„Human Resource und Social Media“-Meeting in Köln

feynschliffs Praktikant nahm in seiner Erwerbsarbeitsrolle an der dankenswerterweise von Humancaps-Gründer Lutz Altmann (@humancaps) initiierten Abendveranstaltung „Human Resource und Social Media“ (#hrsmm) – im Rahmen der „Zukunft Personal“ in Köln teil. Per E-Mail schickte er folgende Zusammenfassung, die ich hier ungekürzt widergebe:

Man traf man sich im Mongo’s (wird so geschrieben!) und verbrachte einen gleichermaßen kurzweiligen wie informativen und interessanten Abend.

Die Veranstaltung war eine runde Sache: Es war einfach erquicklich und in jeglicher Hinsicht positiv, die Realpersonen hinter den jeweiligen twitter-Accounts kennenzulernen. Und sich einfach einmal intensiv und frei über die individuellen Erfahrungen und Einsatzmöglichkeiten von Social Media – mit einem Schwerpunkt auf twitter – im Recruiting resp. bei der Personalbeschaffung auszutauschen.

Meinungsstark formuliert: Der Abend war wohl auch deshalb so angenehm, weil bei allem web 2.0-Engagement, richtige Menschen dahinter steckten, die auch ein Leben jenseits der Digitalität führen. Mit denen man – hochanalog bei einem Kölsch oder einer Cola – auch einige anregende Unterhaltungen führte. Es war wirklich ein sehr netter Abend, das liegt wohl auch daran, dass – polemisch verkürzt – bei Twitter weniger Leute im NERDsmantel aktiv sind 😉

Und einige Analogpoken, sogenannte „Visitenkarten“ habe ich auch verteilt. Und mir diese Geschichte mit den Poken endlich mal anschaulich & kompetent erklären lassen.

Das Bildmaterial, ein paar Schnappschüsse des Abends finden sich hier, dort, hier und da.

Teilnehmer waren unter anderem: @schmitz @ipotentials @humancaps_media @kubinho @humancaps_wien @wollmilchsau @atenta @chrisjoost @karrierebibel @universalus @achelm @humancaps_pr @marcushendel @kununu_bra_boys @gdi7

Beste Grüsse, der Praktikant.

Tja, wenn man das so liest, dann sollte feynschliff vielleicht auch mal diesen digital-meets-analog– (oder umgekehrt) Veranstaltungen beiwohnen und sich direkt einmal den nächsten Twittwoch blocken. Das scheint es wert zu sein.

Kronkorken 2.0 – die freche Moderne

Am Freitag fiel es dem Praktikanten, am ganzen Körper vor Abscheu und Wut zitternd, auf: Die Mühlenkölsch-Brauerei hat neue Kronkorken für Ihre 0,5l-Flasche Format „Alte Bundesrepublik“. Wutentbrannt twitterte ich:

Ja ist denn die ganze Welt verrückt geworden? MÜHLENKÖLSCH in Flaschen hat jetzt normale Kronkorken! Wo ist die Schönheit geblieben?!

 muehlen_koelsch_ist_oettinger

Normale, effe, wie man im Rheinland sagt, Kronkorken, die an ein Bier aus dem Preiseinstiegssegment wie zum Beispiel Oettinger erinnern. Das ist die Moderne, das ist die Kostenersparnis, das ist die Zeit, in der das Wahre, Schöne, Gute nicht mehr zählt. Auch hier kommt es ja zu allererst auf den Inhalt an – aber das Auge trinkt mit. Verkauft wird das ganze als „Relaunch„. Erschütternd.

Wer ist empört über die neuen Kronkorken und entblödet sich auch nicht darüber einen – mit feynschliff unabgestimmten – Blogbeitrag zu verfassen? Richtig:

Der Praktikant

Der DBLocator!

