Pop-Kräne in Deutz!

Zum Werden derMessecity“ in Deutz tragen durchaus poppige Leuchtkräne mit bei.

Wer hofft sehr, dass auch die wichtigste Regel („Kranplätze müssen verdichtet sein!“) berücksichtigt wurde?

Der Praktikant

Ist es Kunst oder ein Protest gegen Plastikbesteck?!

Gestern auf dem Weg zum grandiosen kantonesischen Restaurant „Shanghai Küche entdeckten wir auf dem Platz am Hohenzollernring – schräg gegenüber von Vostells „Ruhender Verkehr“ – folgende Anordnung von Plastikgabeln.

Es sieht nicht so aus wie ein lustiges Jungesellenabschieds-Spiel oder gedankenlos weggeworfenes Einwegbesteck. Deshalb bleibt die zentrale Frage:

Ist es Kunst oder ein Protest gegen Plastikbesteck?!

Was glaubt Ihr?

Der heißeste Tag des Jahres!

Der Express annoncierte für den heutigen Tag 36 Grad Celsius. Es könnte also der heißeste Tag des Jahres 2018 werden. Eine dem Praktikanten unbekannte Mitreisende in der S6 sorgte aber schon um 7.14 Uhr fotografierenswert vor.

Sie hat einen Reiseventilator mit USB-Anschluss dabei. Wir sagen total begeistert:

Chapeau!!

Köln und die Liebesschlösser: Bis dass die Flex uns scheidet!

Am „Büdchen des Friedens“ gibt es derzeit nur ein Themadie Liebesschlösser:

„Hey Jungs, schon gehört?!? Der Korrosionsschutz des Zauns auf der Hohenzollernbrücke muss erneuert werden. Alle Schlösser werden weggeflext abgesägt. Mit dem Erlös aus dem Metallverkauf könnte diese Kirmesstadt schuldenfrei werden – auf einen Schlag!!!“

Palermo am Rhein? Von wegen. Die Grünen werden Einzelfallprüfung fordern, die FDP die Rückgabe jedes Schlosses an seinen Besitzer, und bis CDU und SPD die Auftragsvergabe an den Schwippschwager von Pitter Löres ausgeklüngelt haben, vergehen weitere 10 Jahre. Und wenn sie die Dinger endlich absägen, stürzt die Brücke ein.“

„Jo! Wahrscheinlich fährt während der Demontage ein Kapitän der KD im Vollsuff gegen einen Brückenpfeiler und die auf dem Oberdeck feiernde Karnevalsgesellschaft ‚Rut-wieße Jonges‘ aus Köln-Bilderstöckchen wird von den herabregnenden Schlössern erschlagen.

Dieser Dialog hat so selbstverständlich nicht stattgefunden, denn niemand käme auf die Idee, solche abstrusen Gedanken und Dialoge in Verbindung mit unserem herrlischen Köln zu bringen! Oder?

„Gartenfreunde“

Ein paar unmotiviert spendierte Anführungsstriche (oder „Gänsefüßchen„, wie wir Spätgeborenen sagen) gehen immer. Es gibt so viele tolle Beispiele wie „frischem Teig“ oder „Badehosenpflicht“ Hier ein wunderschönes Beispiel der KGV „Gartenfreunde“ e.V. aus Leverkusen-Opladen:


Und während ich mich so an der Zusendung eines Kollegens („Kollegen’s“) erfreue, fällt mir die höchst inviduelle Schreibweise des Wertmarken-Synonyms auf … Das erinnert mich an einen Nachmittag in Herleshausen bei Halle an der Saale, als ich hungrig war und mir „Snack’s“ angeboten wurden. Es ist wirklich wohlfeil, über „Deppenapostrophe“ zu spotten. Aber ab und an muss es wieder sein.

Oder?

 

 

Köln, ordentlicher als sein Ruf!

Dieses Köln ist deutlich ordentlicher als sein Ruf! Hier achtet man/frau auf eine vernünftige Müllentsorgung! Entgegen der oft bemühten Klischees von Köln als dreckig und anarchistisch, werden herausgerissene Verkehrspoller nämlich ordentlich „weggeworfen„.

