EURO2012-Tagebuch (18)

[Vorrunde]

16.06.2012:

Tschechien – Polen (20:45 Uhr – Breslau – ZDF)

Griechenland – Russland (20:45 Uhr – Warschau – ZDF)

Im ersten Spiel ist meinerseits KEINE Prognose möglich, da ist einfach alles drin. Vielleicht mit einem kleinen, klitzekleinen Vorteil für den Co-Gastgeber, haben sie doch die Möglichkeit, es besser zu machen als die Gastgeber der letzten EM und das Viertelfinale in Danzig zu erreichen. Tschechien ist für mich nach den ersten beiden Begegnungen nicht auszurechen.

Bei Griechenland gegen Russland kann noch eine Überraschung möglich sein: Wenn sie die ersten fünf Minuten des Spiels nicht verschlafen, können sie die Russen ärgern. Läuft alles wie erwartet, werden die Nichtbefolger der heiligen Lehre von Otto Rehhagel ohne Sieg nach Hause fahren.

Und falls es bei Tschechien versus Polen knapp wird, im Kampf um Platz zwei, hier die Vorgehensweise bei Punkt- und Torgleichheit:

1. Höhere Anzahl Punkte im direkten Vergleich;
2. Bessere Tordifferenz im direkten Vergleich (bei mehr als zwei punktgleichen Mannschaften);
3. Höhere Anzahl der erzielten Tore im direkten Vergleich (bei mehr als zwei punktgleichen Mannschaften);
4. Wenn nur zwei Mannschaften nach der Anwendung der Kriterien 1) bis 3) auf mehr als zwei Mannschaften immer noch denselben Platz belegen, entscheidet das Ergebnis zwischen den beiden Mannschaften.
5. Bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen;
6. Höhere Anzahl der erzielten Tore in allen Gruppenspielen;
7. Höherer UEFA-Koeffizient zur Auslosung der Gruppenphase;
8. Besseres Fairplay-Verhalten während der Endrunde;
9. Losentscheid

Nicht erwähnt wird Punkt 0: Das Wort und die Hand Michel Platinis. 😉

Der gestrige Spieltag:

Ukraine – Frankreich 0:2 (0:0)

Fritz-Walter-Wetter wird im Becken nicht goutiert. Heute nennt man das „1:0 Petrus„, „Wolkenpfostenbruch“ oder „Platzsturmwind“! Egal. Ich danke „Hirngabel“ für den Liveticker, der mich à jour hielt, ansonsten gilt: Wetterkapriolen und ein französischer Doppelschlag – der Geheim-Geheimfavorit hält sich jetzt für einen Geheimfavoriten. Und hat seit 2006 endlich auch mal ein Turnierspiel gewinnen können.

Schweden – England 2:3 (0:1)

Gestern stellte das ZAG die richtigen Fragen zum Spiel:

„Erleben wir heute endlich das englische Waterloo? Und wann wird‘s mal wieder richtig Sommer?“

Das war also die Begegnung „Schwer tätowierte Schweden & der Mann mit den Prinzessin Lillifee-Schuhen“ gegen Superendland. Ähem: -egerland. Quatsch: England. One Prize. Two Countries. Three Lions.

Alles anders als erwartet, alles anders als getippt! Das 2:3 macht ein Engländer (!) mit der Hacke (!).  Ja, sind denn jetzt alle verrückt geworden?!? Ein munterer Kick in Halbzeit zwei. Die Schweden sind ausgeschieden. Und bei einem Spieler der Engländer musste ich die ganze Zeit an meinen alten Kumpel Lieutenant Commander Worf denken. Ferner gilt es über die Farbgebung & den Schnitt der englischen Trikots zu diskutieren. Das schmälert jedoch die englische Leistung nicht für zwei Cent und das hier ist ja nicht die BUNTE. Können sie – laut Tableau – eigentlich schon wieder gegen Portugal im Elfmeterschießen ausscheiden?! 

P.S.: Ich habe mich lange gefragt, warum ich 2006 ausgerechnet diese Zaunfahne photographierte – aber so langsam fällt es mir wieder ein…

Was sonst noch passierte / Presseschau:

Frankreich gewinnt Regenpartie von Donezk.

EM-Gastgeber Ukraine: Der Fluch von Donezk.

Der EM-Gastgeber trauert und zittert.

Welbecks Hackentor zerstört Schwedens Traum.

Ein Hackenwischer für die Geschichtsbücher.

Ratsherr lobt polnische Hooligans.

Die russischen Hooligans wollen Rache„.

Traum oder Trauma: Polen hat sein Schicksal „selbst in der Hand“.

Bastian Schweinsteiger: Kampf und Schmerzen.

Gomez auf dem Weg zum Euro-König.

Gut ins Turnier gestartet: Löw-Elf auf Kurs.

Außer Form – Magath sorgt sich um Podolski.

Als Klub wäre Deutschland der 1. FC Köln„. Gottseidank können wir nicht im „klassischen Sinne“ absteigen…

Dauergrinsen und lahmes Publikum – ZDF setzt EM-Studio auf Usedom in den Sand.

Bewegtbilder: Oliver Kahns erster Tweet.

Transkription: Oli Kahns erstes Mal

Mario Gomez großer Facebook-Gewinner.

Zitate des gestrigen Spieltags:

„Es geht hier nicht um Mario Gomez oder noch weniger um Mehmet Scholl, es geht um Deutschland.“ (Mario Gomez)

„Bombo und Thünn. 70 Jahre Stadionerfahrung gegen das Girlandentum.“ (Thünnwardt Tünnenson)

Erkenntnisse:

Keine.

Leserresonanz, meinungsstark:

größter witz des turniers mal wieder die iren, mannschaft wie fans. mit dieser „dabeisein ist alles-mentalität“ werden die immer in der vorrunde scheiern. aber hauptsache weinerliche lieder über kartoffelfäule singen und schön voll, und dann ab unter den europäischen rettungsschirm. (ZAG, Hessisch-Lichtenau)

Der Verfasser dieses Blogs macht sich diese Meinung nicht zu eigen, musste aber ob der Meinungsstärke doch schmunzeln.

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