Karsten Sauer hat in seinem Blog auf eine famose & großartige twitter-Anwendung hingewiesen, die vor allem für DB-Vielfahrer & Fernreisende interessant ist: Der DBLocator.

der_db_locator_16092009

Ich zitiere dazu Sportsfreund Sauer:

1. Einfach dem @dblocator folgen und 2. bei passender Gelegenheit einen Tweet absetzen der die Zugnummer und dem Hashtag #dbl enthält und wenn ein anderer das gleiche innerhalb der letzten 2 Stunden getan hat erhalten beide ein entsprechendes @reply.

Gutes (!) Beispiel: ‘Sitze gerade im ICE572 und lese FRA-MUC-FRA #dbl’

That simple! Großen Dank an @calibanatspace!

Details zum DBLocator gibt es auf http://twitterdblocator.appspot.com/

Eine wunderbare Anwendung, deren Bekannheit & Verbreitung einfach gefördert werden muss! Vor allem, wenn’s mal wieder länger dauert. Findet:

Der Praktikant

Deutschland versus Holland….

Ein Fußballfreund des Praktikanten hat mal wieder ein sehr schönes Bild geschossen:

Foto: Volkhard Patten

Foto: Volkhard Patten

Deutsche Pommes * Frische Fischbrötchen“ versus „leckere Fischbrötchen + holländische Pommes„.

Bei diesem Kulturkampf (hüstel) hat der Konsument, Wanderer und Ausflügler wirklich die Qual der Wahl. Der Fußballfreund schreibt dazu:

Ach ja, hab noch ein Bild [gross hier] für Dich / Euch…. Der ewige Kampf zwischen Deutschen und Holländern….

Ja, auch wenn die korrekte Bezeichnung „Niederländer“ ist, so gilt es doch, sich langsam auf die Weltmeisterschaft 2010 in der Republik Südafrika einzustimmen…. und damit kann man ja gar nicht früh genug beginnen 😉 – es muß ja nicht immer so meinungsstark wie Götz Widmann sein. Und das Dummenapo’stroph von „Uwe“ interessiert nun wirklich auch niemanden mehr, denn das Thema ist wahrlich zu ausgelutscht, meint…

Der Praktikant

Skandal: Hans-Martin ist mir total schnuppe!

Als Permatwitterer weiß ich mittlerweile, was der Hashtag #SdR zu bedeuten hat. Und während ich mich gestern analogen Daten (so-called „Büchern„) und blip.fm widmen wollte, und nur mit einem halben Auge meinen „Social Stream“ verfolgte, gingen auf einmal alle ab wie Schmitz‘ Katze:

Irgendwie war der gestrige Kandidat bei „Schlag den Raab“ wohl kein wirklicher Sympathieträger und das wurde auf Twitter auch meinungsstark kundgetan. Irritiert stellte ich fest, dass auch die eigentlich Vernehmungsfähigen sich an dieser Hexenjagd 2.0 beteiligten: Wahrlich irritierend!

Das Hashtag #HassMartin machte blitzschnell die Runde, die gesamte Twitter-Gemeinde drosch auf Hans-Martin ein, votete in einer Twitter-Umfrage gegen Hans-Martin.

Die Chefin schaute sich heute mal die Tweets zum Thema an und kam zu folgendem Ergebnis, bei dem ich nur den 100-percent-agree-Button drücken kann und das ohne Anflug von Einschleimerei:

hans_martin_13092009

Und wenn Hans-Martin vom Publikum trotz seines Sieges ausgebuht wird, kann es Gründe dafür geben, die nicht beim Publikum liegen müssen… Ich habe die Primärquellen weder gestern noch heute herangezogen. Aber muss man dann auf Twitter so hinterherkarten? Befände ich mich heute im Betroffenheitsmodus, würde ich moralschwanger schreiben: Der nächste Hass-Martin – das mediale Schlachtopfer – kannst Du selber sein! Niemals vergessen bei der Hexenjagd 2.0.

