Der Rhein – Grenze oder Teil der Stadt Köln?

Der Praktikant hat vor vielen, vielen Monaten mal recht unmotiviert zwei kurze Videos für YouTube gedreht. Und im Gegensatz zu Ernesto, dem Kenner, Könner, Connaisseur, vertritt er die Meinung, dass Kunst vom Denken kommt und nicht unbedingt vom (filmischen) Können abzuleiten ist… seht einfach selbst:

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Der Begleittext zum Video bringt es pointiert auf den Punkt:

Köln = Deutschland in a nutshell.

Köln, dieser deutsche Mikrokosmos mit seinem Rhein-Trennungs-Seperatismus! Die Linksrheiner sagen: Der Rhein ist die Grenze der Stadt. Das Prekariat und ich sagen: Der Rhein ist ein Teil der Stadt. Und Kalk und Mülheim haben durch die Industrie erst das Geld verdient, damit junge Kreative sich im Belgischen Viertel rumlümmeln können.

Die tiefe Ernsthaftigkeit, mit der Köln in links- und rechtsrheinisch – in GUT und BÖSE geteilt wird, ist nur mit dem Köln-Düsseldorf-Gegensatz zu vergleichen oder mit dem aktuellen Glaubenskrieg um die „Generation Upload„-Werbung. Hüben wir drüben kann man eigentlich nur zu mehr Gelassenheit aufrufen. Oder eben selbstbewusst feststellen: „Schäl Sick is schick!“ Und das erkennen auch mehr und mehr die jungen & hippen Menschen, die Generation Umzug: Rechts des Rheins ist auch noch Mainz ’s auch sehr schön. Findet jedensfalls…

Der Praktikant

Die Nachhutgefechte der „Generation Upload“…

Seit dem Artikel „Sascha Lobo hält die Twelt in Atem“ verfolgt der Praktikant halbherzig die Blogartikel und die (semi-)offizielle Meinung zum Thema vodafone-Kampagne. Und abgesehen davon, dass wir immer besser überwacht werden können – da sollte der Praktikant auch mal häufiger die BleiBeere auf „Aus“ stellen – wird es nun täglich bunter. Laut Spiegel online – in einem Artikel ohne unpassende Werbung 😉 – hat „Schnutinger aufgehört zu bloggen, ich zitiere:

Liebe Blogleser, die Vodafone-Kampagne hat in der Blogosphäre für mehr Trubel gesorgt, als ich ahnte. Ich könnte darüber einiges schreiben und es richtig stellen, verkneife es mir aber, weil mir ab jetzt anscheinend ohnehin jedes Wort im Mund umgedreht wird und rechtfertigen, klarstellen, all dies überhaupt keinen Sinn mehr hat.

Das alles ist schon extrem krude! Die Werbung ist das eine, aber wenn mir persönlich nicht mehr geglaubt wird, dann geht nichts mehr, dann bleibt nur eins: Der Rückzug. Ich werde vielleicht irgendwann an einer ganz anderen Stelle, ganz anders weitermachen, gewiss werde ich nicht mehr Web 2.0 machen.

Dann habe ich mir mal den Grund angeschaut. Die Kommentare zum Gastbeitrag auf dem vodafone-Blog sind zum Teil, ich formuliere es betont zurückhaltend, sehr „geharnischt„. Aber auch in anderen Beiträgen ging es gewaltig zur Sache. Ich bin wohl doch noch zu sehr web 0.2 – die Reaktionen und diese Ein-Eindeutigkeit der Ablehnung hätte ich so nicht erwartet. Da muss ich wohl noch einiges lernen. Einen Überblick über die bisherigen Ereignisse findet sich bei Don Alphonso. Und doch erwächst in mir ein weiterer Eindruck:

Irgendwie existiert zu wenig Meta-Rheinländertum in der Blogosphäre. Mir fehlt das Moment des „Leben und Leben lassen“ in der Sache. Das hat alles schon etwas von Glaubenskrieg, findet, weiterhin die Geschehnisse beobachtend…

