum Gruppensieg.

Kroatien kritisiert nach Niederlage Schiedsrichter Stark.

Der Freitag wirft seine Schatten voraus. Das Viertelfinale löst im engsten Kreise dieses Blogs, im Inner Circle, „Bäuchleingrimmen“ aus. Während ich wieder zur normalen Testspielmemme mutiere und Angst vor dem Ausscheiden habe, formuliert Thünnwardt Tünnenson es wie folgt:

Wenn das schiefgeht….diese Schande!

Ich bin mir übrigens nicht sicher, wie diese Mannschaft reagiert, wenn sie mal in Rückstand gerät.

[Polen wäre] leichter gewesen. Angetrieben vom eigenen Publikum hätten die nach vorne gespielt und dann hätten wir Platz gehabt. Aber so wird das wieder eine einzige Anrennerei, bei der du trotzdem nicht den Fehler begehen darfst, zu weit aufzurücken. Das wird wieder ein Geduldsspiel.

Durchaus die Politik im Blick hat das ZAG, wenn es schreibt:

ich hab sowas von kein bock auf das griechenlandspiel. das wird von vorne bis hinten politisch aufgeladen. alle werden uns – mal wieder – hassen. und die griechen werden spielen, als ginge es um ihr leben. geht es ja auch.

ich wär ja selber für die griechen wäre ich nicht für uns.

so sehr ich mutti mag, ich hoffe sie bleibt dem spiel fern. käme sie, würde das die griechen bis zur apokalypse motivieren, und das ganze verkäme zu so ner spartacus-nummer.

italien im halbfinale wird ein spaziergang dagegen.

Das wird also alles sehr spannend.

Wenn wir es gegen diese Abwehrarmee aus Griechenland schaffen weiterzukommen, kann Italien und Spanien auf uns warten. Wir müssen also unsere Νέμεσις besiegen, um den Pott in den Abendhimmel von Kiew zu recken. Immer weiter, immer weiter.

Lars Bender wirkte gestern auf der Pressekonkerenz (PK muß nicht immer „Pressekonferenz heißen“) sehr souverän, sehr, ich hasse den Ausdruck, aber er ist halt so passend, auch wenn es FDP-Deutsch ist, sehr pfiffig seine Antwort, was er habe, dass Boateng nicht besitze: Ein Tor mehr. Chapeau!

Es wird sehr nervenaufreibend am Freitagabend, gegen die Blauen aus Chelsea Griechenland.

BILD erklärt Bumm-Bumm-Boris-Bender.

Gegen Jogi hilft KEIN Rettungsschirm.

Magath: Mit Typen wie Klose und Reus gegen die Griechen!

Warum Deutschland Europameister wird.

Gruppensieger Deutschland: Jetzt geht’s um den Titel!

Fußball 2.0: Diese Twitterin hängt Jogi Löw an den Lippen:

 Über Twitter verbreitet sie unter dem Namen @EinAugenschmaus und dem Hashtag #Ableseservice, was auf dem Feld und am Spielfeldrand gesprochen wird – sofern es denn zu sehen ist. Aus den stummen Trainerschreien wird dann plötzlich ein „Ey los!“, ein „Hoch Lukas!“ oder ein „Scheiße, Mensch!“

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Er wird Lokomotivführer in Moskau, der Slaven Bilic.“ (Béla Réthy)

Dafür müßte man ihn dem Humorgerichtshof in Den Haag überstellen.

„Der deutsche Schiri pfeift für die Spanier. Jetzt hab‘ ich alles gesehen.“ (ZAG)

Kurzkommentar zur Leistung von Wolfgang „Appeasement“ Stark.

Erkenntnisse:

Katrin Müller-Hohenstein weiß, dass Knippi a) Stadionsprecher bei Borussia Mönchengladbach ist und tat das auch gestern in ihrer Sendung kund und b) ein neue Video produzierte:

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Leserresonanz:

Fehlanzeige.