Patient Köln – Wie steht es um unsere Stadt?

Bei diesem Titel und der Fragestellung mussten wir das Verlagshaus Kiepenheuer & Witsch natürlich aufsuchen und wurden noch vor der Veranstaltung mit einem schönen Blick auf Dom & Halbmond belohnt. Im Rahmen von regelmäßig-unregelmäßig stattfindenden Diskussionsveranstaltungen (und auch das obligatorische Pittermännchen durfte nicht fehlen!) näherte sich der KiWi-Verlag diesmal, bei der siebten Veranstaltung, dem Patienten Köln und der Frage: Wie steht es um unsere Stadt? Um das Fazit der knapp anderthalb Stunden vorwegzunehmen:

Es steht sehr, sehr schlecht um Köln, und doch ist noch nicht komplett Hopfen & Malz verloren!

Aus einem Pisspott kannst du kein Mokkatässchen machen.“ (Biggi Wanninger zit. n. Christine Westermann)

Auf dem Podium waren: Stephan Grünewald, Diplom-Psychologe, Mitbegründer des renommierten rheingold Instituts und Autor, u. a. von »Köln auf der Couch«, und Joachim Weiner, Soziologe und ehemaliges Mitglied der Initiative »Köln kann auch anders«. Die Moderation oblag Helga Frese-Resch (die einen – wie man im Laufe der Veranstaltung erfuhr – Karnevals-Knigge in 5. Auflage geschrieben hat) und Lutz Dursthoff, beide Verlag Kiepenheuer & Witsch. Der Imi und Nichtrheinländer Dursthoff konnte auch als einziger das Wort „Stadtarchivkorrekt aussprechen …

Der Opener von Frau Frese-Resch – die eben nicht in einem „Pisspott“ leben möchte – stimmte auf die kommenden knapp anderthalb Stunden ein, sie sagte sinngemäß: „Alles geht in Köln den Bach runter und sie bekommt die Anforderungen einer Großstadt einfach nicht hin.“ Dursthoff assistierte mit Beispielen des Scheiterns, bei denen hier nur der Archiveinsturz als pars-pro-toto – und möglicher Wendepunkt – in der jüngeren Kölner Geschichte genannt werden soll.

Stephan Grünewald fand (und findet) sich schon sehr, sehr gut & sprach geschliffen und zitierfähig:

„Köln hat einen einzigartigen Wirkungsraum geschaffen. Was wir jetzt erleben, ist die Kehrseite dieses Wirkungsraumes.“

Ab und an kam ich mit dem Notieren der Bonmots gar nicht mehr nach. Denn das Hauptproblem des „Kölners als solchem“ ist das Warten auf Heinzelmännchen und Heilsbringer von außen. Das sind die:

„Symptome der Behinderung. Der Versuch, Größe und Gemütlichkeit unter einen Hut zu bekommen […] aus Stroh Gold zu spinnen […] es entsteht moussierender Stillstand.“ (Stephan Grünewald)

Jürgen Weiner (aus Düsseldorf – es lebe die Folklore!)  entführte den Zuhörer, der mit dem Rat und den Dezernaten nicht so vertraut ist, in die Untiefen der Kölner Stadtverwaltung – ich hatte ab und an den Gedanken an Dantes Vorhölle. Mir war beispielsweise nicht klar, dass unsere Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Dezernenten gegenüber nicht weisungsberechtigt ist: Und unter den Dezernenten (es gibt sicher einige, die talentierter und deutlich kompetenter sind als zum Beispiel Frau SusanneIch habe nicht den Oberverantwortungshut aufLaugwitz-Aulbach) hängen jeweils sechs bis acht Ämter. Endzeit! Aber: In einer „richtigen“ Stadt hätte man Verwaltungsmitarbeiter wie Guido Kahlen mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt. Nicht nur wegen seines Desasters Kalkberg. Aber hier in Köln interessieren die Minderleistungen Kahlens – bis auf wenige Ausnahmen – überhaupt nicht.