Der Praktikant

Spiegel Online & die Werbung im richtigen redaktionellen Umfeld…

Eben hat ein Freund des Praktikanten mir einen fantastischen Screenshot zugeschickt. Der Praktikant als liberal-konservativer Lümmel hätte es nur wieder zurückgehalten, glaube ich. Also, in diesem Spiegel Online-Artikel, „MÖGLICHE ABFINDUNG FÜR PORSCHE-CHEF: Wiedeking winken 100 Millionen Euro„, war tatsächlich heute diese Anzeige zu finden:

spiegel

Da stellt sich die Frage: „Wer ist der Adressat dieser Anzeige?“ Sind es die Unternehmen, Entscheider, die sich über Porsche informieren? Wiedeking-Sympathisanten? Der Slogan „Mit Kurzarbeit die Krise meistern“ erscheint mir in Umfeld dieses Artikels, höchst vorsichtig formuliert, unpassend.

Oder hat da einfach jemand in der Online-Redaktion den Schlaf der Gerechten geschlafen? Was passieren kann. Ich will es sehr hoffen. Aber feynschliff bevorzugt neben Google AdWords-Kampagnen ja auch den Werbeträger Brötchentüte

So langsam aber sicher lüftet sich das Geheimnis….

welches Produkt hier beworben wird!

Auch ich habe lange & viel spekuliert worum es in diesem Video geht. Kann ich ganz offen zugeben. Nachdem mir jedoch dieser Link zugespielt wurde, wähne ich mich auf einem guten Wege, hinter die Motivation dieser viral marketing-Aktion zu kommen. Der Link verwies auf dieses famose Produkt:

ernestoschnellkochtopf

Ich zitiere aus der „Hinweis-e-mail„:

Der Lebensmitteldiscounter[…] LIDL hat in Kooperation mit mir einen Schnellkochtopf
herausgebracht. Ich habe dafür meinen Namen zur Verfügung gestellt:

Das Küchenutensil wurde minutiös meinen Daten angeglichen:

Maße: ca. 22 cm
Fassungsvermögen: ca. 6 l
Material: hochwertiger Edelstahl

Hast du nen leck’res Mahl im Kopf, koch mit Ernesto Schnellkochtopf!

Oder: Magst du’s schnell und trotzdem lecker, Ernesto Schnellkochtopf is better!

Ha! Ich habe es gewusst! Es geht um das Individuum in der Welt, das sich im – metaphorisch betrachtet – Dampfkochtopf aus privaten und beruflichen Verpflichtungen, Erwerbsarbeit, Literatur und sonstigen Projekten befindeteine substantielle Erleichterung der Garungsarbeit im häuslichen Bereich erhofft. Ein Multiplikator, ein Kommunikationsinterface, hat einfach den Wunsch, vitaminschonend zu garen. Und wer erfüllt selbstredend diesen Wunsch? Der Schnellkochtopf Ernesto.

Sich weiterhin wie ein Bluthund auf die Fährte nach den Antworten machend, wünscht einen „Guten Appetit„…

Der Praktikant

Sascha Lobo hält die Twelt in Atem!

vodafone hat also die erste Pressekonferenz im Web 2.0 abgehalten, ist laut Mirko Lange,  „der erste große Consumer-Konzern in Deutschland, der sich auf die neue[n] Welt der Social Media ernsthaft einlässt“, auf der Suche nach der Generation Upload und hat dafür durchwachsene Noten von der twitter-Gemeinde und Blogosphäre erhalten. Und auch die ersten Bilder der neuen Plakatkampagne wurden gestern gesichtet resp. vom Abbildungsobjekt getwittert. Und durch die gesamte „Szene“ ging ein „Braus wie Donnerhall“, um es mal sehr analog 0.2 zu formulieren. Und es wurde angefeindet, gepöbelt, polemisiert.

Ich nahm das amüsiert-interessiert zur Kenntnis, während andere befremdet waren (und sind). Und fragte einen Kontakt, der sich von der Innensicht her sehr gut auskennt, was er davon halte. Dieser vodafone-Kontakt von mir reagierte auf diesen Tweet, den ich weiterleitete, wie folgt:

Och, ich seh das ganz entspannt und fand die Pressekonferenz und vor allem die Reaktionen im Chat so wie erwartet. Es ist doch kein Wunder, wenn „das 1. Mal“ PK vor nicht ausgewähltem Publikum etwas gezwungen rüberkommt. Die Jungs müssen halt noch üben und sind eben nicht mehr alle 20. Die Kampagne selbst gefällt mir richtig gut von der Aufmachung. Bin mal gespannt, wie sie anläuft.

