Am Heumarkt unseres herrlichen Köln’s!

Eigentlich lockt so ein „Doofen-Apostroph“ keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor. Aber wenn es dann noch so „Siebziger“ daherkommt und sich am Heumarkt unseres herrlichen Köln’s befindet – ja dann ist es eine Veröffentlichung wert.


Oder was meint Ihr?

EURO2012-Tagebuch (2)

[Vor der Vorrunde]

31.05.2012:

Auch das Testspiel gegen Israel konnte ich nicht live am Rundfunkempfänger verfolgen, eingedenk der Begegnung gegen die Schweiz kein gutes Omen, wurde doch der Ernstfall geprobt: Mit den Abwehrkirmesjungs der Bayern (Urkel & Stuby), aber ohne Schweini. Gegen 20.45 Uhr erfolgte dann die Durchsage von Moderatorin Sabine Putzler beim 7. Kalker Kunstrasen:

„Es steht null zu null gegen Israel“.

Mein Zwischenruf:

Die Kirmesabwehr hält.

Gegenzwischenruf:

Noch.

EM-Euphorie ist irgendwie anders. Nach dem ersten Künstlerblock dann die beruhigende (?) Ansage von Frau Putzelig:

„1:0, Mario Gomez.

Mein Reinruf mit 200 Phon:

Clark Kent!

Das Spiel endete dann 2:0 und die einzige Erkenntnis, die ich ohne Bilder und weitere Infos gewann: Wir können also noch zu null hinten spielen. Wenngleich nicht gegen einen Gegner von Weltrang. Ich ließ mich zu der Aussage hinreißen, dass ich, so wir den Europameistertitel holen, beim nächsten Kalker Kunstrasen am 20.09.2012 mit einem neunminütigen „Kopfstromrasen“ des Finales – einem Transkript meines radikalen inneren Monologs beim Finale – und konsequenter Anprangerung des Blutdopings auftreten werde. Wir werden es sehen… Aber als Europameister kann man sich auch mal zum Affen machen, oder?

*

In 8 Tagen geht es also endlich los. Heute Morgen fand ich, auf der Suche nach interessanten Notizen aus der schrecklichen Zeit zwischen zwei Turnieren, doch eigentlich ist das Turnier nie vorbei, heute Morgen also fand ich noch eine großartige Prognose-E-Mail aus dem September 2010, die ich Ihnen & euch keinesfalls vorenthalten darf. Ebenso wenig wie einen „aufgehobenen“ Blogbeitrag aus der Zeit.

Also, die zweite Bürgerpflicht ist es, zur Erbauung & Hebung der Moral alte E-Mails erneut zu sichten:

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Thünnwardt Tünnenson [mailto: thuennwardt@tuennenson.de]
An: ZAG; Praktikant
Gesendet: Mittwoch, 1. September 2010 12:47
Betreff: DIESMAL KRIEGEN WIR SIE!!!

Reus auf Schweinsteiger ….herrlicher Doppelpass, kläglicher Versuch einer Abseitsfalle durch die Spanier, heute sind sie nur im Reklamieren gut….jetzt muss es schnell gehen..ooooh, fantastisch gemacht von Reus, Herrmann an der Strafraumgrenze…Jaaaaa!!!…Tor für Deutschland!!!!!…. Das ist unglaublich!!!….wie abgebrüht ist dieser Junge!!!!!…. keine Reaktion von Casillas!!!!… drei zu null für Deutschland!!!! … das ist die endgültige Entscheidung… der deutsche Tempo-Express ist durch nichts und niemanden bei dieser EM zu stoppen… das ist jetzt amtlich, meine Damen und Herren!!!!

Es wäre sehr erquicklich, käme es denn so. Doch immer noch hängt das Damoklesschwert Kirmesabwehr über meinem Kopf und trübt den Glauben ein. Lieber fliege ich achtkant in der Vorrunde raus, als das es wieder so ein Schönspiel-Alesia wird wie 2010. Oder wie es in einem alten, von mir abgelegten Blogbeitrag so richtig + treffend hieß:

Ich fasse es mal kurz: Deutschland muss aufpassen, nicht die Anna Kournikova des Weltfußballs zu werden.

