Der feynschliff-Praktikant ist auf dem Weg zur Haupterwerbsarbeit und sieht frühmorgens dieses Plakat:
Das scheint die schlimme Idee, ein GAG, eines 14-jährigen Schülerpraktikantens zu sein.
Oder die finale Absegnung dieser Werbung scheint rund um den Aschermittwoch dieses Jahres gefallen zu sein. Wer möchte in einem Fettgebäck wohnen? Vor allem die Klinke auf dem Berliner (Kreppel, Pfannkuchen) … und diese Tagline… es ist alles so, so, so…. KÖLSCH!
Oder wie es launig auf Facebook diskutiert wurde: “Die Deadline für den Art Director war Aschermittwoch 8:00 Uhr, und alles was irgendwie greifbar war, war ein angebissener Kreppel Berliner vom Rosenmontag…”, “…und die ganze Mannschaft war noch besoffen.”
Wer teilt diese Meinung?
Der Praktikant
Update: Die Internetkampagne bedient sich der gleichen Berliner-Türklinken-Marmeladen-Bildsprache. Sogar animiert. Und wie geschmackvoll wirbst Du?
Posted
on 08/11/2009, 08:44,
by schomb@,
under Wortspielhölle.
Der Praktikant, obwohl er mit einer glorreichen Mannschaft vom Niederrhein sympathisiert, wohnte mit Freunden der Bundesligabegegnung Bayer Leverkusen versus Eintracht Frankfurt 4:0 (3:0) am 06.11.2009 im Ulrich-Haberland-Stadion in der BayArena bei. Da das Spiel nach 11 Minuten entschieden war, versuchten sich die Frankfurter Anhänger irgendwie anders am Spiel zu erfreuen.
Unter dem vielstimmigen Sprechgesang “Randale, Bambule – Frankfurter Schule!” wurde unerlaubterweise pyrotechnisches Material abgebrannt, oder anders…
Wie hätte sich Theodor W. Adorno – auch musikalisch – zu diesem Sprechgesang, hüstel, “positioniert”? Und wie kann man in einen vergleichbaren Anfeuerungsruf die “Neue Frankfurter Schule” ausreichend würdigen?
Ferner: Wer denkt über das Aufgeben des Rauchens nach… richtig…
Auch ich habe lange & viel spekuliert worum es in diesem Video geht. Kann ich ganz offen zugeben. Nachdem mir jedoch dieser Link zugespielt wurde, wähne ich mich auf einem guten Wege, hinter die Motivation dieser viral marketing-Aktion zu kommen. Der Link verwies auf dieses famose Produkt:
Ich zitiere aus der “Hinweis-e-mail“:
Der Lebensmitteldiscounter[...] LIDL hat in Kooperation mit mir einen Schnellkochtopf
herausgebracht. Ich habe dafür meinen Namen zur Verfügung gestellt:
Das Küchenutensil wurde minutiös meinen Daten angeglichen:
Maße: ca. 22 cm
Fassungsvermögen: ca. 6 l
Material: hochwertiger Edelstahl
Hast du nen leck’res Mahl im Kopf, koch mit Ernesto Schnellkochtopf!
Oder: Magst du’s schnell und trotzdem lecker, Ernesto Schnellkochtopf is better!
Ha! Ich habe es gewusst! Es geht um das Individuum in der Welt, das sich im – metaphorisch betrachtet – Dampfkochtopf aus privaten und beruflichen Verpflichtungen, Erwerbsarbeit, Literatur und sonstigen Projekten befindet & eine substantielle Erleichterung der Garungsarbeit im häuslichen Bereich erhofft. Ein Multiplikator, ein Kommunikationsinterface, hat einfach den Wunsch, vitaminschonend zu garen. Und wer erfüllt selbstredend diesen Wunsch? Der Schnellkochtopf Ernesto.