Süffisant sprach Weiner dann davon, dass man die Probleme in der Kölner Verwaltung (jeder gegen jeden, einige Ämter und Dezernate sprechen nicht miteinander!) über das Allheilmittel Verwaltungsreform zu lösen versucht. Aber auch diese Verwaltungsreform wird den – man verzeihe mir diesen Trumpismus – Sumpf nicht trockenlegen. Was hilft ist, laut Jürgen Weiner, sich eingehend mit Verwaltung zu beschäftigen, auch wenn das nicht spannend ist, um die Zusammenhänge in Köln zu erkennen und inhaltlich kritisieren zu können. Als er allerdings kurz ein paar Arbeitsergebnisse verschiedener Interessengruppen und Integrationsprojekte paraphrasierte, von denen keine je realisiert werden konnten, kam er höchst meinungsstark  zu dem Schluss:

„Ist der Kölner vielleicht einfach nicht intellektuell genug […] und zu ich-bezogen?!“ (Jürgen Weiner)

Ich konnte bei diesem Statement übrigens weder Murren noch Widerspruch im Auditorium wahrnehmen! Ist es etwa wirklich so, wie Boris Pofalla im Sommer in der FAZ über Köln schrieb:

„Kein Stolz, kein Gestaltungswille, nur Ausflüchte.“

Kurz wurden die Kölner Macher Adenauer und Wischnewski angetippt, die aber keine Ideologen – sondern Macher im Sinne eines Maggelns – waren. Köln sei ohnehin eine unideologische Stadt: Selbst knallharte Kommunisten wie  Paul Neuhöffer vom Pahl-Rugenstein-Verlag haben sich an den Kölnern die Zähne ausgebissen. Natürlich wurde auch zweimal der 1. Fußballclub Köln als Bezugspunkt und Beispiel für Großmannssucht und Selbstbesoffenheit erwähnt. Als man sich noch mit Bayern München, Dortmund etc. verglich, ging es natürlich total schief und man stieg mehrfach ab. Als der Vergleichsverein Mainz wurde und man konsequent und engagiert arbeitete, ohne auf Heilsbringer von außen – siehe oben – zu hoffen, war der Erfolg da. Trotz der derzeitigen Delle.

Die Herausforderung, an der bisher Politiker, engagierte Bürger wie auch die Verwaltung scheiterte, ist auch …

„das Produktiv-Kindsköpfige der kölschen Stadtgesellschaft – ein ewiger Kindergeburtstag […] das ist ein sehr egalitäres Prinzip: Jeder will mitmachen und -reden.“

Werden wir die Abkehr davon schaffen? Es ist ja nicht alles schlecht in Köln – kurz ging man auf die Zukunft und Perspektiven der Medienstadt ein (auch wenn es deutliche Kritik an der Zeitungslandschaft und dem WDR aus dem Publikum gab) und auf Möglichkeiten der Digitalisierung: Kann Köln zu einem rheinischen Tal des Siliziums werden? Ja, aber:

„In Köln haben wir eine produktive Verrücktheit – gepaart mit intensiven Selbstzweifeln.“ (Grünewald)

Außerdem kann man an den KVB-Fahrkartenautomaten bargeldlos zahlen: Willkommen in den Nuller Jahren! Kurz bevor die Veranstaltung nach gut 80 Minuten ein Ende fand, bemerkte ein Zuhörer zu Recht, oft werde vergessen, dass im Rahmen der Rückkehr der Hauptstadt von Bonn nach Berlin, viele Verbände, einige Botschaften und vor allem die virulente Kunst– und Musikszene Kölns (damals mit Weltgeltung!) nach Berlin ging – oder gezogen wurde.

Ein sehr schönes Bücherregal mit dem Prosa-Opus-Magnum von Helge Schneider im Zentrum.

Ich dachte die ganze Zeit nur an eines: Von der New Yorker, Londoner, Pariser oder sogar Berliner Warte aus, würde sich die Frage SO nicht stellen! Denn dann wären Köln, Düsseldorf, Leverkusen und alles, was die Landkreise drumherum angeht, Teile – Stadtteile – einer großen Metropole oder Metropolregion. Dann würden wir  gar nicht so kleinteilig denken und argumentieren. Das wäre wohl eine viel zu geschichtsvergessene Haltung, Heiko! Und ich habe mich natürlich nicht getraut, das mit der „Metropole“ zu sagen. Denn es ging um Köln und um das „Jeföhl“. Mit Blick auf den Einsturz des Stadtarchivs hoffe ich, dass das der Wendepunkt war: Die Selbstbesoffenheit führte zum Gedächtnisverlust. Hoffentlich sind jetzt alle wieder nüchtern.

