Rührei-Brötchen oder: Nein, ich esse nichts mit Augen!

Bei Rührei-Brötchen-Werbung mit Augen ist der Praktikant immer etwas beunruhigt!!

Vollends Angst bereitet jedoch das Wortspiel im Kleingedruckten.

Wortspielhölle Busbahnhof: cleverkusen.de

Wortspiele„, die auf der Hand liegen und doch noch deutlich finsterer sind als Boulevard:

cleverkusen.de

cleverkusen (!). Das muss man sich erst einmal trauen. Naja, wir reden über ein Gemeinwesen, in dem, wie mir eine indigene Leverkusenerin zurief, das örtliche Schwimmbad CaLEVornia heißt. Aber das ist nicht alles, sie führt weiterhin aus, ich zitiere:

„Bei einer Leuchtreklame in Kugelform dachte man dann, hier ginge auch dem scheinbar einzigen, für ganz Leverkusen zuständigen Marketing-Verantwortlichen die Puste aus, ahh, aber nein, doch nicht… Es ist ganz offensichtlich die LeverKugel!“

Doch cleverkusen ist dann doch die Krönung all dieser Bemühungen. Die „wupsi“ traut sich was und fährt diese Krönung durch die Gegend! Wobei: Allein schon der Name dieses 1924 gegründeten  Nahverkehrsunternehmens wäre einen eigenen Post wert.

Oder?

Mehr Spass ohne Glas. Becher ist das!

Im vierten dritten Jahr hintereinander bricht sich zu Karneval die Wortspielhölle Bahn!

Wie viel vom Quellgetränk hat der Urheber/die Urheberin wohl eingenommen, um derlei fipsasmusseneske Slogans zu verfassen?

„Mehr Spaß ohne Glas. Becher ist das! Wahre Liebe bleibt unzerbrechlich.”

Auch diese Session geht es also nicht ohne Sprach“witz“kriminalität, die es vor dem Humorgerichtshof in Den Haag zu ahnden gilt! Oder wie es  a. a. O. hieß:

Und jedes Jahr stirbt ein Germanist. So wahr! So richtig. Auch dieses Jahr wieder kaum zu glauben, dass SIE es sich im öffentlichen Raum trauen. Kaum zu fassen. Wer erwartet zu Beginn des Straßenkarnevals am kommenden Montag wieder einmal die Kosaken und den Heiligen Geist?

Der Praktikant

Big BILLY is watching you!

Während man sich im sozialen Netz zum Teil freiwillig sehr gläsern macht, über Vorratsdatenspeicherung diskutiert wird, fuhr dem Praktikanten am letzten Brückentag der Schreck in alle Glieder. In der Welt des Schmerzes, im sogenannten IKEA, fühlte er sich nicht nur transparent, gläsern, beobachtet, nein, durch und durch… ertappt:

BILLY weiß, dass Du viel liest… und dich selten von Büchern
trennst.

Woher weiß BILLY das? Es war eine Mischung aus Josef K. und 1984, die jede Faser seines Körpers durchzuckte. Die weisen Worte von Bernd Begemann („Wir sind alle, wir sind alle – in der IKEA-Falle!“) erhielten eine tiefe Bedeutung.

Wer fand diesen Augenblick höchst gespenstisch?

Der Praktikant.

P.S.: Und warum überhaupt duzen ihn alle bei(m) IKEA?

So lecker kann Marmelade wohnen.

Der feynschliff-Praktikant ist auf dem Weg zur Haupterwerbsarbeit und sieht frühmorgens dieses Plakat:

Das scheint die schlimme Idee, ein GAG, eines 14-jährigen Schülerpraktikantens zu sein.

Oder die finale Absegnung dieser Werbung scheint rund um den Aschermittwoch dieses Jahres gefallen zu sein. Wer möchte in einem Fettgebäck wohnen? Vor allem die Klinke auf dem Berliner (Kreppel, Pfannkuchen) … und diese Tagline… es ist alles so, so, so…. KÖLSCH!

Oder wie es launig auf Facebook diskutiert wurde: „Die Deadline für den Art Director war Aschermittwoch 8:00 Uhr, und alles was irgendwie greifbar war, war ein angebissener Kreppel Berliner vom Rosenmontag…“, „ ‎…und die ganze Mannschaft war noch besoffen.“

Wer teilt diese Meinung?

Der Praktikant

Update: Die Internetkampagne bedient sich der gleichen Berliner-Türklinken-Marmeladen-Bildsprache. Sogar animiert. Und wie geschmackvoll wirbst Du?

Wortspielhölle Köln!