Doch weil ich’s leid bin, folgt jetzt einfach mein schauderhaftes, mich aus der Gemeinschaft der twitternden Ernstmeiner (?) setzendes, Bekenntnis:

Hans-Martin geht mir am Arsch Popo vorbei. Und auch seine laufende Nase ist mir total einerlei. Wer hat den unglaublichen Mut, dies mit einem sardonischen Lächeln zu bekennen?

Der Praktikant

Die dunkle Seite der Macht: Twitter und die Bundestagswahl…

Nach dem „Superwahlsonntag“ am 30. August 2009 kam am 31.08.2009 der vorher schon befürchtete Katzenjammer: „Politiker fürchten Twitter-Manipulationen bei Bundestagswahl (…) Ihre Furcht: Bisher vertrauliche Exit Polls könnten vorzeitig öffentlich werden.“ Laut Spiegel online sickerten Ergebnisse schon vorab via Twitter durch. Das „Plauderforum ‚Twitter‘“ hatte wieder zugeschlagen. Der Praktikant hat am Montag, direkt nach dem alarmistischen Artikel auf Spiegel online, meinungsstark getwittert:

praktikantenprognose

Damit kann er in Teufels Küche kommen & begibt sich aufs monetäre Glatteis! Warum? Na:

Dabei dürfen die sogenannten Exit-Polls, Umfragen am Tag der Stimmabgabe, nicht öffentlich gemacht werden. Die Wahl könnte, so die Befürchtung, sonst unzulässig beeinflusst werden. Die Wahlgesetze von Bund und Ländern verbieten das ausdrücklich – wer dennoch Umfrageergebnisse verrät, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Darauf steht eine Strafe von bis zu 50.000 Euro. [Quelle: Spiegel online]

Und auch Nutzer jdupke reagierte sofort launisch auf den Praktikantentweet vor dem Hintergrund des „Jeder-schreibt-von-jedem-ab“-Hype:

Mit Prognosen wäre ich im Moment bei Twitter vorsichtig, nachher hast du in vier Wochen recht gehabt und musst dann Strafe zahlen!

Dann kann ich nur für den Praktikanten hoffen, dass es einen Unterschied zwischen einer Twitterprognose gibt, die anderthalb Stunden vor Schließung der Wahllokale abgegeben wird und einem Wahltipp, einem Wunschdenken, mit knapp einem Monat Vorlauf.

Tja. So ’ne Bundestagswahl ist halt kein Oddset-Tipp. Aber sie löste mal wieder Diskussionen um Wahlprognosen im Allgemeinen und den Einfluss von Twitter im Besonderen aus.

Jetzt schauen alle Menschen, die den wachsenden Einfluss von Twitter fürchten und die Durchdringung des Alltagslebens mit großen Bauchgrummeln verfolgen, auf den 27. September 2009. Laut Heise

[…] hatte sich Wahlleiter Roderich Egeler schon vor einigen Tagen sehr besorgt gezeigt – er sprach von einem GAU, wenn vor der Schließung der Wahllokale Ergebnisse verbreitet würden. Burmester sagte, das Vorab-Twittern könne das Wahlergebnis als Ganzes infrage stellen. Es könne diejenigen beeinflussen, die ihre Stimme noch nicht abgegeben hätten.

Der Praktikant ist sowieso der Meinung, das Einzige, was ist die Durchführung der Bundestagswahl retten kann, ist die temporäre Bestellung von Peter Struck als Bundestwitterwart, denn er weiß, wie mit Geheimnisvorabausplauderern umzugehen ist!

Oder mit gesundem Menschenverstand! Auf den richtigen Nenner gebracht hat es Nutzer „Philip“, der auf dem Blog der Tagesschau blog.tageschau.de schrieb:

Das Latrinengerücht ist schneller und globaler geworden. Dagegen helfen keine drakonischen Strafen, sondern nur mehr Medienkompetenz. Entweder die Herren Wahlleiter akzeptieren eine gewisse Demokratisierung des Vorgangs „Wahl“, oder sie stellen das Internet am Wahltag ab und kontrollieren die Straßen.

