Buchtipp: Unwörterbuch – Sprachsünden und wie man sie vermeidet

Als Online-Texterin habe ich schon diverse Bücher über das Verfassen guter und ansprechender Texte gelesen. Das ist mal hilfreich, mal bestätigend und manchmal einfach nur langweilig. Beim Lesen des Unwörterbuchs von Alfred Gleiss sind mir zwei erfreuliche Dinge klar geworden: Ein Sprachbuch muss keine Neuerscheinung sein, um aktuelle Themen zu behandeln. Und die Lektüre kann sogar richtig Spaß machen.

Die Originalausgabe (Besseres Deutsch mit lebendigen Beispielen, Sprache auf dem rechten Gleis) erschien 1976; ich habe die erweiterte Ausgabe (mit oben genanntem Titel) von 1981 antiquarisch erstanden.

Es geht darin also um die deutsche Sprache vor über 30 Jahren. Man könnte meinen, dass sich seither so viel geändert hat, dass die Ratschläge mehr oder weniger überholt sind. Das ist aber so gut wie gar nicht der Fall – trotz der gefühlt fünf bis zehn durchlebten Rechtschreibreformen. Denn der Jurist Alfred Gleiss (Jahrgang 1904, 1997 gestorben) nimmt sich in erster Linie der stilistischen und inhaltlichen Sprachsünden an. Das tut er anhand vieler, vieler originaler Negativ-Beispiele, die er ebenso scharfsinnig wie amüsant auseinandernimmt und kommentiert.

Sicher, es gibt Einzelfälle, die er kritisiert, die heute nicht mehr relevant sind. Die Masseuse heißt inzwischen Masseurin, und deshalb klingt es ein wenig wunderlich, wenn sich Gleiss wortreich über die falsche Pluralbildung „Masseusinnen“ beklagt. Unterhaltsam ist das aber trotzdem. Und lehrreich auch, denn Gleiss wettert grundsätzlich gegen aufgeblähte Satzgebilde und missverständliche oder gar falsche Redewendungen, die einem jeden Tag um die Ohren gehauen werden, aber absolut verzichtbar sind. Heute genauso wie vor 30 Jahren.

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