EURO2012-Tagebuch (24)

[Viertelfinale]

22.06.2012:

Deutschland – Griechenland (20:45 Uhr – Danzig – ZDF)

Durchatmen. Und die leichte Angst vor heute Abend. Spiegel online wollte mir Anfang der Woche Mut machen:

Löws Team hat in der Vorrunde überzeugt. Es hat nicht überragt. Gerade in der Offensive sind Wünsche offen geblieben, die Spiele wurden knapp gewonnen. Glanz war selten. Aber das spricht eher für die Mannschaft als gegen sie. Es spricht dafür, dass hier ein gereiftes, erwachsenes Team am Werk ist. Wissend um die Schwere der Aufgabe, wissend auch, das man nicht alle Kräfte in einer Hurra-Vorrunde vergeuden darf. Jetzt kommen die K.o.-Spiele, jetzt gilt es. (…)

Neun Punkte aus drei Partien – das ist keiner anderen Mannschaft gelungen. Das können selbst die Spanier nicht mehr schaffen.

Das war gestern. Jetzt gilt es. K.O.-Begegnungen. Gegen Chelsea 2.0 3.1. So ist es ja auch – das alles -die drei Siege- zählt heute gegen die menschliche Wand aus Griechenland nicht mehr. Keinen Deut. Beseelt vom Geist des großen Otto Rehhagels werden sie heute mit Sturm-Manndecker, Angriffsverteidiger und Offensiv-Libero spielen. Und mit doppelter Manndeckung für Özil, hallenhandballesk Beton anrühren und mit dem Modell Chelsea zum Erfolg kommen wollen.

Wir brauchen Geduld gegen Hellas London. Männer mit Ideen. Kein Tiki-Taka. Und einen festen Glauben.

Sturm, Drang & Aufklärung ballert die Altphilosophen diesmal aus dem Turnier!

Der gestrige Spieltag:

Tschechien – Portugal 0:0 (0:0)

Bei der Aufwärmübung der Schiedsrichter wusste der Reporter des Spiels mit einer launigen Bemerkung zu gefallen: „Ein Niederländer ist also doch im Viertelfinale!“ Regen in Warschau: Das Geläuf sah schon zu Beginn aus wie nach einer Fußballabstiegskampfsaison der Borussia aus Mönchengladbach.

UEFA-Kameraschwenk durch das Rund, man fing ein selbst gemaltes Plakat am Rande ein: „Ronaldo, here I am„. Hach, herrlich, so verliebte elfjährige Jungs. Der Raketen-Countdown zu Beginn: Gentrifizierter Tennis-Mumpitz!

Tschechien zu Beginn nach vorne erfrischend offensiv und ernst meinend, die Portugiesen aufmerksam, aber zu Beginn zu sehr auf C-3PO fokussiert. Eine unterhaltungsarme erste Halbzeit. Obschon der Schmierlapp‘ zwei gute Szenen hatte, von der eine am tschechischen Pfosten landete.

Nach dem Wiederanpfiff kamen die Portugiesen mit viel Elan aus der Kabine, hatten zwei gute Möglichkeiten und waren hernach drückend überlegen. Die Tschechen stellten den Spielbetrieb faktisch ein und in der 79. Minute musste Ronaldos Frisur empfindlich leiden.

Pomade verdient im Halbfinale, weil von Robotnik in der zweiten Hälfte nichts mehr kam.

Und der iberophile Thünnwardt Tünnenson kennt ja gar keine Scham mehr und stellt zu dem „Renner-Ohne-Nüsse-Aber-Lustigem-Druiden-Outfit“ vor der Geschichte fest:

[C-3PO, HS] hat sein Land im Alleingang zwei Runden weitergebracht. Ich finde [C-3PO, HS]-Bashing langweilig und uncool, was für Girlandenmenschen. Der spielt seit 10 Jahren Profifussball, hat sich mit 18 in der Premier League durchgesetzt, vorher bei Sporting Lissabon hat der in einem Jahr U16, U17, Reserve und Profimannschaft gespielt. Klar haben seine Posen was lächerliches, aber trotzdem hat er Substanz. Vielleicht braucht er diesen ganzen Übersteigerkram ja, damit ihm nicht langweilig wird, was weiss ich. Auf jeden Fall ist mit denen ab sofort zu rechnen. Schließlich ist Portugal schon da, wo wir heute abend erstmal hinkommen müssen. [Das ist zur] Veröffentlichung freigegeben.

Uff, beinharter Tobak. Da denkt man, seine Freunde zu kennen – und dann diese Enttäuschung! Ronaldo steht für alles, was falsch am modernen Fußball ist. Aber so sind halt Menschen, die sich für „schönen Fußball“ interessieren. Ich interessiere mich heute Abend nur für ERFOLGREICHEN. Wenn der dann noch schön ist, dann ist es halt so. Vor allem das Erreichen des Halbfinales ist „schön“.

Warum Deutschland Europameister wird.

Studentische Fußball-Analyse:  Jogi, wir rechnen dir die Griechen aus.

Wir siegen mit der Chelsea-Taktik“.

Fußball wird zum Hoffnungsschimmer für Griechen.

Löw warnt vor Griechenlands Überlebenskünstlern.

So bricht Jogi den Griechen-Beton.

[Martialisch & boulevardesk:] Löw fordert Killer-Instinkt von seinen Spielern.

Griechen-Zottel: Georgios Samaras liebt Schuhcreme in den Haaren.

Gelb für Nietzsche.

Kommentatoren-Voting: Gelbe Karte für Bela Rethy.

Dank Löw – Frauen sind mehr als hübsches Beiwerk.

Kahn im Interview: Mehr Mut, Jogi!

Friedrich nennt Hetze gegen Özil „widerwärtig“.

Toni Kroos bleibt in Mecker-Laune.

Neuer selbstbewusst: „Ich brauche keinen Zettel im Stutzen“.

Deutschland braucht kein Tiki-Taka!

Team-Check vor dem Viertelfinale: Deutschland holt den Titel.

Besser Merkel als Khedira auf der Tribüne.

Franz Josef Wagner schreibt an Angela Merkel.

[Meta-Fußball] „Merkel ist die größte Bedrohung für die Welt„.

Das britische Magazin „NewStatesman“ zeigt die Kanzlerin als Terminator und beschreibt sie als gefährlichsten Staatslenker Europas. Tenor: Die Kanzlerin schaut tatenlos zu, wie Athen brennt.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Den Mann mit dem gepflegten Haupthaar müssen wir ihnen nicht vorstellen, der teuerste Zweibeiner der Welt, 94 Millionen: Ronaldo.“ (Oliver Schmidt)

Erkenntnisse:

Ich darf davon ausgehen, dass  Béla Réthy gestern in Köln war, denn es zog ein Riesenunwetter auf und der Junge zieht die ja bekanntermassen an…

Leserresonanz:

< + + + + + update + + + + >

Das heutige Erscheinen von Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wird vom Ronaldoliebchen geschätzten Thünn Tünnenson wie folgt kommentiert:

Mutti hat angeordnet, dass sie in Rom 2 Stunden eher anfangen, damit sie noch zum Fuppes kann. Das könnte auch von einem Bundekanzler Schomberg kommen. Wagi jedenfalls mit bizarrer Liebeserklärung.

< + + + + + /update + + + + > 

 

EURO2012-Tagebuch (23)

[Viertelfinale]

21.06.2012:

Tschechien – Portugal (20:45 Uhr – Warschau – ZDF)

Hmmmh, schwierig, hier eine Prognose abzugeben. Die Portugiesen rund um C-3PO haben sicherlich die stärkeren Einzelspieler, aber Tschechien hat gezeigt, dass sie – mit Fortune und Geschlossenheit – mithalten können. Und sie haben zwei frühe Tore gegen die blaue Abwehrwand von der Akropolis geschossen. Das muss man erst mal schaffen. Da können sich auch unsere Jungs eine Scheibe abschneiden.

Die Tendenz: Portugal kommt weiter und sehr wahrscheinlich sehen wir ein rein iberisches Halbfinale. Die große Unbekannte: Der Eingriff der UEFA in Form von Schieds-, Linien- und Torrichtern.

Der gestrige Tag:


11Freunde: Die Tops und Flops der EM-Vorrunde.

Uefa schickt Schiedsrichter Stark nach Hause.

Hochspannung – warum die EM die bessere WM ist!

Herausgeforderte Stars, taktische Innovationen, Spiele auf des Messers Schneide – eigentlich könnte alles so bleiben. Darf es aber nicht. Ab 2016 werden 24 Teams an der EM teilnehmen. Die Uefa verspricht sich davon noch größere Einnahmen. Fußballerisch dürfte es aber zu einer Verwässerung kommen. Wohl letztmals lässt sich 2012 das Zwischenfazit ziehen: Die EM ist die bessere WM.

Die größten Schiedsrichter-Fehler der Geschichte.

Im Blickpunkt: Erinnerungen an Birmingham.

DFB-Gegner Griechenland: „Es riecht nach 2004“.

Merkel sitzt gegen Griechenland auf der Tribüne.