Ihre Meinung sollten sich mündige Bürger auch ohne Fernsehen, Twitter oder Stammtische bilden können.

Und dieser Meinung schließt sich der feynschliff-Blog rückhaltlos an!

Wenn Unternehmen twittern

Man bekommt ja alle naselang vermeintlich lustige URL, Bildchen-e-mails und PowerPoint-Präsentationen zugesandt. Und sie sind zumeist alles – aber auf keinen Fall lustig.

Doch diesmal wurde uns ein Blogbeitrag zur Kenntnis gegeben, der zwar Bürohumor zum Thema hat, aber dennoch lustig ist. Auf Trendopfer findet sich der fiktive Mailverkehr zum Thema „Wenn Unternehmen twittern„… unbedingt anschauen!

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Das Schlimme daran:

Man kann es sich sehr, sehr gut vorstellen, dass es bei einigen Unternehmungen exakt so abläuft! Denn nicht alle haben die Zeichen der Zeit erkannt…

P.S.: Eine Linkliste zu twitternden Unternehmen finden Sie [hier].

Kommunikationsinstrument Brötchentüte (2)

Tja, manchmal reichen wenige Worte: Was die Bundesregierung kann, kann vodafone schon lang!

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Wer nahm die Brötchentüte aus einer Bäckerei heute mit und ein Photo davon auf?

Der Praktikant

Der Praktikant fuhr an einem Montag im Juli Regional“express“

Mein Plan: Nach jüngsten Erfahrungen der skurrilen Art (verfahrene resp. fehlgeleitete S-Bahnen), wollte ich doch einfach nur mit dem RE 9 von Deutz nach Mönchengladbach. Den letzten Urlaubstag am Niederrhein verbringen, eine Stippvisite in die alte Heimat, in die Alte Bundesrepublik, nach meinem Dafürhalten ein nicht allzu kühnes Unterfangen, wie ich fand.

Der Zug fährt ein, er rumpelt in den schönen Kölner Hauptbahnhof hinein, irgendwie klingen die Geräusche heute etwas befremdlich. Befremdlicher als sonst. Mit nicht nachvollziehbaren 10 Minuten Verspätung verlassen wir den Hauptbahnhof, alles wirkt heute so langsam… Entschleunigung durch den Urlaub? Fern der operativen Hektik kommt mir vielleicht alles langsamer vor… ich ärgere mich kurz, daß ich nicht den ICE Eugen Egner nach Düsseldorf nahm und dann die S 8… aber Dinge geschehen. Der Zug wird langsam und langsamer. Komme mir vor wie der Protagonist in einer Schelmengeschichte von Franz Kafka, Fips Asmussen oder Wiglaf Droste. Langsamer… und langsamer. Zwischen dem Knotenbahnhof und noch vor dem Backsteinbau des Saturns überholen uns am Bahnsteig locker ein paar gehbehinderte I-Dötzchen. Und dann hatte ich es nach einer halben Stunde (!) immerhin von Deutz bis Köln-Hansaring (!!) geschafft… und jetzt stehen wir wieder, der Zugführer zerstört mein Passagierdasein mit den teuflischen Worten „Störung am Triebfahrzeug“… Stop & Go im Regionalexpress. Wenn das so weitergeht, rechne ich kurz hoch, dauert die Fahrt nach Mönchengladbach circa acht bis neun Stunden. Aber es ging ja nicht weiter. Ich rechne damit, dass wir zum Hauptbahnhof zurückfahren oder am Hansaring oder in Ehrenfeld auf andere ÖPNV oder regionale Verkehrsmittel verteilt werden… hach, ich wusste so wenig