Das Fazit des gelungenen Gedankenaustausches:

„In Köln ist noch viel Luft nach oben – aber wo kommt die Luft her?“ (Helga Frese-Resch)

Nach der Veranstaltung war wieder vor der Veranstaltung. Ein Blick auf den Kölner Dom (mit seinen „mütterlichen Zitzen“, so Grünewald) bei Mondschein. Ein Moment des Innehaltens, in dem beim Praktikanten kurz der Glaube vorhanden war, Projekte könnten hier vielleicht doch gelingen.

Hier, in Köln am Rhein.

LANDLEBEN KALK – DIE LEBENSGEFAHR!

Ein #Eichhörnchen besuchte uns auf dem Balkon & der Praktikant fand es NICHT süß, denn diese Insekten Dinger Tiere können Tollwut haben!!

Also blieb der ungebetene „Gast“ vor der Tür. Immerhin gibt es eine Postexpositionsprophylaxe und Eichhörnchen scheinen grundsätzlich wenig betroffen. Aber sicher ist sicher. Ich lebe doch nicht in der Großstadt, um ständig von brandgefährlichen Tieren heimgesucht zu werden!

Findet:

Der Praktikant.

Konrad Adenauer und die Stadt der Zukunft!

Die Themenwoche vom 13. bis 20. Oktober in einem Satz zusammengefasst:

Konrad Adenauer würde sich im Grabe umdrehen, nein rotieren, sähe er das heutige Köln.

„Rolltreppen in Deutz“ – es könnte ein Werk von Michael Ende sein!

Ja, es hat sehr, sehr lange gedauert, bis die Rolltreppen in Deutz ausgetauscht wurden – an einigen Gleisen ist man sogar noch dabei. Es wurde unfassbar viel lamentiert und zu Recht beschwert, wenn man an Menschen mit Kinderwagen, Gepäck, Gehbehinderte und Ältere denkt. Deutz ist die totale Abwesenheit von Barrierefreiheit. Und es war auch für Menschen, die gut zu Fuß sind und kein schweres Gepäck dabei haben, sehr, sehr unerfreulich, wenn sich die Pendler auf der schmalen Treppe begegneten.

Und dann der Schock, der Praktikant dachte: Das ist doch nicht mehr mein Land! Für Gleis 1/2 wurde ein Ende der Austauscharbeiten – nach gut vier Monaten – zum 27.07.2017 avisiert – und was geschieht? Die Rolltreppe an Gleis 1/2 – meine Haus-und-Hof-„Rennstrecke“ – wurde 8 („acht“) Tage früher fertig. Potzblitz! Donnerlittchen!

Gehört Deutz nun wirklich noch zum „BER-Stuttgart-21-Nord-Süd-Bahn-Oper-Köln-Elphi“-Deutschland, das ich kenne? Acht Tage früher fertig. Unfassbar. Ungeheuerlich!

Nach nur anderthalb Wochen bot sich dann jedoch dieses Bild:

Die Rolltreppe war außer Betrieb. Vielleicht war ich zu früh unterwegs?!? Am nächsten Tag, später, das gleiche Bild. Und am dritten Tag schaute ich genauer hin und entschied mich flankierend für eine Kontaktaufnahme zur DB Regio via twitter. Die Antwort war leider sehr, sehr ernüchternd:

Ich gehöre zu den durchaus kritischen Begleitern der Deutschen Bahn, die mich in meinem bisherigen Leben viel Zeit & Nerven gekostet haben. Beispiele dafür finden sich auch auf diesem Blog zuhauf. Aber wer muss auch mal anerkennen, wenn die Deutsche Bahn Prügelknabe ist, ohne dass sie etwas dafür kann?

Der Praktikant