Sollte unser Team in Ihrer Anwesenheit verlieren, ist Frau Dr. Merkel nicht nur als Nationalmannschafts-Glücksbringer untragbar geworden. 😉

Schwache DFB-Standards: Wehmütige Erinnerungen an Ballacks Freistoßhammer. Dort heißt es:

Ballacks Gewaltschuss, der Deutschland damals den Einzug ins EM-Viertelfinale bescherte, ist bis heute das letzte Freistoßtor eines deutschen Nationalspielers, seither hat es kein Spieler mehr geschafft, einen Freistoß für Deutschland für einen Treffer zu nutzen.

Nach Twitter-Skandal: Özil wehrt sich gegen Internet-Hetze.

Julia Schramm, Bundesvorstandsmitglied der Piraten-Partei bezeichnetet die Twitter-Nachricht als „rassistische Kackscheiße„.

Das ist fantastisch! Die Stellungnahme gefällt dem ZAG & mir ausgesprochen gut. Ausgesprochen gut. Für etwas mehr Tourette & Meinungsstärke in der Politik.

Fußballprofessor Mario Basler tippt das morgige Spiel auf dem Netto-Blog 3:0 für Deutschland„.

Löws Männer sind abgezockt genug für den Titel.

… fiel das hohe Aggressionspotenzial und der hohe Grad der Alkoholisierung einiger Gäste auf.

Mensch, Michael Ballack!

Borussia Mönchengladbach – EM-Tourist: Neue Erfahrung für Reus.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Die spanische Spielweise ist ein auslaufendes Modell.“ (Thomas Sauerwald)

Erkenntnisse:

Interessant! Die Süddeutsche.de scheint meine Beobachtungen mittlerweile zu teilen! Sie schreibt im Beitrag „Und der Torrichter tat nichts„:

Nicht gegebene Elfmeter, nicht gegebene Tore: Die zahlreichen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter bei der EM sind ärgerlich – und werfen Fragen auf. Peinliche Zufälle oder steckt viel mehr dahinter? Ein Turnier mit Spaniern, Engländern und Deutschen im Viertelfinale ist schließlich viel attraktiver als eines mit Dänen, Ukrainern und Kroaten.

[…]

Doch wenn so viele Zufälle zusammenpassen, fällt der Blick rasch auf die Organisation dahinter. Die manipuliert fleißig am telegenen Gesamtbild herum, nun hat der Uefa-Chef offiziell Hunderte „Arschlöcher“ in Kroatiens rüden Fankreisen lokalisiert. Bei so robustem Umgang mit Europas größtem TV-Spektakel läge auch ein Motiv für diskrete Regieassistenz von oben nicht fern. Ein Turnier mit Spaniern und Deutschen ist viel attraktiver für Fans, Sponsoren und TV-Quoten als eines mit Dänen und Kroaten. So kam’s ja auch.

Leserresonanz Humorverbrechen:

Als Resonanz auf die gestrige Ausgabe schrieb Michael Delvos a.a.O.:

EURO2012-Tagebuch (22)

[Viertelfinale]

20.06.2012:

Endlich mal ein spielfreier Tag. Uff. Durchatmen. Gottseidank. Ein Privatleben!

Man könnte heute Abend mal wieder durchs Veedel flanieren Ja, das wird eine sehr aufgeladene Angelegenheit am Freitag. Vielleicht ist es wirklich besser, wenn Mutti Frau Dr. Merkel wegbleibt, um nicht noch das viel zitierte Öl ins Feuer zu gießen. Gott, wird das spannend, selbst Thünn Tünnenson hat ein wenig Muffensauen:

Erstmal dem frechen Griechen die Flötentöne beibringen! Mir wird jetzt schon blümerant. 60. Minute, es steht nullnull, die kommen das erste mal in Überzahl nach vorne…

Ich antwortete meinungsstark:

Blümeranz, mein Gesäß!

3. Minute: Erlösungstor für Supermüller, 20. min. Gigaözil mit einer IDEE gegen die chelseaesken Hallenhandballer mit ihrer 10-0-Verteidigung und batsch: 2:0. Dann treten die doch nur noch, die Limitiertos.

Der Replik entnahm ich, dass das Kommando Klettenberg mit dieser Vision durchaus leben könnte:

Das ist nun wahrlich nicht das Turnier der frühen Tore, Dein Wort in Gottes Ohr!

Das wär uns auch mal zu gönnen: 20 Minuten Anspannung und Aufregung, dann 70 Minuten entspanntes Auftrinken in Tateinheit mit fußballfachlicher Belehrung der Elendsbohème & Girlandenmenschen, gerne auch humorig.

So sei es. Denn ich teile diese Meinung hier rückhaltlos:

Özil und Müller bereiten mehr als die Hälfte aller deutschen Tore vor. Und dabei ist Müllers Quasi-Assist beim 1:0 gegen Dänemark noch gar nicht gezählt, weil sein Querpass aus Versehen Gomez’ Hacke gestreift hatte. Fazit: Ich will und brauche keine Müller-Debatte. Schon gar nicht vor dem wichtigen Viertelfinale am Freitag gegen Griechenland.

Ich möchte mal wieder Müller-Tore bejubeln. Und dann wird der Löw-Plan umgesetzt: EURO-Austritt für Griechenlands Fußballnationalmannschaft!

Wir gucken das K.O.-Spiel morgen in der „temporären Außenstelle des EM-Studios Kalk“ (TADESK), und da es ein „PrivateScreening“ ist, ist jeder Teilnehmer (m/w) völlig frei in der Wahl seiner Garderobe. Man kann als Girlandenmensch kommen. Und es wird auf jeden Fall im Wohnzimmer nicht gezündelt! Man kann sich auch in zivil vor den Fernseher setzen. Im Stadion ist diese Freiheit bei großen Turnieren scheinbar nicht mehr gegeben.

Denn irgendwann kommt die Zeit, in der man sich per se verdächtig macht, wenn man nicht albern kostümiert und bemalt zu Fußball-Welt- und Europameisterschaften ins Stadion geht. Wenn man nur ein Trikot und einen Schal, aber keinen „Gaucklerhut„, Osterhasenohren schwarz-rot-gold oder den „Deutschland Overall Jumpsuit M 50 Junggesellenabschied EM 2012 Ganzkörperbody“ trägt, gilt man doch dann direkt als „Gewalttäter Sport„! Obwohl, wie das ZAG so richtig bemerkte:

Besser „Gewalttäter Sport“ als „Gewalttäter Geschmack“.

Zumindest die Girlandenmenschen, die ich in Deutz auf dem Weg zur ARENA sehe, erinnern auch mich an die

Klientel, die seit der Einführung des Privatfernsehens in so Urlaubsdokus immer in der Gruppe in die Kamera schreit auf Mallorca. Dabei tragen sie alberne Kopfbedeckungen aus Sangriastrohhalmen und T-Shirts, auf denen „F***en, Kotzen, Saufen“ steht. (Thünn T.)

denn

(…) diesen Gestalten ist alles gleich, ob Malle, DSDS oder die wunderbare Deutsche Fußballnationalmannschaft. (ZAG)

Einigen sind die Girlandenmenschen jedoch total egal. Sie kritisieren lediglich das Girlandenmenschenbashing und finden es unangemessen:

Die auf »Eventfans« schimpfen und sich für die besseren, die wahren Fans halten, nur weil sie sich auch abseits von Großveranstaltungen für Fußball interessieren – wie arrogant ist das denn bitte?

Da bin ich völlig tolerant: Mir ist das alles total egal.  Ich will von links bis partynational einfach in Ruhe gelassen werden, im vuvuzelafreien Raum agieren und ohne Schminke und alberner Kopfbedeckung meine herrliche, junge Nationalmannschaft anfeuern.

Deal? 

Der gestrige Spieltag:

England – Ukraine 1:0 (0:0)

Der Mankunier mit der Frank-Sinatra-Gedenkfrisur durfte wieder mitwirken. Und machte das Spiel, wie das ZAG es so treffend nennt, „dümmer„. Gänsehaut bei der englischen Hymne. Hatte ich auch lang nicht mehr. England in den ersten 20 Minuten grottoid. Alle Resthaarträger auf dem Platz waren gegen Rooney. Zum Ende der 1. Halbzeit der Kurzdialog: „Was lachst Du?“ „Ich hab‘ über die Fehlpässe gekichert.“

Mit Beginn der zweiten Halbzeit profitiert der nordengliche Intellektuelle Rooney per Haarteil von einem Torwartfehler durch die „Unwucht des Balles“. 1:0. Dabei sollte es skandalöserweie auch bleiben. Der Könner mit dem Fiffi hatte noch die ein oder andere Möglichkeit, bald hieß es: „Die engländischen Fans bejubeln das wunderbare 1:0 von Satan Ibrahimovic.“ England wurde für das nicht gegebene Tor beim WM-Achtelfinale entschädigt und ein kristallklares Tor der Co-Gastgeber nicht gegeben. Denn: „Der Ball war einen Meter im Tor.“ (Oleg Blochin) Emo-Karussel Fußball. Das Niveau der Partie war dergestalt, dass man Italien jetzt schon zum Halbfinaleinzug gratulieren darf. Und der zweite Co-Gastgeber ebenfalls in der Vorrunde ausgeschieden ist. Ich hoffe, dass bleibt die letzte Parallele zu 2008. 😉

Schweden – Frankreich 2:0 (0:0)

Die Schweden ließen sich nicht hängen, sie sind halt keine Iro-Niederländer, und erzielten per Seitzieher Ibrahimovic das traumschöne 1:0. Kurz vor Schluss das 2:0 für die Schweden. Frankreich lethargisch & enttäuschend. Eine leichte Beute für Pipi-Kaka Tici-Taca.