Und da bin ich dann irgendwie am Ende auch bei Karl-Heinz Förster, der mit dem rumpeligsten aller deutschen Fußballstile in den 80ern zweimal im WM-Finale stand. Und das muss diese Mannschaft erst noch mal leisten. Ich traue es ihr zu, aber sie darf nicht zu selbstgefällig werden, weil sie ja ach so multikulti und ja so schön anzusehenden Fußball spielt. Der Verzicht auf einen Empfang am Brandenburger Tor ist deswegen ein guter Schritt.

Ich hoffe sehr, Jogi Löw findet heute Abend im Spiel gegen Israel weitere Erkenntnisse auf dem Weg zur stabilen Abwehr.

Noch 8 Tage…

EURO2012-Tagebuch

[Vor der Vorrunde]

30.05.2012:

In 9 Tagen geht’s also los. Nach dem WM-Tagebuch 2006 und der Begleitung der Turniere 2008 und 2010 a.a.O., habe ich mich dieses Mal entschlossen, meine EM-Splitter hier auf dem feynschliff-Blog zu veröffentlichen.

Es kann also sehr wenig oder sehr viel Geschreibsel werden, denn dies wird die bipolarste EM seit langem: Entweder Vorrundenaus oder Europameister-Titel. Momentan ist es eher ein Schreiben gegen die Angst, dass unsere herrliche junge Nationalmannschaft frühzeitig die Heimreise antritt. Vielleicht werde ich einfach zur „Testspielmemme„, wie Thünnwardt Tünnenson es nennt? Oder ich bin einfach schwach im Glauben, was die Fähigkeit von Prof. Dr. Joachim Löw angeht, aus einer Kirmesabwehr eine Abwehr zu machen? Als fußballerisch in den Achtzigern sozialisierter Anhänger des runden Leders der Nationalmannschaft, also in einer Zeit, als man an die Försterbrüder, Briegel, Allgöwer, Augenthaler und sonstige Abwehrrecken glaubte, als…

[…] man zu Bratwurst mit Brötchen noch „Bratwurst mit Brötchen“ und nicht „Arena-Snack“ sagte. Und in denen man Ultras noch für ein Produkt hielt, das Frauen einmal im Monat nützliche Dienste leistet.

… stand die deutsche Hintermannschaft weniger für „schönen“ Fußball & offensive Aufbauarbeit, sondern vor allem für eine sattelfeste Abwehr. Diese habe ich bisher noch nicht gesehen. Steve Urkel in der Abwehr und Menschen wie Badstuber oder Hummels beruhigen mich im Momente noch nicht wirklich.

Und wir hoffen doch alle, naja, fast alle, dass der Kurs einiger Nationalspieler nach der Europameisterschaft nicht sinkt, oder? Bisher war es ein für mich persönlich nicht so erquickliches Fußballjahr, auch wenn mein Bundesligaverein die beste Saison seit Menschengedenken gespielt hat.

Erst das definitive Karriereende von Asgar Brinkmann. Und davor? Ich glaube, seit 1978 hat mich ein Doublegewinn nicht mehr so ins Mark getroffen. Glückwunsch an Dortmund, die können derzeit echt über Wasser gehen, holen das Double und Dortmund II stieg in die Dritte Liga auf. Ich versuche es auch hier mal mit dem dunklen Zauber des Franz Beckenbauer: „Zusammen mit Reus sind sie auf Jahre unschlagbar, das tut mir leid.

Aber all‘ das spielt keine Rolle mehr, es heißt jetzt nicht mehr „alles für den Dackel, alles für den Verein“ sondern jetzt geht es um ’schland!

Denn:

Ganz Europa fiebert dem sportlichen Großereignis entgegen. Am 8. Juni startet die Fußball-EM in Polen und der Ukraine. Auch in Deutschland werden wieder Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen sitzen. Selbst Top-Manager haben sich die wichtigsten Spiele längst in ihre Kalender eingetragen, damit bloß kein unnötiges Geschäftsessen dazwischenkommt.

Naja, den Auftakt gegen Portugal, unseren nie gefährdeten 4:2-Sieg, werde ich auf einer Hochzeit (!) sehen. Und nicht im – schon jetzt legendären – EM-Studio-Kalk, das uns 2010 beinahe nach ganz vorne trug. Da hat mein Kalender nach allen Regeln der Kunst gepatzt. Galore.