Dachte man schon im letzten Jahr, es könne nicht noch viel schlechter werden…

becher_ist_das

… so belehrt einen das Karnevalsmotto, das Sessionsmotto für 2011 („Köln hat was zu beaten!“), wieder mal eines Becheren:

koeln_hat_was_zu_beaten

Wer wählt die 555-Humorpolizei?

Der Praktikant

Haben Sie mal Feuer, Dr. Adorno?

Der Praktikant, obwohl er mit einer glorreichen Mannschaft vom Niederrhein sympathisiert, wohnte mit Freunden der Bundesligabegegnung Bayer Leverkusen versus Eintracht Frankfurt 4:0 (3:0) am 06.11.2009 im Ulrich-Haberland-Stadion in der BayArena bei. Da das Spiel nach 11 Minuten entschieden war, versuchten sich die Frankfurter Anhänger irgendwie anders am Spiel zu erfreuen.

Unter dem vielstimmigen Sprechgesang „Randale, Bambule – Frankfurter Schule!“ wurde unerlaubterweise pyrotechnisches Material abgebrannt, oder anders…

frankfurter_schule_1

frankfurter_schule_2

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Haben Sie mal Feuer, Dr. Adorno?

Wie hätte sich Theodor W. Adorno – auch musikalisch – zu diesem Sprechgesang, hüstel, „positioniert“? Und wie kann man in einen vergleichbaren Anfeuerungsruf  die „Neue Frankfurter Schule“ ausreichend würdigen?

Ferner: Wer denkt über das Aufgeben des Rauchens nach… richtig…

Der Praktikant

 

So langsam aber sicher lüftet sich das Geheimnis….

welches Produkt hier beworben wird!

Auch ich habe lange & viel spekuliert worum es in diesem Video geht. Kann ich ganz offen zugeben. Nachdem mir jedoch dieser Link zugespielt wurde, wähne ich mich auf einem guten Wege, hinter die Motivation dieser viral marketing-Aktion zu kommen. Der Link verwies auf dieses famose Produkt:

ernestoschnellkochtopf

Ich zitiere aus der „Hinweis-e-mail„:

Der Lebensmitteldiscounter[…] LIDL hat in Kooperation mit mir einen Schnellkochtopf
herausgebracht. Ich habe dafür meinen Namen zur Verfügung gestellt:

Das Küchenutensil wurde minutiös meinen Daten angeglichen:

Maße: ca. 22 cm
Fassungsvermögen: ca. 6 l
Material: hochwertiger Edelstahl

Hast du nen leck’res Mahl im Kopf, koch mit Ernesto Schnellkochtopf!

Oder: Magst du’s schnell und trotzdem lecker, Ernesto Schnellkochtopf is better!

Ha! Ich habe es gewusst! Es geht um das Individuum in der Welt, das sich im – metaphorisch betrachtet – Dampfkochtopf aus privaten und beruflichen Verpflichtungen, Erwerbsarbeit, Literatur und sonstigen Projekten befindeteine substantielle Erleichterung der Garungsarbeit im häuslichen Bereich erhofft. Ein Multiplikator, ein Kommunikationsinterface, hat einfach den Wunsch, vitaminschonend zu garen. Und wer erfüllt selbstredend diesen Wunsch? Der Schnellkochtopf Ernesto. 

Sich weiterhin wie ein Bluthund auf die Fährte nach den Antworten machend, wünscht einen „Guten Appetit„…

Der Praktikant

Kalk: Support your local Veedel! (KiK)

Ist Kalk jetzt eher ein Ort der Ruhe oder – analog zu twitter – „The next Big Thing“ –  also das Viertel, „wo nie geschlafen wird“, wie es unlängst in heimvorteil geschrieben stand?

Auf jeden Fall heißt es für feynschliff und das korrespondierende Umfeld (Praktikanten, Freundinnen & Freunde, Bekannte): Support your local Team Veedel! Tja, für manche mag es eine ganz neue, nahezu diabolische Erkenntnis sein: Es gibt auch ein Köln rechts des Rheins! Die einen schwadronieren über einen Stadtteil, wie man ihn eigentlich in Berlin verorten würde, faseln etwas von Kreuzberg… nein, nein, nein! KiK muß nicht krank im Kopf heißen oder sich auf den bekannten Textildiscounter beziehen, nein, KiK heißt ganz einfach – so formulierte es der der Urheber dieses Videos unlängt per e-mail meinungsstark:

Kalk ist Kalk!