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Rooney und Tor-Skandal sorgen für Aus der Ukraine.

Der „Torklau von Donezk“ erbost die Ukraine.

EM-Skandal rettet England.

[Meta-Fußball]: Die traurigen Augen Englands.

Frankreich verliert und kommt weiter.

Arschlöcher“ – Platini beschimpft kroatische Fans!

Was nicht ins Weltbild der Uefa passt.

Fehlentscheidungen bei der EM: Peinliche Zufälle? Gewiss, mag sein

Viertelfinale komplett: Jetzt geht die EM erst richtig los!

Gegen Jogi hilft KEIN Rettungsschirm!

Jogis geheime Schlachtpläne.

Löw: „Ich erwarte eine Özil-Explosion!

Demut vs. Drecksau.

Scholli piesacken!

Bengalo-Irrsinn: Kein Public-Viewing mehr IN der Arena.

Hitlergruß beim „Rudelgucken“.

Wenn uns ein Dschungelkönig die Griechen erklärt.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Der Ball war einen Meter im Tor.“ (Oleg Blochin)

„Oleg Blochin ist ein Freak.“ (Reinhold Beckmann).

Erkenntnisse:

Bei SWR Late-Night auf einsfestival wurde am 19.06.2012 mit einem „Schnecken-Orakel“ aufgewartet. Billig und höchst kleptokreativ! Wenn ich da an „Weini, die WM-Schnecke“ aus dem Jahr 2010 denke:

Weini, die #WM-Schnecke ist erwacht! Ein Zeichen. Es wird ein 4:1-Sieg! #ger 4 – #aus 1 #orakel http://www.twitpic.com/1wg4lv

Weini, die #WM-Schnecke, stärkt sich nach dem anstregenden Spiel #ger #gha http://twitpic.com/1zfpj0

Ich befürchte, heute müssen wir OHNE die Hilfe von #Weini, der WM-Schnecke siegen…. http://www.twitpic.com/21zfwh

#Weini, die WM-Schnecke ist wach, aber konzentriert! #ger 2 – #esp 1. Sieg! http://twitpic.com/2391yu

Naja, man hat es nicht leicht als Redakteur, sich ständig neue Themen & Dinge auszudenken.

Leserresonanz:

Fehlanzeige.

EURO2012-Tagebuch (21)

[Vorrunde]

19.06.2012:

Endgland – Ukraine (20:45 Uhr – Donezk – ARD)

Schweden – Frankreich (20:45 Uhr – Kiew – ARD)

Seit England Siegtreffer mit der Hacke schießt, ist einfach alles möglich. Die Engländer waren für mich vor dem Turnier klarer Gruppendritter und Ausscheider – jetzt können sie durchaus ins Viertelfinale kommen. Und dafür sorgen, dass es analog zum letzten Turnier, zum Vorrundenaus beider Gastgeberländer kommt. Die Franzosen werden sich die Zähne an den Schweden ausbeißen, denn Schweden sind bekanntermaßen keine Niederländer.

Der gestrige Spieltag:

Kroatien – Spanien 0:1 (0:0)

Spanien ideenlos gegen gut aufgelegte Kroaten, die genau so unangenehm zu spielen waren, wie von mir prognostiziert. Wolle Stark verweigerte den Kroaten einen kristallklaren Elfmeter in der ersten Halbzeit. Zugespitzt formuliert:

Dann wäre das ein anderes Spiel geworden. Aber es gibt ja keinen Konjunktiv im Fußball. Leider. Das Auswärtstrikot der Spanier ist genauso under-earthy unterirdisch wie das Awayleibchen der Engländer. Raktic verballert die beste Chance mit einem Sabotage-Kopfball aus drei Metern. In der 88. Minute machen die Tiki-Taka-Verbrecher das 1:0. Völlig unverdient und höchst handverdächtig. Danke für den Eingriff ins Turnier, Herr Stark!

<verschwoerungstheorie>Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass Spanien per Dekret unschlagbar ist. Die Platini-Dekrete? </verschwoerungstheorie>

Italien – Irland 2:0 (1:0)

Ein Tweet aus Kalk, der alles in sich vereint & aussagt:

Ein tolles 2:0 von Balotelli kurz vor Spielende. Wie man von diesem Spiel hörte, so reichte Italien eine durchschnittliche Leistung, um als Gruppenzweiter ins Viertelfinale zu kommen. In Köln führte es zu uninspiriert vorgetragenen Hupkonzerten; vermutlich um die Erwartungshaltung an italienische Fußballfreunde zu bedienen.

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Cassano und Balotelli schießen Italien ins Viertelfinale.

Cassano köpft Italien weiter.

Spanien zittert sich zum Gruppensieg.

Kroatien kritisiert nach Niederlage Schiedsrichter Stark.

Der Freitag wirft seine Schatten voraus. Das Viertelfinale löst im engsten Kreise dieses Blogs, im Inner Circle, „Bäuchleingrimmen“ aus. Während ich wieder zur normalen Testspielmemme mutiere und Angst vor dem Ausscheiden habe, formuliert Thünnwardt Tünnenson es wie folgt:

Wenn das schiefgeht….diese Schande!

Ich bin mir übrigens nicht sicher, wie diese Mannschaft reagiert, wenn sie mal in Rückstand gerät.

[Polen wäre] leichter gewesen. Angetrieben vom eigenen Publikum hätten die nach vorne gespielt und dann hätten wir Platz gehabt. Aber so wird das wieder eine einzige Anrennerei, bei der du trotzdem nicht den Fehler begehen darfst, zu weit aufzurücken. Das wird wieder ein Geduldsspiel.

Durchaus die Politik im Blick hat das ZAG, wenn es schreibt:

ich hab sowas von kein bock auf das griechenlandspiel. das wird von vorne bis hinten politisch aufgeladen. alle werden uns – mal wieder – hassen. und die griechen werden spielen, als ginge es um ihr leben. geht es ja auch.

ich wär ja selber für die griechen wäre ich nicht für uns.

so sehr ich mutti mag, ich hoffe sie bleibt dem spiel fern. käme sie, würde das die griechen bis zur apokalypse motivieren, und das ganze verkäme zu so ner spartacus-nummer.

italien im halbfinale wird ein spaziergang dagegen.

Das wird also alles sehr spannend.

Wenn wir es gegen diese Abwehrarmee aus Griechenland schaffen weiterzukommen, kann Italien und Spanien auf uns warten. Wir müssen also unsere Νέμεσις besiegen, um den Pott in den Abendhimmel von Kiew zu recken. Immer weiter, immer weiter.

Lars Bender wirkte gestern auf der Pressekonkerenz (PK muß nicht immer „Pressekonferenz heißen“) sehr souverän, sehr, ich hasse den Ausdruck, aber er ist halt so passend, auch wenn es FDP-Deutsch ist, sehr pfiffig seine Antwort, was er habe, dass Boateng nicht besitze: Ein Tor mehr. Chapeau!

Es wird sehr nervenaufreibend am Freitagabend, gegen die Blauen aus Chelsea Griechenland.

BILD erklärt Bumm-Bumm-Boris-Bender.

Gegen Jogi hilft KEIN Rettungsschirm.

Magath: Mit Typen wie Klose und Reus gegen die Griechen!

Warum Deutschland Europameister wird.

Gruppensieger Deutschland: Jetzt geht’s um den Titel!

Fußball 2.0: Diese Twitterin hängt Jogi Löw an den Lippen:

 Über Twitter verbreitet sie unter dem Namen @EinAugenschmaus und dem Hashtag #Ableseservice, was auf dem Feld und am Spielfeldrand gesprochen wird – sofern es denn zu sehen ist. Aus den stummen Trainerschreien wird dann plötzlich ein „Ey los!“, ein „Hoch Lukas!“ oder ein „Scheiße, Mensch!“

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Er wird Lokomotivführer in Moskau, der Slaven Bilic.“ (Béla Réthy)

Dafür müßte man ihn dem Humorgerichtshof in Den Haag überstellen.

„Der deutsche Schiri pfeift für die Spanier. Jetzt hab‘ ich alles gesehen.“ (ZAG)

Kurzkommentar zur Leistung von Wolfgang „Appeasement“ Stark.

Erkenntnisse:

Katrin Müller-Hohenstein weiß, dass Knippi a) Stadionsprecher bei Borussia Mönchengladbach ist und tat das auch gestern in ihrer Sendung kund und b) ein neue Video produzierte:

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Leserresonanz:

Fehlanzeige.