Egal. Opfer bringen. Glauben. Diese Startelf holt den ersten Dreier gegen Portugal:

Neuer – Höwedes, Boateng, Badstuber, Lahm – Khedira, Schweinsteiger – Müller, Özil, Poldolski – Klose

Sorge bereitet mir nur, dass unser Kader bloß zwei nominelle Stürmer beinhaltet, auch wenn ein Reus oder ein Müller durchaus „ganz vorne“ gegen die Pocke treten können. Meine Angst vor dem Vorrundenaus Mein „Pfeifen im Walde“ Meine Bedenken, was die Kirmesjungs und Slapstickboys in der Abwehr angeht, werden durch einen befreundeten Fußballfan, durch die Stimme der Vernunft, durch einen Menschen, der genau weiß, wie Fußball („Heute, gestern, damals“) funktioniert, ein wenig gedämpft. Er schrieb in anderem Kontext:

Was den titellosen Löw angeht, warten wir mal ab. Die Leistungen der Nationalmannschaft steigen seit Jahren kontinuierlich an, das Selbstvertrauen auch. Wo man eine Testspielschlappe einordnet, weiß jeder von denen. Bei Spanien fehlen Puyol und Villa und wenn Torres nicht wieder in Bestform kommt, muss Iniesta für die ganzen 1:0-Siege sorgen. Mal sehen, ob das so gut geht. Und wenn ich die holländische Abwehr sehe, nehme ich direkt wieder unsere. [Hervohebung, HS]

Und das ist angemessener formuliert als meine Haltung, die an Simplizität kaum zu überbieten ist:

Ich will einfach den Titel. Ich will nach 16 Jahren endlich wieder richtig schlafen können. Dafür brauche ich nur ein paar Mit-Ernstmeiner und ein gutes Glas Bier. Keinen Gauklerhut, keinen Autocorso oder alberne Schminke im Gesicht. Das können die Girlandenmenschen tun.

Ich will nur immer den Titel.

Für unsere herrliche junge Nationalmannschaft.

*

Was sonst noch passierte:

Ein paar Dinge machen mir Angst: „Ukraine plant Raketen-Einsatz gegen mieses Wetter“. Ein paar Dinge stimmen mich zunächst hoffnungsfroh: „Wettskandal in Italien: Monti schlägt jahrelange Profifußball-Pause vor„. Und dann fällt mir siehendheiß wieder ein: Gab es vor der WM 2006 nicht auch einen Fußballskandal in Italien? Das bittere Ende ist ja allseits bekannt…

Ferner sollen Kinder wieder davon abgehalten werden, unsere herrliche Nationalmannschaft zu unterstützen! Siehe Propagandavideo…

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Landleben Kalk – die Vögel II.

Diese Nummer war eigentlich nie als Fortsetzungsgeschichte konzipiert. Manchmal kommt es jedoch anders.

Die Vögel haben am Pfingstmontag nicht die Atomrasenmäher-Marke „Lemmy Kilmister“ rausgeholt und ließen sie singen, um des Praktikanten Nachtruhe zu beenden. Nein, um 7.00 Uhr weckte ihn der brachiale Lärm der Elstern & Amseln, bei ihren ständigen StuKa-Angriffen aufeinander. Wieder mal dachte er: Was soll denn das? Kalk ist ein STADTteil!

Am Abend dann saßen Praktikant und Chefin auf dem Balkon und sahen die entengroßen Taubenjungen, die sich tapsend aus dem Nest trauten.

Man dachte:

Ich glaub‘, gleich drehen die jungen Flugratten die erste Runde.

Und dann geschah es: Der Jungfernflug der Nachwuchsluftratte landete auf dem Praktikanten! Das glaubt ihm doch kein Schwein. Doch die Chefin war seine Zeuginer twitterte wie unter Schock.

Die Jungtaube flog aufreizend langsam los, wie in Zeitlupe, auf sein Gesicht zu, gewann kurz vorher an Höhe, krachte auf die Markise, versuchte sich festzukrallen, was mißlang, rutschte ab, plumste auf den Balkon-Tisch…

… und von dort – geschockt und überrascht wie wir – auf seinen Oberschenkel. Er konnte den Impuls, sie mit der Hand, mit einem Handstreich in den Garten zu befördern, gerade noch unterdrücken.

WAS IST DENN MIT DIESEN VÖGELN LOS?!?! Sind die denn alle total verrückt geworden?! Wenigstens konnte der Nachwuchsflieger – im Gegensatz zum Amseljungen einige Tage vorher – den Impuls des Angstkotens unterdrücken.