Sich weiterhin wie ein Bluthund auf die Fährte nach den Antworten machend, wünscht einen “Guten Appetit“…
Auf jeden Fall heißt es für feynschliff und das korrespondierende Umfeld (Praktikanten, Freundinnen & Freunde, Bekannte): Support your local Team Veedel! Tja,für manche mag es eine ganz neue, nahezu diabolische Erkenntnis sein: Es gibt auch ein Köln rechts des Rheins! Die einen schwadronieren über einen Stadtteil, wie man ihn eigentlich in Berlin verorten würde, faseln etwas von Kreuzberg… nein, nein, nein! KiK muß nicht krank im Kopf heißen oder sich auf den bekannten Textildiscounter beziehen, nein, KiK heißt ganz einfach – so formulierte es der der Urheber dieses Videos unlängt per e-mail meinungsstark:
“Kalk ist Kalk!“
Kalk ist immer für ein Post gut! (Riesenwortspiel – ich weiß.) Selbst wenn sich mittlerweile schon die WDR-Fernsehteams hierher verlaufen: Noch einmal zum mitschreiben: Kalk ist Kalk ist Kalk und nicht Kreuzberg oder Kreuzkalk. Sicher, der scheidende Oberbürgermeister Schramma ist überzeugt, dass sich hier noch mehr bewegen lässt, denn es sind ja “noch einige Dinge in der Pipeline, wie man so schön sagt“:
Doch was soll noch kommen? Das “Herr der Ringe”-Musical etwa? Hier gibt es doch schon einiges. Genug. Schon länger. Bei allen Problemen, die Kalk aus vielerlei Gründen hat und die man z. B. im Belgischen Viertel, Marienburg oder Lindenthal so nicht kennt, lässt es sich hier prima leben. Jaja. Das Odysseum ist mittlerweile fertig, es wurden einige Eigentumswohnungen an der Grenze zu Deutz gebaut, es ist wahrlich einiges in der Pipe. Doch es existiert schon sehr viel, das es lohnt, mal nach Kalk zu kommen: Das Trash-Chic war & ist so gemütlich wie günstig, die Vorstadtprinzessin urban und – zugegebenermaßen – kreuzkalkesk, die bodenständigeren Restaurants, das HausBöhmer, das Reissdorf em Cornely und Brauhäuser mit Biergarten (und neuerdings Keller) wissen sehr zu gefallen. Die Zeit steht still in der Kaffeerösterei Hans Hogrebe. Und wenn erst noch der Blaue König wieder aufmacht – ja dann wird ohnehin alles gut!
Es lebe die Kalker Hauptstrasse... das fünfte Veedel von Köln (2005)
Man sieht stetig zunehmend Menschen im tagtäglichen Veedelsbild auf der Hauptstraße, die man als Studenten (m/w) oder Leute identifiziert, die “irgendwas mit Medien | Internet | Werbung” machen. Das ist der Wimpernschlag, die Bestandsaufnahme im Mai 2009. Wie beendete Oliver Minck seinen eingangs erwähnten Artikel so unterschreibenswert:
Einen echten Kalk-Hype wird es so schnell nicht geben, und „Kommt nach Kalk!“ werde ich mir als Aufruf an dieser Stelle auch verkneifen. Was bleibt, ist die Utopie von Kalk als bunt gemischtem, urbanem und kulturverwöhntem Herz der falschen Rheinseite.
Egal welche Haltung man zu Kalk einnimmt, ob man das Veedel mag oder nicht, es bleibt dabei: Kalk ist Kalk! Mit oder ohne -Verbot . Meint & findet jedenfalls…
Gefangen in der Wortspielhölle! Am 06. Mai 2009 prangte es an der U-Bahn-Haltestelle “Kalk-Kapelle”. Ein Nivea-Plakat schrie mich lautstark an:
DANKE FÖHN!
Ich glaubte, derlei Wortspiele in der Werbung seien mittlerweile polizeilich verboten. Es erinnerte mich an das Geflügelfachgeschäft in Marburg/Lahn, an dem ich jahrelang vorbei ging, und das einen tagein, tagaus mit einem zackigen “Puten Tag!” grüßte. Bei einer Recherche erfuhr ich jedoch, das es sich keineswegs um die Wortspielhölle handelt, sondern darum:
“Die Beiersdorf-Marke Nivea hat ihre Haarstyling-Linie überarbeitet und kommunziert dies ab sofort sowohl mit Above-the-Line und Below-the-Line-Maßnahmen. “
Soso. Da bedanke ich mich föhn sehr für die Information und wünsche der Kampagne viel Erfolg.
Den korrespondierenden Werbespot zur Maßnahme “Danke Föhn” finden Sie als Video auf dem Internetauftritt von “Werben & Verkaufen” [hier].
Vielleicht fiel mir das Plakat nur deshalb auf, weil ich Marketing resp. Werbung gerne ein wenig kryptischer mag.