EURO2012-Tagebuch (20)

[Vorrunde]

18.06.2012:

Kroatien – Spanien (20:45 Uhr – Donezk – ZDF)

Italien – Irland (20:45 Uhr – Posen – ZDF)

Kroatien gegen Spanien ist für mich eine Wundertüte, da kann einiges passieren. Die rechnerisch schon ausgeschiedenen Iren werden die Italiener ärgern, aber dennoch mit null Punkten nach Hause fahren. Hauptsache, sie haben die Lieder schön.

Der gestrige Spieltag:

Portugal – Niederlande 2:1 (1:1)

Die Niederländer mit 15 Stürmern und Offensivspielern schaffen es nicht, die Portugiesen um den gegelten Schmierlappen zu schlagen. In der Tradition der Franzosen scheitert der Vize-Weltmeister in der Vorrunde mit null Punkten.

Dänemark – Deutschland 1:2 (1:1)

Wie schrieb blogsatz.de gestern so schwach im Glauben:

Damit ist auch der zweite Gruppenfavorit wegen des verlorenen direkten Vergleichs draußen. So langsam wird mir diese EURO unheimlich. Ich hoffe, dass uns nicht auch morgen der Sudden Death gegen Dänemark erwischt…

Nicht mit uns! Obwohl: Bevor ich „Smørrebrød, Smørrebrød røm, pøm, pøm, pøm!“ sang, war es ein hartes Stück Arbeit, dieses „Achtelfinale“. Oder poiniterter: Zitter! Bibber! Weiter!  Immer weiter. Ehrlicherweise muß ich sagen: Ich war in der 75. bis 80. Minute auch schwach im Glauben.

Dabei fing es so gut an. Die Stimmung: Aufgeräumt und siegessicher, ich fußballewiggestrig: Das Foul und das Handspiel von 1992 von mir unvergessen. 11.000 Awaysupporter. Das 100. Spiel für Lukas Podolski. Es war alles angerichtet für ein Fußballfest. Kurz noch gekalauert:

Thünnwardt Tünnenson: „Der Schiedsrichter ist dafür bekannt, dass er schnell zieht!“

Ich entgegnete: „Ist er Revolverheld?“

… und dann konnte es losgehen. Müller in der 4 oder 5. Minute wie Gomez 2008 in Wien. Unser Team drückend überlegen und Lukas Podolski macht sich selbst das größte Geschenk zum 100. Spiel. Eckball. Der zweite. Ich habe kein gutes Gefühl. Das 1:1 mit Ansage. Es sah gut aus, was die Deutschen in der ersten Halbzeit spielten, sie hätten nur ein Tor mehr machen müssen.

In der Pause Anatomiekurs mit Mehmet Scholl: „Rumpf, Arme, Beine.“ Und Gefasele von der 2. und 3. Etage. Dann zooooooooooooooooooooooooooog sich das Spiel wie Kaugummi und meine Kernkompetenz war gefragt: „Geduld“. Ab der 65 Minute wurde ich ganz still. Schwach im Glauben. Die Niederländer schienen sich für ein Weiterkommen nicht zu interessieren und die Portugiesen rund um Schmierlapp C-3PO führten 2:1. Ein Tor der Dänen und es wäre unschön geworden.

Doch dann griff der Held des Abends ein: Vom eigenen Fünfmeterraum loslaufend, netzte er zum 2:1 ein und ich beschallte Kalk mit der Spontaninterpretation eines bekannten Pop-Gassenhauers: „Lars Bender, I gave you my heart, but the very next day, you gave it away!

Per E-Mail kam derweil Fundamentalkritik aus Hessisch-Lichtenau:

wir waren komplett überlegen, und trotzdem kurz vor dem ausscheiden. wann hat der jogi denen denn verboten, aufs tor zu schießen? das war ja heute brasilianoid zum erbrechen. den ball ins tor tragen.

am ende dann das klassische deutsche konterspiel, das die welt fürchtet.

wenn jogi gegen den griechen wieder gomez bringt, ist ihm nicht mehr zu helfen. das war heute arbeitsverweigerung, [er, HS] glaubt mittlerweile [seinen] eigenen hype. und, da bleibe ich bei, unser spiel ist so viel dümmer mit ihm. (…)

so holen wir den titel.

Denn: So ein Spiel musst Du auch erst einmal gewinnnen! Ich kenne etwa 10 Nationen bei diesem Turnier, die keinen Dreier gegen Dänemark geholt hätten. Was mir Sorgen bereitet, ist die Verfassung von Özil und Müller. Özil wurde in Manndeckung genommen, so was habe ich seit den Mittachtzigern nicht mehr gesehen, er war bis auf einen genialischen Diagonalpass in Halbzeit 1 praktisch wirkungslos und das werden die anderen Teams auch gesehen haben. Wie soll das erst gegen die Handballabwehr von Griechenland werden? Die menschliche Wand aus Athen hat sich den gestrigen Kick sicherlich auch angeschaut. Und Müller: Müller denkt zu viel. Die Leichtigkeit von 2010 ist unwiederbringbar verloren. Das, was Lars Bender gestern so unnachahmlich unter Beweis stellte, im jovialen O-Ton „Scholli“: „Er denkt nicht, er läuft„, und „Da denkt man nicht lange nach und haut das Ding rein„, geht Müller derzeit ab.

Ich wiederhole mich: Was für ein hartes Stück Arbeit! Das wird am Freitag in Danzig nicht einfacher. Aber wer in dieser Gruppe 9 (!) Punkte holt, ist keine Kirmestruppe. Und kann weit kommen. Sehr interessant waren die Interviews mit den Spielern und Prof. Dr. Löw. nach dem Spiel. Sehr zurückhaltend, sehr auf den Punkt, konzentriert, ich empfange Signale, dass sie einen klaren Plan haben. Und dieser soll an 01.07.2012 nach Kiew führen.

Mund abputze. Im Viertelfinale geht es also gegen die Griechen.

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Auch so ein 1:0 vom Weltgeist, ausgerechnet Griechenland. Solche Geschichten schreibt wirklich nur der Fußball:

Das Duell Deutschland gegen Griechenland hat auch politische Brisanz: Hunderttausende Griechen sind wegen der monatelangen Euro-Krise und der anhaltenden Kritik an dem südeuropäischen Land sauer auf die deutsche Regierung.

Wir spielen also – so martialisch es klingen mag – gegen ein ganzes Volk. In Danzig. Da könnte sich Frau Dr. Merkel mal wieder auf der Ehrentribüne blicken lassen. Mutti könnte am Freitag, ganz im europäischen Sinne und betont deeskalierend, dem griechischen Premier verstohlen einen Hunderter zustecken und sagen „Tu’s Dir weg, Jong!

Wir haben dreimal gezittert – jetzt müssen wir die Favoritenrolle gegen Griechenland annehmen. Es ist noch ein langer und nervenzehrender Weg nach Kiew. Aber dann ist es halt so.

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Erfolg gegen Dänemark: Drittes Spiel, dritter Sieg – ab ins Viertelfinale!

Löws Wechselglück.

Bumm, Bumm, Bender!

Viertelfinale! Griechenland kann kommen.

Wer so dreckig siegt, kann Europameister werden!

Presseschau I.

Presseschau II.

Presschau III.

Ronaldo schießt Oranje aus dem Turnier.

Oranje trägt Schwarz.

Van Marwijks Zukunft nach EM-Debakel unklar.

Warum nicht mal ein Jan?

Das Martyrium des Gockels.

Zitate des gestrigen Spieltags:

Erkenntnisse:

Ich finde die Grüne Jugend in Fußballzusammenhängen in etwa so gut wie die Girlandenmenschen, die nach ’nem gewonnenen Zweikampf die Straße hupend verstopfen. Egal: Ostköln zeigt Flagge.

Die Sion-Brauerei hat jetzt eine 0,25l-Kölschflasche auf den Markt geworfen. Was ist denn das für ’n Kappes? Oder ist das für die Pubertierendenszene unter den Girlandenmenschen? „In der ersten Halbzeit Deutschland-Dänemark habe ich zehn Flaschen Bier getrunken…“

Falsch!

Leserresonanz:

Folgender Beitrag erreichte mich gestern aus Schottland:

Ich hab es gut. Ich lebe in einem Land ohne Girlandenmenschen. Jedenfalls solange ich vermeide mit zusammengewuerfelten, bildungsbürgerlichen und dementsprechend mehrheitlich fussballignoranten Expat-Communities Spiele zu gucken (….) Im schottischen Durchschnittpub versammeln sich bei den Spielen äusserst fussballsachverständige, englandhassende, überraschend häufig deutschlandwertschätzende, italiener- und spanierverachtende Trinker. Die gucken EM weil sie Fussball mögen und verstehen, obwohl sie nie einen Titel gewinnen werden und selbst bei Aufstockung auf 24 Mannschaften nur eine Aussenseiterchance haben ihr eigenes Land drei Niederlagen lang anzufeuern.

Wir müssen uns den Verfasser dieser Zeilen als glücklichen Menschen vorstellen. Wir wurden gestern aus der Kalker Ernstmeinereckkneipe mit diesen Audiogranaten bestrichen:

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Vielleicht hat die „Grüne Jugend“ ja doch nicht so unrecht?