Die Chefin kalmierte ihn:

„Das einzig Beruhigende ist, dass die gerade erst geschlüpft sind & noch nicht so viele Krankheiten haben.“

„Die andere Taube wird wohl nach dem ersten dilettantisch vorgetragenen Flug seines Bruders warten, bis es dunkel ist“, sagte er. „Oder menschenleer.“

Sie strafte die beiden Lügen und flog genau so langsam wie der Bruder los, gottseidank in eine andere Richtung & schmierte ins Gebüsch ab… Aber wenigstens blieb diesmal der Praktikant außen vor!

„Ich wünsche das alles nicht. Vielleicht leihe ich mir wirklich die Katze des Gazzetta-di-Kalk-Verfassers aus?! Oder kennt jemand einen guten Onlineshop für Luftgewehre? Oder erfreue ich mich vielleicht auch einfach an der Natur, die sich noch ein paar Reservate erhalten hat“, fragt sich

Der Praktikant

Landleben Kalk – die Vögel.

So langsam versteht der Praktikant, was die aktuelle Printausgabe der STADTREVUE auf Seite 53 damit meinte, als sie Kalk als „das heterogene rechtsrheinische Quartier“ bezeichnete. Da ging es implizit nicht nur um Gentrifizierungsansätze, nein, wohl auch um eine Renaturisierung Kalks. Oder dreht ein Hitchcock 2.0 gerade eine Neuauflage der Vögel?

Nein, es sind nicht nur Flugratten Tauben, die in Balkonnähe nisten und groß wie Enten sind (Fukushima?) – es geht vor allem um die permanenten Luftkämpfe und Revierstreitigkeiten der Vögel in Kalk. Unlängst, als mal wieder ein Amsel-  und ein Elster-Paar in bizarre und LAUTSTARKE Revierkämpfe verwickelt waren, konnte der Praktikant einen gewissen Grad der Enerviertheit nicht leugnen. Er wollte auf dem Balkon den Feierabend nach dem Brotberuf genießen und dachte sich: „Dafür wohne ich doch nicht in der Stadt!

Und dann kam ein Amseljunges (?) und flog flüchtend, nach dem Angriff einer Elster – einer StuKa gleich – direkt durch die offene Balkontür ins Wohnzimmer. Großartig:

Unnötig zu erwähnen, was kleine Vögel auch in großem Umfang tun, wenn sie Angst verspüren. Rumkoten. Mit einer Zeitung bewaffnet (damit man das Tier nicht mit den Händen berührt – das soll man nicht tun, wusste der Stadtjunge) und unter Öffnung aller Panoramafenster gelang es, das Insekt die Amsel (?) das Tier wieder unversehrt nach draußen zu befördern.

Was soll denn das? Wir sind doch in der STADT! Es heißt STADTTEIL von Köln. Wer hofft, dass der Plastikrabe aus dem Ein-Euro-Shop endlich mal seinen Job ordentlich macht?

Der Praktikant.

Big BILLY is watching you!

Während man sich im sozialen Netz zum Teil freiwillig sehr gläsern macht, über Vorratsdatenspeicherung diskutiert wird, fuhr dem Praktikanten am letzten Brückentag der Schreck in alle Glieder. In der Welt des Schmerzes, im sogenannten IKEA, fühlte er sich nicht nur transparent, gläsern, beobachtet, nein, durch und durch… ertappt:

BILLY weiß, dass Du viel liest… und dich selten von Büchern
trennst.

Woher weiß BILLY das? Es war eine Mischung aus Josef K. und 1984, die jede Faser seines Körpers durchzuckte. Die weisen Worte von Bernd Begemann („Wir sind alle, wir sind alle – in der IKEA-Falle!“) erhielten eine tiefe Bedeutung.

Wer fand diesen Augenblick höchst gespenstisch?

Der Praktikant.

P.S.: Und warum überhaupt duzen ihn alle bei(m) IKEA?

Buchtipp: Unwörterbuch – Sprachsünden und wie man sie vermeidet

Als Online-Texterin habe ich schon diverse Bücher über das Verfassen guter und ansprechender Texte gelesen. Das ist mal hilfreich, mal bestätigend und manchmal einfach nur langweilig. Beim Lesen des Unwörterbuchs von Alfred Gleiss sind mir zwei erfreuliche Dinge klar geworden: Ein Sprachbuch muss keine Neuerscheinung sein, um aktuelle Themen zu behandeln. Und die Lektüre kann sogar richtig Spaß machen.