Als Werbeträger nimmt man den allseits bekannten & unumstrittenen Sascha Lobo. Denn:

Jeder Mensch ist eine Marke – und einige sind markiger als andere. Wer hat dafür die Retroformulierung, die es beschreibt und nicht wertet, nämlich, „da hat man einfach mal ’n dollen Otto rausgehauen„:

Der Praktikant

[KiK] Der König ist tot – lang lebe der König!

Im letzten Artikel über Kalk, verlieh ich meiner Hoffnung Ausdruck, dass der gastronomische Solitär in Kalk, der Blaue[r] König hoffentlich bald wiedereröffnet wird. („Und wenn erst noch der Blaue König wieder aufmacht – ja dann wird ohnehin alles gut!„)

Tja –  manchmal gewinnt man den Eindruck, dass man mit Blogs doch etwas bewegen kann. Just eine gute Woche nach der Absonderung wurde der Blaue König wiedereröffnet. Auch wenn feynschliff und der Praktikant bist dato noch keinen Platz draußen im Freien bekamen, so ist das ein gutes Zeichen fürs Veedel. Ach, nicht nur für Kalk, was soll die Bescheidenheit: Das ist für ganz Köln sehr erfreulich.

Laut der ersten Bewertungen auf Qype lohnt es sich, recht rasch mal wieder um einen Platz anzustehen. Vor allem das reichhaltige Frühstück, das bis 17.00 Uhr gereicht wird, scheint auf die neue Zielgruppe des Veedels, „[…]  Menschen […] auf der Hauptstraße, die man als Studenten (m/w) oder Leute identifiziert, die ‚irgendwas mit Medien | Internet | Werbung‘ machen, zugeschnitten zu sein.

Und wer wird mit einem Zelt vor dem Blauen König eine ganze Nacht ausharren, um die besten Plätze im Bereich der Außengastronomie zu sichern?

Der Praktikant

Das Bäckerhandwerk dringt mehr und mehr in die Alltagskultur ein!

Gibt es eine „hidden agenda“ des Bäckerhandwerks, die der Praktikant nicht kennt, nicht auf Anhieb durchdringt? Sollte ich mal wieder die Bäckerblume lesen, um á jour zu sein? Mir stellt es sich im Moment so dar, dass das Bäckerhandwerk mehr und mehr in die Alltagskultur eindringt. Während SB-Bäckerei-Ketten wie beispielsweise BackWerk und BillyBack zunehmend den handwerklichen, den traditionellen Bäckern zusetzen und Kunden abnehmen, suchen diese sich scheinbar neue Betätigungsfelder.

Erst kooperieren sie mit dem Finanzministerium und transportieren Botschaften der Regierung mit, nun scheinen sie sich auch noch dem Backsport, ähem, Boxsport zu widmen, zumindest stellt der Videotext der ARD es so dar:

halbschwergewicht

Die ARD hat anscheinend herausgefunden, dass der Boxer Jürgen Brähmer seine Linke in den Backofen legt. Wie ist es sonst zu erklären, dass diese „kross“ geschlagen ist? Was kommt als nächstes? Der Gegner hatte nach dem Treffer ein ganz schönes Teilchen am Auge?! Und: Wer wird versuchen, der Sache investigativ auf den Grund zu gehen?

Der Praktikant

Twitterer empfehlen Twitterer! Und Spammer etwas anderes…

Heute Morgen wurde die Seite Tweetranking  auf twitter von allen Seiten prominent befördert, getwittert, re-tweetet.  Der Anspruch von Tweetranking (so funktioniert es) ist ein hehrer:

Twitterer empfehlen Twitterer“ – nach dieser Methode entsteht aus deinen Empfehlungen ein Verzeichnis der interessantesten Menschen auf Twitter.