Mit letzter Kraft Ehrenfeld erreicht… BEINAHE! Uns fehlen noch circa 900 Meter bis zum Bahnsteig. So, jetzt gerade die Stunde vollgemacht: Stehen immer noch vor Köln-Ehrenfeld. Langsam nervt es WIRKLICH! Werde den Ausflug abbrechen. Wenn ich raus komme, schreibe ich einen Thriller: Trapped in ze Regionalexpress. Ein packender & schonungsloser Tatsachenbericht aus der Welt des Nahreiseverkehrs. Ich will jetzt hier raus! Eben hat ein freundlicher Bahnmitarbeiter die Fenster geöffnet, das ist gut, denn die Klimaanlage ist ausgefallen. Ich will jetzt hier raus und zeige mich gleich mal MEINUNGSSTARK gegenüber dem Herrn mit dem orangefarbenen „Notfallmanager“-Lätzchen, der neben den Zug herumturnt und das Lokalkolorit meiner Wahlheimat befördert – der Jean-Pütz-Schnauzer bedeckt gefühlte 50 Prozent seines Gesichtes. Es ist unfassbar heiß im Zug, kurioserweise gibt es kaum ein Murren, niemand ist panisch, offensiv-genervt, kein Galgenhumor, niemand beginnt – gottseidank – das obligatorische Deutsche-Bahn-Bashing, nur ein Osteuropäer, der im Zug raucht, zieht kurz den Unmut auf sich. Die Durchsagen aus dem Führerstand werden jedoch nicht erquicklicher:

 Szenen einer Evakuierung aus einem Regionalexpress I

[Knack, knister, hust, brizzl] „So. [Längere Kunstpause] Das Fahrzeug kann nicht mehr bewegt werden. In Kürze erfolgt eine Evakuierung des Fahrzeugs über die erste Tür in Fahrtrichtung“. Schöne Menschen, schöne Gedanken. Immerhin opfere ich meine Zeit hier für eine Premiere, die ich als Vielfahrer bis dato auch noch nicht im Koffer hatte.

Doch auch nach der Ankündigung der Evakuierung vergehen noch einmal 40 Minuten, das ist wirklich die oberste Metaebene, die Bahn hat Verspätung bei der Evakuierung, ich twittere Hilfeschreie in die Welt, denen ich den Hashtag #gefangener-der-db hinzufüge, der Mann mit dem orangenen Leibchen „Notfallmanager“ mutiert weiterhin überfordert auf den Gleisen rum. So. Ich würde jetzt gerne mal evakuiert werden! HALLOOOO? Machen die erst ’ne EvakuierungsSCHULUNG? Hier tut sich NICHTS! Werde gleich in Deutz am Schalter Bambule machen. Avanti, Dilettanti! Erhalte eine e-mail von einem Freund:

Ich kenn‘ ’nen astreinen Italiener in der Nähe. Den Gleiskörper entlang (Vorsicht, da kommt der Thalys immer langgeknallt) bis Technologiepark Müngersdorf, am Schrottplatz links abbiegen, oben bei der Schufa rechts rum. Ristorante Angelo. Und Mama Concetta schön grüssen. Danke. Bitte.

Abenteuer Deutsche Bahn!Soeben wurde ich evakuiert und bin – samt Hilfestellung vom Notfallmanager – wie damals im Turnunterricht – aufs Gleisbrett gesprungen!„, ist meine Antwortmail, der Appetit durch das Abenteuer wie weggeblasen. Neben uns steht der Evakuierungszug. Mit diesem geht es hoffentlich weiter. Er hält auf dem Paralellgleis und die Menschen springen auf’s Gleisbrett – samt Auffangstellung & empfangsbereiter Arme von freundlichen DBlern und dem Notfallmanager… man klettert in den anderen Zug. Ein älterer Herr wird von zwei Mitarbeitern der Bahn auf Höhe seiner Oberschenkel angehoben und zum anderen Zug transferiert… Szenen, die ich noch nie sah. Mit dem Evakuierungszug geht es endlich weiter. Schreckliche Einzelschicksale: Neben mir eine Touristin, die in Ehrenfeld aussteigen wollte und der nur 900 m zu einem rundum gelungenen Urlaub fehlten. Auch sie schicksalsergeben. Endlich. Im Kopf ein Klopfen… Zwei Stunden. Zwei Stunden. Ehrenfeld. 2 Stunden für Kalk-Ehrenfeld. Grandezza! Auf dem Rückweg trieb ich den Teufel mit dem Beelzebub aus und wagte mich via KVB zurück nach Deutz.