Die Originalausgabe (Besseres Deutsch mit lebendigen Beispielen, Sprache auf dem rechten Gleis) erschien 1976; ich habe die erweiterte Ausgabe (mit oben genanntem Titel) von 1981 antiquarisch erstanden.

Es geht darin also um die deutsche Sprache vor über 30 Jahren. Man könnte meinen, dass sich seither so viel geändert hat, dass die Ratschläge mehr oder weniger überholt sind. Das ist aber so gut wie gar nicht der Fall – trotz der gefühlt fünf bis zehn durchlebten Rechtschreibreformen. Denn der Jurist Alfred Gleiss (Jahrgang 1904, 1997 gestorben) nimmt sich in erster Linie der stilistischen und inhaltlichen Sprachsünden an. Das tut er anhand vieler, vieler originaler Negativ-Beispiele, die er ebenso scharfsinnig wie amüsant auseinandernimmt und kommentiert.

Sicher, es gibt Einzelfälle, die er kritisiert, die heute nicht mehr relevant sind. Die Masseuse heißt inzwischen Masseurin, und deshalb klingt es ein wenig wunderlich, wenn sich Gleiss wortreich über die falsche Pluralbildung „Masseusinnen“ beklagt. Unterhaltsam ist das aber trotzdem. Und lehrreich auch, denn Gleiss wettert grundsätzlich gegen aufgeblähte Satzgebilde und missverständliche oder gar falsche Redewendungen, die einem jeden Tag um die Ohren gehauen werden, aber absolut verzichtbar sind. Heute genauso wie vor 30 Jahren.

Nichts für Nerds: MacBook-Fehlersuche für Mega-Dummies, Teil IV

Wie ich Ursachenforschung betrieb

Hier sind noch mal alle hilfreichen Links zusammengefasst, auf die ich bei meinen zahlreichen MacBook-Fehlersuchen gestoßen bin. Vielleicht gibt’s bessere, aber dann habe ich sie entweder nicht gefunden oder nicht verstanden.

Links zur Kernel Panic
de.wikipedia.org
www.macwelt.de
– www.pottblog.de

Links zum Hardware-Test
support.apple.com
www.tiramigoof.de

Meldungen zum Reparieren der Zugriffsrechte des Volumes, die ignoriert werden können
– support.apple.com

Links zum Fehler -36
www.maclife.de
www.mactechnews.de

Links zur Fehlermeldung „Keine gültigen Pakete“
– www.macgadget.de
– support.apple.com

System- und Programmabstürze
www.apfelinsel.de

Problemlösung Mac allgemein
– support.apple.com

youtube-Videos
Arbeitsspeicher auswechseln
Festplatte austauschen

Nichts für Nerds: MacBook-Fehlersuche für Mega-Dummies, Teil III

Wie ich den Blue Screen nach Systemstart kennen lernte

Die eingeschränkte Arbeitsweise am MacBook bewahrte mich zwar weitestgehend vor weiteren Kernel Panics, ging mir aber ziemlich auf die Nerven. Aber die Hauptsache war, dass das gute Stück überhaupt noch so lange lief, bis ich wieder in der Lage sein würde, ein normales Backup ohne Fehler -36 zu machen. Deshalb war ich sehr erleichtert, als endlich die nächste Version der Mac Software da war.

Kaum war die automatische Installation abgeschlossen, präsentierte mir mein MacBook nach dem Systemstart einen Blue Screen. Also mal wieder die Installations-CD für einen Hardware-Test einwerfen. Ergebnis: keine Probleme. Das Festplatten-Dienstprogramm fand bei der Überprüfung der Volume-Zugriffsrechte wie immer den Fehler „Keine gültigen Pakete“. Das Volume hingegen wurde erfolgreich überprüft, ohne einen Fehler zu finden. Hhm, eine unbefriedigende Situation. Das Problem mit dem Blue Screen war neu – warum wurde dazu kein neuer Fehler angezeigt? Naja, in Ermangelung neuer Perspektiven dann wohl besser mal in Erfahrung bringen, was es mit diesen komischen Paketen auf sich hat. Ich erfuhr, dass ich anscheinend den Ordner Library / Receipts gelöscht hatte. Dabei wusste ich nicht mal, wo sich der befindet. Ganz davon abgesehen, dass ich niemals Ordner löschen würde, die ich nicht selbst erstellt habe. Nach einem sicheren Systemstart (Startknopf bei gedrückter Umschalttaste (Shift)), entdeckte ich, dass der entsprechende Ordner tatsächlich leer war. Tja, und nu?