Die Ranglisten zeigen, wem sich zu folgen lohnt.

Und nachdem der Praktikant den twitterkanal von feynschliff empfahl, einmal, und den twitter-Jobkanal von BearingPoint Deutschland, einmal, dachte ich mir:  Gut is‚. Neben den üblichen Verdächtigen (Klaus Eck, Sascha Lobo, Mario Sixtus et al), die sehr schnell gute und hohe Ränge einnahmen, wurden auch andere Zeitgenossen ebenso zeitnah auf den Plan gerufen: Denn scheinbar nehmen es einige Firmen mit dem Online-Marketing sehr genau und machen ernst…

sixt_tweettranking_10062009

Sixt propagiert Automobile mehrfach! Hmmmmh. Nicht unproblematisch. Da kann man sich ja gleich selber empfehlen 😉 Wer hat sich mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung und Naivität über diese Anwendung gefreut und ist jetzt nach nur fünf Stunden desillusioniert?

Der Praktikant

…also mit viralem Marketing hat das doch nichts zu tun…

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befürchtet irritiert wie nachdenklich

Der Praktikant

… und es hat BING gemacht!

Jajaja, erst die Welle, jetzt hat Richmond geantwortet & Bing gemacht. Also nicht die direkte Antwort gegeben, sondern eher den Versuch gestartet, Google in seiner Kernkompetenz zu attackieren. Diese Intention wird unterschiedlich bewertet. Dieses Bing beherrschte gestern und vorgestern die Schlagzeilen, die Blogs & Twitter. Und es ist ja mal ganz nett auszuprobieren. Tolles & beruhigendes Hintergrundbild bei Bing, übrigens:

bing_02062009

Wenn man diesem Link folgt, den Klaus Eck twitterte und der die Googlesuche und Bing unmittelbar miteinander vergleicht, kann man sich einen guten Eindruck verschaffen. Hier kann sich also jeder mal davon überzeugen, was Bing so alles kann. Und welch interessante Suchergebnisse es hervorbringt.

Die Nachteile (oder Vorteile, je nach Betrachtungsweise) von Bing hat Thomas Knüwer recht mikrogeblogt:

tknuewer_ueber_bing

Folgt man dem Link auf seinen Blogbeitrag auf „Indiskretion Ehrensache„, so fährt er ebenso meinungsstark fort und kommt zum pointierten Schluß:

Somit kann sich nun jeder Angestellte in einem Unternehmen dank Microsoft Bing die Welt der Erotik herunterholen. Porno-jagenden IT-Administratoren bleibt nur eine Chance: Bing sperren. [Hervorhebung HS]

Bing kam etwas früher auf den Markt als geplant, und nun möchte man sich bei Microsoft eben auch etwas vom Umsatzkuchen abschneiden. Nachvollziehbar. Man startet tagesaktuell bei einem Marktanteil von 6 Prozent bei den Suchmaschinen. Aber man beweist laut taz.de mittlerweile sogar Humor im Hause Microsoft:

Was das Verhältnis zur Konkurrenz anbetrifft, so gibt sich Microsoft jetzt betont gelassen. War bei Live Search einer der am häufigsten eingegebenen Suchbegriffe noch „Google“, was darlegte, wie unzufrieden die Nutzerschaft mit Microsofts altem Angebot war, zeigt Bing nun bei solchen Anfragen in gewisser Weise Humor: Wer nach dem Suchmaschinenriesen sucht, erhält gleich ein direktes Eingabefeld für Google-Suchen. Sehr praktisch.

Eine neue Multimediaechtzeitsuchmaschine, die viel kann. Und im 08/15-Suchalltag „solide Kost“ liefert. Ich würde jedoch nicht so weit gehen zu behaupten, dass man nach einem Monat Bing-Nutzung nie mehr zu Google zurückkehrt. Diese Aussage halte ich für durchaus kühn. Andere böse Zungen behaupten, im deutschsprachigen Raum stünde Bing für Besser ich nehm Google.

Man muß es einfach weiter sehr genau beobachten. Und ausprobieren. Na, wer hat mal wieder diese ehrenvolle Aufgabe? Richtig.

Der Praktikant