In Deutz dann loveparadeeske Menschenmassen am „Infopoint“. Und direkt eine Atmosphäre, wie bei einer Monsterjagd – dennoch trug keiner eine Fackel oder Mistgabel. Volkszorn & Schreiereien zwischen Wartenden & überforderten DB-Mitarbeitern (m/w). Ich stehe und warte auf meine Verspätungsbescheinigung. Einer der Unmutsrädelsführer, der mehrfach den Mitarbeitern zuruft: „So vergraulen Sie Kunden! Und was ist mit den beiden da – kriegen die ne Eheberatung?“, trägt nicht gerade zur Deeskalation bei…

Szenen einer Evakuierung aus einem Regionalexpress II

Der Antiblauhelm spricht mich direkt an: „Sagen Sie doch auch mal was – das ist doch alles hier falsch organisiert. Beschweren Sie sich doch auch, bitte!“ Mit einer Deadmetaltodesstimme antworte ich: „Ich war gerade zweieinhalb Stunden in einem Zug eingesperrt, es ist warm und hier drückt die Hitze wegen der Menschenmassen. Ich möchte mich NICHT äußern – dafür haben sie sicher Verständnis!“

Und dann das unerwartete Krönchen des Tages: Erst schrie der Schalterbeamte Servicemitarbeiter Herr J. (Name dem Autor bekannt) an der Information wartende Kunden an, sie sollen sich „verp***en“ und „verschwinden“ und dann sagte er, er sei für meine Verspätungsbescheinigung nicht zuständig, dies mache der mobile Servicemitarbeiter mit der roten Kappe. Auf mein Insistieren, dass ich jetzt nicht den ganzen Bahnhof absuche, und er solle ihn ausrufen lassen, gab er barsche Widerworte. Aus Gründen der Zivilisiertheit, bin ich dann abgehauen, weil sonst hätte ich ihn, hüstel, geboxt. So ein Zugausfall kann immer mal passieren. Aber ein solch indiskutables Verhalten am Schalter… den lasse ich nachher bei der Hotline über die Klinge springen. Unter 20 Euro Mitropagutscheinen mache ich es diesmal nicht. Runterkommen: Ich aber schrieb ostentativ seinen Namen Buchstabe für Buchstabe auf und ließ ihn mir noch mal buchstabieren. Zur Sicherheit. Meine Gesichtsfarbe dürfte zu diesem Zeitpunkt schon ein dunkles Purpur angenommen habe und mein Blutdruck und das Adrenalin war auf dem Niveau „Erstes Mal Bungeejumping – garantiert ohne Seil“, aber ich wünsche, alles an Kinderstube und Zivilisation zusammenkratzend, ihm einen schönen Tag und verlasse den Ort der Impertinenz, ich….

Der Praktikant

Ist Köln so hässlich?

Im Rahmen des Amphi Festivals am Tanzbrunnen fiel mir bei einem Spaziergang vorvergangene Woche dieses Graffito am Rheinufer auf:

koln_ist_so_haesslich

Waren das die Amphi-Besucher? Ist es der enttäuschte Aufschrei einer unerlösten „Liebe-Deine-Stadt!„-Seele? Waren es junge Menschen, denen gar nicht klar ist, wie sie das kölsche Lebensgefühl in Mark & Bein erschüttern?

Lokalkolorit hin oder her – teilen Sie diese Meinung?

Über eine Teilnahme am twtpoll und meinungsstarke Kommentare hier freut sich…

Der Praktikant