 

 

EURO2012-Tagebuch (19)

[Vorrunde]

17.06.2012:

Portugal – Niederlande (20:45 Uhr – Charkiw – ARD)

Dänemark – Deutschland (20:45 Uhr – Lemberg – ARD)

Da ist auch nach 20 Jahren noch ’ne Rechnung offen. Zumindest in meiner Welt, als Dänemark unverdient und mit einem Foul- und einem Handspiel das Finale gewann. Die Printausgabe der BILD Köln schreibt am Freitag über Girlandentum in Köln und den Torjubel,  wirres, „wissenschaftliches“ Zeug:

„Dabei wird im Gehirn Dopamin ausgeschüttet, das sorgt für Freude, Genuss und Befriedigung. Spielszenen, wie das erste Gomez-Tor prägen sich durch Noradrenalin und Cortisol im Emotionszentrum ein.“

Das scheint mir zu positiv belegt. Bei mir haben sich Tore von Burruchaga 1986 und andere Unglücksfälle eingeprägt. Und ich nenne es nicht „Noradrenalin und Cortisol“ sondern KINDHEITSTRAUMA. Das gleiche gilt für das Foul und das Handspiel, das den beiden dänischen Treffern vor 20 Jahren vorausging. Auch diese sind ungesühnt. Heute haben wir also die Gelegenheit, mal den niederländischen Nachbarn zu helfen. Mit einem Sieg, wenn sie Ronaldos Racker zeitgleich mit zwei Toren Unterschied schlagen. Das Bizarre an Gruppe B: Wir können auch noch ausscheiden. Aber wie sagte schon ein Kindheitsidol von mir und derzeitiges Präsidiumsmitglied des 1. Fußballclub Köln vor zwei Tagen im sogenannten „Morgenmagazin“:

Deshalb erspare ich euch auch die Optionen und Möglichkeiten, wie wir trotz zweier Siege rausfliegen und die Niederlage Niederlande trotz nur eines Sieges weiterkäme und, und, und. Fakt ist: Alle Mannschaften in der Gruppe können noch weiterkommen, alle können noch ausscheiden. Die beste Voraussetzung hat unsere herrliche, junge Nationalmannschaft, die schon mit einem Unentschieden nicht mehr von Platz 1 zu verdrängen ist. Und dann – vor der EM-Quartier-Haustür – das Viertelfinale im schönen Danzig spielen kann. Genau deshalb interessieren mich alle anderen Optionen einfach nicht. Deutschland ist nicht Russland. Und Portugal ist Griechenland – wenn überhaupt – nur unter finanziellen Aspekten.

So beruhigend es für mich (und viele Millionen andere) gewesen wäre, hätte Mats Hummels seinen Ausflug in den niederländischen Strafraum Mitte der Woche mit dem 3:0 abgeschlossen, so sinnhaft ist es für den weiteren Verlauf des Turniers, dass dies mißlang. Dann wäre er endgültig überzeugt, er könne über Wasser gehen und es wäre ein Mangel an Demut, der sich in unsere Abwehrreihen breit machen könnte…

Doch es gibt Visionäre, die das alles schon voraussahen:

Hermann Gerland, der Talentschmied des FC Bayern, hat schon vor einigen Jahren gesagt, dass seine beiden Schützlinge aus der Jugend, Holger Badstuber und Mats Hummels, irgendwann das Innenverteidiger-Duo der Nationalmannschaft bilden würden. „Damals bin ich ausgelacht worden„, sagte Gerland. Seit Samstag lacht keiner mehr. Vor allem nicht Per Mertesacker.

Einige, die jetzt noch lachen, werden bald… aber lassen wir das. Heute sollte man den dritten Schritt von derer sechs machen. Auf das wir erfreuliche, von mir aus auch von der UEFA gefilterte Bilder am späten Abend des 01.07.2012 sehen.

 Aus „Holland“ wird an diesem Spieltag Hoffland:

„Jetzt muss ich etwas machen, was ich in meinem Leben noch nie gemacht habe: Deutschland die Daumen drücken.“ (Khalid Boulahrouz)

… heute Abend gegen 22.40 Uhr…

Der gestrige Spieltag:

Tschechien – Polen 1:0 (0:0)

Der erste Co-Gastgeber ist rausgeflogen. Durch den Sieg ist Tschechien Gruppenerster – nicht schlecht für ein Team, das mit einer 4:1-Klatsche ins Turnier startet. Nun ist Polen doch verloren. Drama, Baby!

Griechenland – Russland 1:0 (1:0)

Der Geist der Lehre von Otto Rehhagel wabert noch immer durch die griechischen Köpfe. Und sie schlagen die – von mir ohnehin als überschätzt angesehenen – Russen und werfen sie aus dem Turnier. Fußball kann einfach sein. Im Viertelfinale ist für sie aber Schluss. Egal gegen wen – zu 95 Prozent aber gegen uns.  Denn gegen diese Knallerverteidigung werden wir Miro Klose bringen. Dann gilt es: Mutti für die ganzen Schmähungen rächen!

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Drama für Gastgeber Polen – Vorrunden-Aus bei EM.

Polen nach dem EM-Aus: „Es ist einfach so traurig“.

Griechenland beschwört das Euro-Wunder.

Russlands EM-Aus: „Es ist eine Schande“.

Jogi, noch viermal tanzen bis zum Titel!

DFB-Team gegen Dänemark: Bahn frei für die Reserve.

Fragen und Antworten zu Deutschland vs. Dänemark: Die Angst spielt mit.

Mesut Özil: „Deutschland ist jetzt wie Real Madrid„.

Kroos kritisiert Mitspieler und stichelt gegen Löw.

100. Länderspiel für Podolski: Der Abtaucher.

Super deutsch!

Wie Deutsche in Namibia die EM verfolgen.

Die EM im Fernsehen: Die Regie spielt falsch!

Ein Trauerspiel. Das Propaganda-Fernsehen der Uefa.

Ronaldo – Beleidigte Leberwurst statt Superstar.

Niederlande vor EM-Aus: Die Diven sollen Oranje retten.

„Sie können ruhig deutsch mit mir reden, ich bin Österreicher“.

Die schönsten Frisuren dieser EM!

Zitate des gestrigen Spieltags:

[offtopic; Kategorie Metafußball]

Wahnsinn. Du könntest der erste Schmuckeremit mit Twitteraccount werden. Wie schade, dass wir keinen englischen Landschaftsgarten besitzen. Ich würde Dir sofort ein Angebot machen. (Thünnwardt Tünnenson)

Erkenntnisse:

Früher wurde nicht so viel von „Schnittstellen“ in der Abwehr gesprochen. Wie hieß das denn dereinst? „Raum zwischen den beiden Innenverteidigern„?

Leserresonanz:

Fehlanzeige.

Modeverbrechen:

Ein T-Shirt aus Kunstrasen. Das ist Endzeit!

EURO2012-Tagebuch (18)

[Vorrunde]

16.06.2012:

Tschechien – Polen (20:45 Uhr – Breslau – ZDF)

Griechenland – Russland (20:45 Uhr – Warschau – ZDF)

Im ersten Spiel ist meinerseits KEINE Prognose möglich, da ist einfach alles drin. Vielleicht mit einem kleinen, klitzekleinen Vorteil für den Co-Gastgeber, haben sie doch die Möglichkeit, es besser zu machen als die Gastgeber der letzten EM und das Viertelfinale in Danzig zu erreichen. Tschechien ist für mich nach den ersten beiden Begegnungen nicht auszurechen.

Bei Griechenland gegen Russland kann noch eine Überraschung möglich sein: Wenn sie die ersten fünf Minuten des Spiels nicht verschlafen, können sie die Russen ärgern. Läuft alles wie erwartet, werden die Nichtbefolger der heiligen Lehre von Otto Rehhagel ohne Sieg nach Hause fahren.

Und falls es bei Tschechien versus Polen knapp wird, im Kampf um Platz zwei, hier die Vorgehensweise bei Punkt- und Torgleichheit:

1. Höhere Anzahl Punkte im direkten Vergleich;
2. Bessere Tordifferenz im direkten Vergleich (bei mehr als zwei punktgleichen Mannschaften);
3. Höhere Anzahl der erzielten Tore im direkten Vergleich (bei mehr als zwei punktgleichen Mannschaften);
4. Wenn nur zwei Mannschaften nach der Anwendung der Kriterien 1) bis 3) auf mehr als zwei Mannschaften immer noch denselben Platz belegen, entscheidet das Ergebnis zwischen den beiden Mannschaften.
5. Bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen;
6. Höhere Anzahl der erzielten Tore in allen Gruppenspielen;
7. Höherer UEFA-Koeffizient zur Auslosung der Gruppenphase;
8. Besseres Fairplay-Verhalten während der Endrunde;
9. Losentscheid

Nicht erwähnt wird Punkt 0: Das Wort und die Hand Michel Platinis. 😉

Der gestrige Spieltag:

Ukraine – Frankreich 0:2 (0:0)

Fritz-Walter-Wetter wird im Becken nicht goutiert. Heute nennt man das „1:0 Petrus„, „Wolkenpfostenbruch“ oder „Platzsturmwind“! Egal. Ich danke „Hirngabel“ für den Liveticker, der mich à jour hielt, ansonsten gilt: Wetterkapriolen und ein französischer Doppelschlag – der Geheim-Geheimfavorit hält sich jetzt für einen Geheimfavoriten. Und hat seit 2006 endlich auch mal ein Turnierspiel gewinnen können.