Mit der Überprüfung der Zugriffsrechte hatte ich inzwischen genug Erfahrung, also fing ich einfach mal wieder von vorne an. Unmengen an Meldungen und Warnungen von abweichenden Zugriffsrechten und geänderten Daten ließen das Schlimmste befürchten. Aber nach mehreren Durchläufen waren die meisten Fehler repariert. Die Überprüfung des Volumes ergab wieder gar keine Fehler und anschließend konnte ich das MacBook tatsächlich wieder hochfahren. Es lief sehr langsam, aber überwiegend normal – bis auf eine Ausnahme:

Bevor ich mir überlegen konnte, wie ich damit nun wieder umgehen soll, stürzte der Browser ohne weiteres Zutun ab. Ich wagte einen Neustart, und als wäre überhaupt nichts gewesen, waren plötzlich alle Schriften wieder normal. Ich aber hatte die Schnauze voll. Nach einigen weiteren Monaten, in denen ich mich nur die allernotwendigsten Anwendungen zu verwenden traute, um damit so wenig Abstürze wie möglich zu provozieren, gab ich es auf, die Mysterien meines eigenwilligen Rechners ergründen zu wollen: neues MacBook, neues Glück! Dass seither das WLAN nicht mehr einwandfrei funktioniert, ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Nichts für Nerds: MacBook-Fehlersuche für Mega-Dummies, Teil II

Wie ich Fehler -36 kennen lernte

Nachdem das MacBook nach Auswechslung des Arbeitsspeichers zwar wieder lief, die letzten Problemlösungsversuche aber ohne ein aktuelles Backup stattgefunden und mich diese Tatsache beinahe in den Wahnsinn getrieben hatte, wollte ich endlich vorsorgen und als erstens meine Daten sichern. Ging aber nicht. Ich lernte den Fehler -36 kennen. Der wiederum, so lernte ich aus dem Internet, meistens auf einen Festplattenfehler hinweist. Mooo-ment mal. Wollen mich hier eigentlich alle verscheißern? Meine Festplatte war zu diesem Zeitpunkt keine zwei Wochen alt. Andererseits muss aber auch nicht immer die Festplatte schuld sein. Ohne den vielen möglichen Ursachen weiter auf den Grund zu gehen, ging ich die Sache systematisch an und kopierte Ordner für Ordner, Dokument für Dokument auf die externe Festplatte. Was keine große Freude war, aber immerhin funktionierte. Zu weiteren Backups auf diese nervtötende Art war ich allerdings nicht bereit.

Daher Memo ans Ende meiner langen ToDo-Liste: Bei Gelegenheit mal genauer auf Fehlersuche gehen und recherchieren. Das tat ich nach einiger Zeit und stellte fest, dass es wohl an der aktuellen Mac Software lag. Unerfreulich, aber immerhin lag’s nicht an den Macken meines MacBooks. Also blieb mir nichts anderes übrig, als schicksalsergeben auf die neue Version zu warten. Wichtige Dateien? Ach Quatsch. Alles ist ersetzbar. Es begann die backup-freie Zeit, worüber ich mir irgendwann nicht mal mehr Gedanken machte. Immerhin funktionierte ja sonst alles. Bis mich nach Monaten aus heiterem Himmel wieder eine Kernel Panic überraschte. Okay, ein paar Programm-Abstürze waren dem Ereignis vorausgegangen, aber das hatte ich natürlich wieder ignoriert.

Hysterie bringt nichts, also Ruhe bewahren und analysieren. Aha, na bitte, erste Erkenntnis: Jeder Kernel Panic gehen höchst alarmierende Lüfter-Geräusche (an die ich mich allerdings schon lange gewöhnt hatte) voraus. Am besten erst mal alle speicherintensiven Aktivitäten einstellen. Und weiter beobachten. Die Lage beruhigte sich. Aber selbst mir war klar, dass das als langfristige Lösung zu einfach wäre. Ganz davon abgesehen, dass es meine Arbeit am MacBook erheblich einschränkte.

Nichts für Nerds: MacBook-Fehlersuche für Mega-Dummies, Teil III