Kalk ist immer für ein Post gut! (Riesenwortspielich weiß.) Selbst wenn sich mittlerweile schon die WDR-Fernsehteams hierher verlaufen: Noch einmal zum mitschreiben: Kalk ist Kalk ist Kalk und nicht Kreuzberg oder Kreuzkalk.  Sicher, der scheidende Oberbürgermeister Schramma ist überzeugt, dass sich hier noch mehr bewegen lässt, denn es sind ja „noch einige Dinge in der Pipeline, wie man so schön sagt„:

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Doch was soll noch kommen? Das „Herr der Ringe“-Musical etwa? Hier gibt es doch schon einiges. Genug. Schon länger. Bei allen Problemen, die Kalk aus vielerlei Gründen hat und die man z. B. im Belgischen Viertel, Marienburg oder Lindenthal so nicht kennt, lässt es sich hier prima leben. Jaja. Das Odysseum ist mittlerweile fertig, es wurden einige Eigentumswohnungen an der Grenze zu Deutz gebaut, es ist wahrlich einiges in der Pipe. Doch es existiert schon sehr viel, das es lohnt, mal nach Kalk zu kommen: Das Trash-Chic war & ist so gemütlich wie günstig, die Vorstadtprinzessin urban und – zugegebenermaßen – kreuzkalkesk, die bodenständigeren Restaurants, das Haus Böhmer, das Reissdorf em Cornely und Brauhäuser mit Biergarten (und neuerdings Keller) wissen sehr zu gefallen. Die Zeit steht still in der Kaffeerösterei Hans Hogrebe. Und wenn erst noch der Blaue König wieder aufmacht – ja dann wird ohnehin alles gut!

es_lebe_die_hauptstrasse_2005

Es lebe die Kalker Hauptstrasse... das fünfte Veedel von Köln (2005)

Es gibt die private Literaturinitiative Kalker Kaffee, das Büro für Brauchbarkeit und deren Kalk-Post-Blog. Das Bürgerhaus Kalk. Ein Drittel der aktiven Schauspielerinnen und Schauspieler von Fatal Banal leben hier. Undundund.  Außerdem liegt Kalk verdammt verkehrsgünstig, man (frau natürlich auch) ist blitzschnell am ICE-Bahnhof Deutz oder via Trimbornstraße in zehn Minuten am Flughafen Köln-Bonn. Es gibt zur Erholung den Klostergarten, den Stadtgarten, das Café Schlechtriemen, die Kulisse, die Halle Kalk. Zum Einkaufen die Köln-Arcaden, der Wassertum der ehemaligen CFK als übrig gebliebenes Industriedenkmal. Sogar einen Atombunker gibt es. Kalk rockt! Und vieles mehr.

Man sieht stetig zunehmend Menschen im tagtäglichen Veedelsbild auf der Hauptstraße, die man als Studenten (m/w) oder Leute identifiziert, die „irgendwas mit Medien | Internet | Werbung“ machen. Das ist der Wimpernschlag, die Bestandsaufnahme im Mai 2009. Wie beendete Oliver Minck seinen eingangs erwähnten Artikel so unterschreibenswert:

Einen echten Kalk-Hype wird es so schnell nicht geben, und „Kommt nach Kalk!“ werde ich mir als Aufruf an dieser Stelle auch verkneifen. Was bleibt, ist die Utopie von Kalk als bunt gemischtem, urbanem und kulturverwöhntem Herz der falschen Rheinseite.

Egal welche Haltung man zu Kalk einnimmt, ob man das Veedel mag oder nicht, es bleibt dabei: Kalk ist Kalk! Mit oder ohne -Verbot 😉 . Meint & findet jedenfalls…

Der Praktikant

Danke Föhn!

Gefangen in der Wortspielhölle! Am 06. Mai 2009 prangte es an der U-Bahn-Haltestelle „Kalk-Kapelle“. Ein Nivea-Plakat schrie mich lautstark an:

DANKE FÖHN!

Ich glaubte, derlei Wortspiele in der Werbung seien mittlerweile polizeilich verboten. Es erinnerte mich an das Geflügelfachgeschäft in Marburg/Lahn, an dem ich jahrelang vorbei ging, und das einen tagein, tagaus mit einem zackigen „Puten Tag!“ grüßte. Bei einer Recherche erfuhr ich jedoch, das es sich keineswegs um die Wortspielhölle handelt, sondern darum:

Die Beiersdorf-Marke Nivea hat ihre Haarstyling-Linie überarbeitet und kommunziert dies ab sofort sowohl mit Above-the-Line und Below-the-Line-Maßnahmen.

Soso. Da bedanke ich mich föhn sehr für die Information und wünsche der Kampagne viel Erfolg.

Vielleicht fiel mir das Plakat nur deshalb auf, weil ich Marketing resp. Werbung gerne ein wenig kryptischer mag.