Schweden – England 2:3 (0:1)

Gestern stellte das ZAG die richtigen Fragen zum Spiel:

„Erleben wir heute endlich das englische Waterloo? Und wann wird‘s mal wieder richtig Sommer?“

Das war also die Begegnung „Schwer tätowierte Schweden & der Mann mit den Prinzessin Lillifee-Schuhen“ gegen Superendland. Ähem: -egerland. Quatsch: England. One Prize. Two Countries. Three Lions.

Alles anders als erwartet, alles anders als getippt! Das 2:3 macht ein Engländer (!) mit der Hacke (!).  Ja, sind denn jetzt alle verrückt geworden?!? Ein munterer Kick in Halbzeit zwei. Die Schweden sind ausgeschieden. Und bei einem Spieler der Engländer musste ich die ganze Zeit an meinen alten Kumpel Lieutenant Commander Worf denken. Ferner gilt es über die Farbgebung & den Schnitt der englischen Trikots zu diskutieren. Das schmälert jedoch die englische Leistung nicht für zwei Cent und das hier ist ja nicht die BUNTE. Können sie – laut Tableau – eigentlich schon wieder gegen Portugal im Elfmeterschießen ausscheiden?! 

P.S.: Ich habe mich lange gefragt, warum ich 2006 ausgerechnet diese Zaunfahne photographierte – aber so langsam fällt es mir wieder ein…

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Frankreich gewinnt Regenpartie von Donezk.

EM-Gastgeber Ukraine: Der Fluch von Donezk.

Der EM-Gastgeber trauert und zittert.

Welbecks Hackentor zerstört Schwedens Traum.

Ein Hackenwischer für die Geschichtsbücher.

Ratsherr lobt polnische Hooligans.

Die russischen Hooligans wollen Rache„.

Traum oder Trauma: Polen hat sein Schicksal „selbst in der Hand“.

Bastian Schweinsteiger: Kampf und Schmerzen.

Gomez auf dem Weg zum Euro-König.

Gut ins Turnier gestartet: Löw-Elf auf Kurs.

Außer Form – Magath sorgt sich um Podolski.

Als Klub wäre Deutschland der 1. FC Köln„. Gottseidank können wir nicht im „klassischen Sinne“ absteigen…

Dauergrinsen und lahmes Publikum – ZDF setzt EM-Studio auf Usedom in den Sand.

Bewegtbilder: Oliver Kahns erster Tweet.

Transkription: Oli Kahns erstes Mal

Mario Gomez großer Facebook-Gewinner.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Es geht hier nicht um Mario Gomez oder noch weniger um Mehmet Scholl, es geht um Deutschland.“ (Mario Gomez)

„Bombo und Thünn. 70 Jahre Stadionerfahrung gegen das Girlandentum.“ (Thünnwardt Tünnenson)

Erkenntnisse:

Keine.

Leserresonanz, meinungsstark:

größter witz des turniers mal wieder die iren, mannschaft wie fans. mit dieser „dabeisein ist alles-mentalität“ werden die immer in der vorrunde scheiern. aber hauptsache weinerliche lieder über kartoffelfäule singen und schön voll, und dann ab unter den europäischen rettungsschirm. (ZAG, Hessisch-Lichtenau)

Der Verfasser dieses Blogs macht sich diese Meinung nicht zu eigen, musste aber ob der Meinungsstärke doch schmunzeln.

EURO2012-Tagebuch (17)

[Vorrunde]

15.06.2012:

Ukraine – Frankreich (18:00 Uhr – Donezk – ZDF)

Schweden – England (20:45 Uhr – Kiew – ARD)

Im ersten Spiel muss Frankreich unter Beweis stellen, dass sie zurecht als Geheim-Geheimfavorit gehandelt werden, obwohl (nicht nur) Ribery gegen England total ideenlos war und die Ukraine auf einer Welle der Euphorie schwimmt. Da ist von ’nem 4:0-Sieg für Les Blöds bis zu einer knappen Niederlage: Alles drin.

Die zweite Begegnung wird spannend. Das Ding geht auch nicht unentschieden aus, wie 2006. England wittert mit seiner Benny-Hill-Truppe eine kleine Chance fürs Viertelfinale, die schwer tätowierten Schweden müssen gewinnen. Das könnte für den neutralen Betrachter ein schönes Spiel werden. Könnte.

Der gestrige Spieltag:

Italien – Kroatien 1:1 (1:0)

Italien geht mit einem Freistoß in Führung. Dann der tiefe und verstörende Schock: Matthäus und Beckmann. Zusammen. Vor. Der. Kamera. Dann das 1:1 und erneut Bengalos aus dem kroatischen Block, die „Herren des Weltbildes“ konnten wieder mal den Wind nicht beherrschen. Ein gerechtes Remis. Italien kann zum 6. Mal nicht den Angstgegner besiegen. Deutlich schwächerer Auftritt der Squadra Azzurra als gegen Spanien. Und die Kroaten bleiben ein sehr unangenehmer Gegner.  Für jeden.

Das Spiel in a nutshell: „Warum nimmt er ihm den Ball vom Fuß? Italien übernimmt die Abwehrarbeit für Kroatien.“ (Steffen Simon)

Spanien – Irland 4:0 (1:0)

Spanien in der Erscheingungsform Torres mit einem Blitzstart nach 4 Minuten. Der Rest der ersten Halbzeit hatte was von Trolle und Igel. Mit einem 1:0 wurden die Seiten gewechselt. Die zweite Halbzeit in einem Satz:Das sieht aus, als wären da mindestens fünf Spanier mehr auf dem Platz als Iren.“ (Anja Sauerwald). Die Iren fußballerisch limitiert, aber mit Herz. Was noch auffiel: Fabregas hatte die Haare ganz anders als gegen Italien.

Der steinige Weg nach Polen hat in einer Sackgasse für die grünen Jungs geendet. Aber sie waren wenigstens das amüsante & sangesstarke Momentum dieser Europameisterschaft. Bisher.

Die grünen Jungs begrüßten vor neun Tagen launig ihre Inselfreunde („One Prize, Two Countries, Three Lions!“):

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Sie sorgten ohnehin gestern Abend – positiv besetzt – für Fußballkultur:

You’re only sing when your winning!Das kann man den irischen Anhängern nun wirklich nicht vorwerfen. Es erinnerte mich sehr an die zweite Halbzeit in Nürnberg 2000, als klar war, dass wir nicht mehr aufsteigen, und eine halbe Stunde lang aus 20.000 mönchengladbacher Kehlen „You’ll never walk alone“ durch das Stadionrund hallte.

Die irischen Fans mit einem Dauergesang, der zeigte, dass trotz aller Rückzugsgefechte der Fußballkultur und manipulierter Bilder der UEFA – der ein oder andere Anhänger noch weiß, dass nicht nur die verkleideten Girlandenmenschen allein Stimmung  im Stadion machen…

Oder wie es der Inhaber des EM-Studios Kalk a.a.O. so pathetisch formulierte:

Welch ein Moment, der sich einbrennt in unsere Herzen. Wir sitzen und weinen, leiden, fühlen und lieben mit. Stimmen und Worte, die sich einbrennen in unser Herz. Eine Nation, ein Volk singt und wir schweben mit, gleiten empor, gleichsam als wären wir sie, ein gemeinsamer Körper, gemeinsame Stimme, gemeinsames Leid, getragen von den Worten und dem Gesang, schwanengleich…

Verbeugung vor Tom Bartels, der diesen Moment nicht zerstörte…

Dem ist absolut nichts mehr hinzuzufügen. Außer: Danke, Irland!

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Chiellinis Aussetzer kostet Italien den Sieg.

Spanien triumphiert über chancenlose Iren.

Was für eine verrückte EM bisher! Wie formulierte Christian Heimanns so treffend a.a.O.:

Angreifende Italiener und einfallslose, knochenharte Holländer. Nachdem die anderen mit einigem Staunen die Verwandlung der deutschen Nationalmannschaft betrachtet haben, sind sie jetzt selber dran, wobei die limitierten Engländer die alten Klischees noch stützen.

Fast 25 Jahre lang hatten die Holländer Mannschaften zum fürchten. In fast der ganzen Zeit hätten sie nach Belieben Frikandel aus jeder deutschen Auswahl machen können und was war ich neidisch auf deren Auswahl an Stürmern. Die Produktion ist ja immer noch nicht schlecht. Aber da sind keine Rijkaards, Koemans oder Stams mehr, die ganzen hinteren sechs taugen mehr zum Rugby; Kirmesboxer van Bommel muss mit 35 den Laden dicht halten und kriegt zur Halbzeit seine internationale Laufbahn von Özil beendet.

Was hab ich mir 2 Jahrzehnte lang gewünscht, mit denen auf einer Höhe zu sein. Jetzt sieht es so aus, als ob der europäische Fußball ein paar Jahre lang ohne die holländische Inspiration auskommen muss.

Dem ist überschaubar viel hinzuzufügen.

Danke Jogi, ich bin geheilt!

Schweinsteiger: Die Rückkehr des Führungsspielers.

(…) Deutschland ist nicht nur physische Kraft, Energie, dunkle Symphonie.“ Hat der „Corriere dello Sport“ die WM 2010 ver- oder durchschlafen?!

Wagner: „Lieber Mario Gomez, (…) Was für ein Doppelgänger spielte da?„:

Er ist wie ein Pferd, das glaubt, ein Vogel zu sein. Beim Holland-Spiel haben wir den Vogel Gomez kennengelernt. Ein Pferd, das fliegen kann, einen Stuhl, der tanzen kann.

Die „Herren des Weltbildes (II)“: Die Balljungen-Fälschung!

Zitat des gestrigen Spieltags:

„Warum ist eigentlich der Lahm Kapitän, und nicht der Schweinsteiger?“ (Anja Sauerwald)

Erkenntnisse:

Ich glaube, wenn „Herr Scholl“ den Opdenhövel nochmal „Opdi“ nennt, rufe ich bei der UN an & und lasse ihn abholen! Das ist eine bodenlose Menschenrechtsverletzung.

EURO2012-Tagebuch (16)

[Vorrunde]

14.06.2012:

Italien – Kroatien (18:00 Uhr – Posen – ARD)

Spanien – Irland (20:45 Uhr – Danzig – ARD)

Das erste Spiel wird sehr, sehr spannend: Kann Italien die gute Leistung gegen Spanien wiederholen oder werden sie wieder einmal gegen Kroatien verlieren? In der zweiten Begegnung hoffe ich nur, dass der Rasen schön stumpf trocken ist.

Ein sehr „interessantes“ Bild erreichte mich gestern über einen mir bekannten Alt-Möchengladbacher, der mit seinem Tross unsere herrliche, junge Nationalmannschaft beim Spiel Deutschland vs. Portugal unterstützte und heute Abend der Begegnung Italien vs. Kroatien beiwohnt:

Bildunterschrift:

Thank god our restroom has „All inclusive“ status as well 🙂 #Euro 2012 Wroclaw/Breslau

Ansonsten dreht sich diese Ausgabe natürlich um den 2:1-Sieg unserer herrlichen, jungen Nationalmannschaft gegen die Niederlande!

Der gestrige Spieltag:

Dänemark – Portugal 2:3 (1:2)

Ronaldo kann gar nichts! Und im Gegensatz zur vorherschenden Meinung finde ich: Er hat die Haare nicht schön. Das Vorspiel zum Straßenfeger hatte ich anders getippt.

Niederlande – Deutschland 1:2 (0:2)

Jaaaaaaaaaa!

Auf dem Weg nach Hause verstopften PublicViewing-Wesen & Girlandenmenschen Deutz & verzögerten entscheidend den Weg zum Rundfunkempfänger. Wie ich aus Berlin hörte, teilten dieses Schicksal auch Erwerbstätige (sic!) in Berlin. Nachdem man sich also ins Veedel durchgekämpft hatte, folgte die:

Deutschland-Premiere im EM-Studio Kalk:

Platzreservierung im EM-Studio Kalk – Girlandenmaterialien als Handtuch.

Platzreservierung im EM-Studio Kalk – Girlandenmaterialien als Handtuch.

Eingedenk der großen Begegnungen gegen die LNiederlande konnte ich eine gewisse Grundanspannung nicht leugnen. Hier gilt auch vor dem Spiel mein Fazit, das ich nach dem Portugal-Spiel zog.  Kurz vor dem Spiel wurde mir siedendheiß klar: Nein, wir werden heute nicht in den großartigen, grünen Auswärtstrikots antreten, die Niederländer spielen ja in orange, da können wir durchaus in weiß antreten; ansonsten sähe das ja auf dem Platz aus wie ein Treffen der Fruchtgummischnullerarmeen! Auch war ich sehr überrascht, dass Orange auf den Tribünen so deutlich besser vertreten war, als unsere Anhängerschaft. Dafür haben wir lauter gesungen.

Vorher distribuierte ich via Twitter die Aufstellung des Spiels unter Berücksichtigung der größtmöglichen Quellenkritik:

Thünnwardt Tünnenson & ich paraphrasierten noch kurz vor den Nationalhymnen individuelle Fehler der Turniere 2002 (Kahn) und 2010 (Kroos).

Nervös war ich auch. Wir wurden vom Inhaber des Kalker EM-Studios aufgefordert, uns ruhig zu verhalten und Wortbeiträge, die nichts mit dem Spiel gegen die Niederlande zu tun haben, per Handzeichen zu melden. Eigentlich ein ungeheurer Affront gegenüber zwei Menschen, die zusammen auf 73 Jahre Live-Fußballerfahrung im Stadion verfügen. „Ja, ja, aber Borussia Mönchengladbach“.

Darüber wird nach dem 01.07.2012 auch noch einmal zu sprechen sein!

Robben wirkte bei seiner Hymne sehr angespannt. Ich auch. Bilder der deutschen VIPs auf der Tribüne & die die Frage aufwarfen: Seit wann sieht Matthias Sammer eigentlich aus wie Lex Luthor?!

Und dann folgte die 24. Minute… jaaaaa, ich hab‘ immer an ihn geglaubt: Clark Kent Gomez mit dem wunderschönen 1:0 nach genialischem Schweinsteiger-Pass. Es folgten Zermürbungstacklings im Mittelfeld. Das 2:0 und ich wurde spielerwertschätzungsmäßig wieder recht flexibel:

Na, könnt‘ ihr Euch noch daran erinnern, wie ich vor dem Turnier sagte „Ohne Gomez wird das nichts?!“

Die Niederländer in der zweiten Halbzeit mit „Alles oder nichts.“ Und gefühlten 10 Stürmern, aber Urkel und die Unsrigen blieben – zumeist – souverän, auch der Mann mit dem Jochbein aus Titan: Badstuber. Kurz zeigten noch zwei grüne Europaabgeordnete Plakate in Charkiw, in denen es um „so Menschenrechte“ ging; Mats Hummels verpasste es leider, das sooooo beruhigende 3:0 zu markieren.

Kurz der Gedankenblitz: Der Robben braucht doch ’n Elfer, um zu treffen. Dann zeigte Boateng, als „Selbstopferkommando Urkel!“, das er bereit ist, alles im Spiel zu geben. Das 2:1 der Niederländer durch van Persie schwächte noch einmal kurz meinen Glauben, aber Deutschland brachte das Ding locker nach Hause.

Was bleibt: Die Ballkontakte 6 und 12 von Herrn Gomez waren recht erfreulich. Löw, der Mann, der gerne auch mal ukrainische Balljungen foppt, hatte wieder einmal einen guten Riecher mit seinem Beharren auf Gomez, Müller denkt zu viel und ist form- und kopfschwach, Özil und Podolski, der Profi mit Profil, schlecht. Hier könnte ich mir auf links auch mal den Sportsfreund Schürrle vorstellen. Und – ganz ohne Vereinsbrille – Reus auf rechts. Egal. Im Viertelfinale. Mit einem Unentschieden gegen Dänemark sind wir auf jeden Fall im Gruppenerster. Vielleicht macht Gomez dann den Ball mit Superpuste rein?!

Und dann geht es ins schöne Danzig. Immer weiter. Immer weiter.

Alles in allem: „Ein strukturiertes, hochseriöses Spiel.“ (Bela Rethy)

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Pressestimmen zum DFB-Sieg: „Gomez hat eine saftlose Orange ausgequetscht„.

Danke, Gomez!

Geil, geiler, Gomez!

Das war super, Mario!

Gigant Gomez bezwingt Niederlande.

Was sagen Sie nun zu Gomez, Herr Scholl?

Schweinsteiger macht’s schön, Gomez effektiv.

Ganz große Chance auf den Titel„.

Dial-a-Cliche: „Hoffe, dass keine Schwulen in der Mannschaft sind„.

Der Hass des Hooligan Maciej.

Leitfaden für Fußball-Klugscheißer!

Wir waren live am Fernseher dabei, als Oliver Kahn, mit Hilfe der „ZDF-eigene[n] Internet-Maus, die laut Müller-Hohenstein mal ‚Jeannine‘ und mal ‚Jeanette‘ heißt„, seinen ersten Tweet verfasste:

Zitate des gestrigen Spieltags:

Aber Bela Réthy muss dringend weg. Seine Poschmannisierung schreitet so gnadenlos voran, sie entwickelt sich zu einer ernsthaften Gefahr für den einfachen Fernsehzuschauer. (Thoralf Reise)

Erkenntnisse:

Badstubers Jochbein ist härter als Chuck Norris!

Leserresonanz:

./.

EURO2012-Tagebuch (15)

[Vorrunde]

13.06.2012:

Dänemark – Portugal (18:00 Uhr – Lemberg – ZDF)

Niederlande – Deutschland (20:45 Uhr – Charkiw – ZDF)

Dänemark gegen Portugal, Rehhagel 2.0 gegen die C-3POs. Hatte ich 2:1 für Dänemark getippt. Kann aber auch anders ausgehen.

Niederländer, die nicht aus der Region Holland stammen, hegen meist eine gewisse Abneigung gegenüber der Bezeichnung Holland für die Niederlande und Holländer für den Niederländer.

Niederlande gegen Deutschland. Wir werden zum ersten Mal in den Genuss der großartigen grünen Auswärtstrikots kommen. Weil ich nicht so viel Kleingeld fürs Phrasenschwein dabei habe, sparen ich mir das Gefasel vom „vorweggenommenen Endspiel„, nein, ich hoffe darauf, dass sich Geschichte wiederholt und man sich – analog zu Tschechien 1996 – erneut im Finale begegnet. Ansonsten hat Götz Widmann zu dieser Begegnung alles gesagt!

Kurzer Ausblick auf Mario Gomez:

Ich bin mal sehr gespannt, ob sich Mehmet Scholl wieder Sorgen um Mario Gomez machen muss. Am Samstag war es schon sehr heikel:

„Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wundgelegen hat, dass man ihn wenden muss! Es war zwischenzeitlich wirklich extrem.“

Meinungsstark! Aber mit Meinungsstärke steht Sportsfreund Scholl nicht alleine! Auch in meinem Nahumfeld wurde der Einsatz von Mario Gomez intensiv diskutiert:

„Mittwoch würd ich erstmal den Gomez schön auf die Bank setzen. Wir sind so viel freier und kreativer ohne ihn, dafür mit Supermiro. Ich finde diesen Gomez so entsetzlich, alles an ihm. Siegtor hin oder her. Ohne ihn hätten wir fünfnull gewonnen, machen wir uns doch nichts vor.“

„Aaagggrhh!!!! Da kam so wenig vom Mittelfeld, da hätte Dein Supermiro auch verloren da vorne rumgehangen. Unfassbar deutsch! Der Junge rettet uns den A…. und alle hacken auf ihm rum, sowas kriegt nur dieses Sch….land hin. Da kann man ja glatt zum Italiener werden!“

„Weil sie alle gelähmt waren, gehemmt von der Präsenz dieses hüftsteifen Antifußballers Gomez. Mit Miro hätten sie so viel befreiter aufgespielt und den üblichen deutschen Zauberfußball gespielt, für den die Welt uns so liebt und fürchtet.

Ich gebe allerdings gerne zu daß ich den Gomez noch nach ’nem Hattrick im siegreichen Finale verabscheuen würde.“

„[Heute] Abend ist von der Konstellation her alles bereitet, um Geschichte zu schreiben. Als Anhänger des schönen Fussballs wünsche ich mir ein 4:3, Siegtor durch Gomez (89. Fallrückzieher). Danach wird er nach Hause geschickt.“

Zwei Männer, zwei Meinungen. Hauptsache, wir machen heute Abend ein Tor mehr als die Niederländer.

Zur Einstimmung ein zeitgeschichtliches Dokument in Bewegtbildern:

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Mit einem 2:1 könnte ich am späten Abend des Mittwochs sehr gut leben.

Auch „Knippi“ scheint sich auf die heutige Begegnung zu freuen:

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Der DFB auf Facebook & Twitpic:

Wiederholungen sind meistens langweilig. Aber eine Wiederholung von 2011 wäre nicht schlecht, oder? Deutschland gegen Holland: Das Beste am Anfang.  Splitter zum EM-Vorrundenspiel gegen die Niederlande & hier findet ihr ständig aktuelle Bilder der Deutschen Nationalmannschaft.

…und FJ Wagner scheint vorgeblich auf Linie

Liebe Holländer, verzeiht, dass ich mit einem Witz beginne. Was macht ein Holländer, wenn er gegen Deutschland gewinnt? Er schaltet die Playstation ab.

…um dann fortzufahren:

Mein Herz sagt, dass Holland nicht ausscheiden soll. Holland ist toll. In der Bundesliga spielen so viele Holländer. Robben, Huntelaar. Ich wünsche mir ein Unentschieden, ich will nicht, dass die Holländer rausfliegen.

Ich finde, JETZT ist der Mann endgültig untragbar geworden!

Ansonsten noch der Hinweis für niederländische Modefans:

Nederlanders die op het allerlaatste moment nog de wedstrijd tegen Duitsland willen bijwonen kunnen spotgoedkoop aan kaartjes komen. Dat schrijft het AD vandaag.
Tientallen Oranjefans zien een reis naar Oekraïne niet zitten en dumpen hun entreekaarten op internet. Normaal kosten tickets in de poulefase van het EK tussen de 30 en 120 euro, maar nu gaan ook de duurdere plekken al van de hand voor slechts een paar tientjes.
Door het verlies van het Nederlands elftal tegen Denemarken hoeft de reis voor veel voetbalfans niet meer zo nodig.
Übersetzung: „Durch die Niederlage der holländischen Elf gegen Dänemark ist die Reise für viele Fans nicht mehr so nötig.
Obwohl ich mich vielleicht ein bisschen bedeckt halten sollte, man munkelt, die Anzahl der deutschen Resttickets sei im vierstelligen Bereich… der Schwarzmarktpreis liegt übrigens mittlerweile bei unter 20 € pro Karte. Das liegt sicherlich auch an der famosen Preispolitk der ukrainischen Hoteliers! Erwarte heute eine ausgeglichene Anhängerschaft beim Spiel in Charkiw.
[Schnitt]
Und heute erleben wir dann endlich die Deutschlandpremiere beim PrivateViewing im EM-Studio Kalk. Wer Rudelgucken in Kalk generell spannend findet, der findet [hier] ein paar Möglichkeiten.

Der gestrige Spieltag [komprimiert hier]:

Griechenland – Tschechien 1:2 (0:2)

Das war karge Fußballkost zum Genießen. Zumindest zu Beginn: Frühe Führung der Tschechen nach 2 Minuten, die in der 5. Minute auf 2:0 ausgebaut wurde. Scheinbar hat man in Griechenland die heilige Lehre von Otto Rehhagel vergessen

Nach dem Wiederanpfiff ein Cech-ischer Patzer, der unmittelbar, sofort, zum, hüstel, Anschluss führte. Dies unterstrich, das er einfach zu viele englische Torhüter im Nahumfeld hat. Danach wollen, aber nicht können. Habe nach dem Einstellen des Fußballspielens durch Tschechien Bücher sortiert.

Polen – Russland 1:1 (0:1)

Vor dem Spiel ein Marsch von 5.000 russischen Anhänger zum Nationalfeiertag, Ausschreitungen und Jagdszenen in Warschau. Ein Spiel mit einer gewissen Brisanz. Auf dem Platz, bis auf das Pfeifkonzert der Polen, nichts davon zu merken. Die Russen wieder mit ihren „Akademisches Corps Russia“-Trikots.

Nach einem Standard in der 36. Minute fiel das 1:0 für Russland per Kopf. Mit diesem Ergebnis und dem Wissen „Jeszcze Polska nie zginęła“ ging es zum Pausentee.

Die Russen vertändeln leichtfertig gute Möglichkeiten und dann macht Kuba Herr Blasikowski Blaszczykowski das 1:1. Nette & packende Begegnung in der zwoten Halbzeit, engagierte Polen erden überschätzte Russen. Kurz vor Schluss die Frage des Moderators bei einer polnischen Chance: „Was will er mit dem Fuß da anrichten?„, er meinte wohl, er habe den Ball mit dem Kopf ausrichten müssen.

Was sonst noch passierte / Presseschau:

DFB-Elf vor Oranje-Spiel: Löws heikles Personalpuzzle.

Mark van Bommel kämpft um die Familienehre.

Roel Brouwers: „Hoffen – oder Koffer packen„.

Ausgerechnet heute: Kanzlerin Merkel mit Oranje-Blazer!

104 Zentimeter Topmodel-Beine im Tross des DFB: Aber ohne photographieren! 

„Mario Klose“ & Der Insel-Irrsinn der Mainzelmännchen.

Noch einmal zum enervierenden Logo dieser EM. Die „Blumen des Bösen“ sind schon nicht schön, aber noch schlimmer ist diese Bitburger-Werbung: „Wenn aus einer kleinen Bewegung ein Ruck durch Deutschland geht.“ Und da regen sie sich über Kamingespräche und Stahlhelme auf… (Der Dank für den Hinweis geht ans ZAG).

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Man sollte mich nicht zum Tippspiel einladen, wenn ich [wenig, HS] darum gebe.“ (Eicke Frohwein)

„Diese griechische Mannschaft ist ein Mysterium des Fußballs.“ (Reinhold Beckmann)

„Erster Trend dieses Turniers: Wenn es 1:1 steht, kannst du schon 20 Minuten vor Schluss das Ergebnis in die Wandtabelle eintragen.“ (Carl-Albert F. Heller)

Erkenntnisse: