Kinderverwirrbuch 02: Wie entsteht eigentlich Kabelsalat?

Das erste Kinderverwirrbuch hat Ringelnatz 1931 verfasst. Seit einem Monat gibt es eine interaktive Version, bei der jeder mitmachen kann. Gesammelt werden verwirrende, aber plausible Lügengeschichten für Kinder, die Spaß machen und gleichzeitig eine kritische Haltung gegenüber der Medienwelt schulen sollen. Ein weiteres Ziel ist, die schönsten Geschichten als Buch zu veröffentlichen und die Erlöse an zwei Kinderhilfsprojekte von CARE zu spenden. Heißt: Alle Autoren arbeiten für Ruhm und Ehre und erhalten kein Honorar.

Die Geschichte sollte circa 150 Wörter lang sein und jeweils ein Bild enthalten. Bisher sind 40 Geschichten online – bis zu 500 Beiträge sollen es insgesamt werden. Themen sind unter anderem: Warum machen Flugzeuge manchmal weiße Streifen am Himmel? Die Wiege der Menschheit, Warum Katzen Eier legen, Auf der Insel Sylt ist die maximale Schafsgeschwindigkeit endlich amtlich geregelt, Wie die Erde rund wurde und und und…

Weitere Informationen und alle bisher veröffentlichten Geschichten können unter www.kinderverwirrbuch.de nachgelesen werden.

Braucht die deutsche Sprache ein Reinheitsgebot?

Rechtfertigen absurde Denglisch-Kreationen und überflüssige Anglizismen ein Grundrecht auf die reine deutsche Sprache, wie es die CDU auf einem Parteitag 2008 forderte? Was wäre eigentlich die Konsequenz? Gäbe es dann eine deutsche Sprachpolizei, bei der besonders unerträgliche Sprachsünder zur Anzeige gebracht werden könnten? Wie sähe die Bestrafung aus? Statt Sozialstunden 20 Einheiten Deutsch-Unterricht? Ziemlich absurd, aber ein reizvoller Gedanke ist es irgendwie schon.

„Auf deutsch gesagt: das ist doch totaler Bullshit“

Denn manchmal, wenn ich Sätze höre wie „Auf deutsch gesagt: das ist doch totaler Bullshit“, „Ich bin gesaved“ oder auch “…total crazy“, ertappe ich mich schon dabei, mir eine deutsche Sprache mit ausschließlich deutschen Ausdrücken zu wünschen. Solche und ähnliche Sätze erklingen häufig im sogenannten Unterschichten-Fernsehen. Das Problem beschränkt sich allerdings nicht auf eine bestimmte Schicht, denn Business-Denglisch ist kein bisschen besser. Wobei ich mich gar nicht mehr über Meetings oder Calls aufregen will – “Das habe ich gedownloaded” oder auch wörtliche Übersetzungen aus dem Englischen wie die schon oft diskutierten Am Ende des Tages oder Das macht Sinn kann ich schon lange nicht mehr hören. Ganz zu schweigen von Begriffen wie Handy, Beamer, Hometrainer etc., die englisch zu sein scheinen, tatsächlich aber deutsche Erfindungen sind.

Andererseits: Soll ich erst, bevor ich mich in irgendeiner Form äußere, in den Duden schauen, ob auch alle Begriffe, die ich verwenden möchte, bereits offiziell in den deutschen Sprachgebrauch übergegangen sind? Nein, das ist doch totaler Bullshit, denn Sprache verändert sich nun mal. Und auch wenn die Entwicklung nicht immer in eine Richtung geht, die mir gefällt, ist das alles besser als eine Verfassungsänderung, die sowieso nichts bewirkt.

„Besser als wie man denkt“

Tatsächlich wünschen würde ich mir allerdings eine Sprachpolizei, die alle Werbekampagnen verhindert, in denen immer noch – Jahre nach der Telefonauskunft-Nummer und gerne auch immer wieder mit Frau Pooth – bewusst und ohne Not die deutsche Sprache falsch verwendet wird. Da kann die Bild-Zeitung die angebliche Grammatik-Schwäche noch so sehr als „kultverdächtig“ feiern, das ist einfach schlecht. Und so wird mir dann auch. Das ist zwar schon wieder ein ganz anderes Thema, aber auch Anglizismen in der Werbung sind in der Regel ebenso wenig schön.

Wer mit schlechtem Deutsch oder Denglisch erst gar nicht anfangen möchte, findet auf WieSagIchsAufDeutsch.de ein Forum zur Vermeidung von Anglizismen und anderen störenden Ausdrücken. Lassen sich Anglizismen in bestimmten Fällen nicht vermeiden, wird im Text-Gold-Blog gut erklärt, wie man sie korrekt einsetzt.

Wortspielhölle Köln!

Dachte man schon im letzten Jahr, es könne nicht noch viel schlechter werden…

becher_ist_das

… so belehrt einen das Karnevalsmotto, das Sessionsmotto für 2011 (“Köln hat was zu beaten!”), wieder mal eines Becheren:

koeln_hat_was_zu_beaten

Wer wählt die 555-Humorpolizei?

Der Praktikant

Lesbarkeit von Texten online prüfen

Texte fesseln umso mehr, je interessanter und spannender sie verfasst sind. Eines sollten sie aber gleichzeitig auch sein: leicht verständlich und gut lesbar. Dafür reicht es manchmal schon, wenn man sich den Text selbst laut vorliest oder, noch besser, ein kritisches Publikum zur Verfügung hat.

Man kann die ganze Sache aber auch mathematisch angehen: Karl Kratz empfiehlt in seinem Onlinemarketing-Blog drei Online-Tools, die schnell und kostenlos die Lesbarkeit von Texten prüfen. Zwei der Tools waren mir bisher nicht bekannt und haben mir sehr gut gefallen.

Die Auswertungen der Tools sind nicht unbedingt dazu geeignet, völlig neue Erkenntnisse zu erlangen; interessant sind sie allemal. Dieser Text zum Beispiel hat eine hohe Lesbarkeit und entspricht in etwa dem Niveau einer Boulevardzeitung. Ist doch super!

E kölsch Leed (Karneval in Kölle 2009/2010)

Kölle Alaaf!!!!

… jajaja, und “Halt Pohl” und “Helau!”, um die größten NRW-Karnevalshochburgen jenseits von Kölle am Rhing abzudecken… Es ist also wieder so weit: Die Session 2010 hat begonnen. Und da möchte der feynschliff-Blog auch auf das Lied von befreundeten Künstlern hinweisen und es empfehlend befördern. Werbung machen für…

“E kölsch Leed”

fabamaxinet

Denn…

Franzuse, Römer, Brunge
Mit Füer un mit Stahl
Üch hammer jet jesunge
Ihr wohrt uns drissejal

To make a long story short: So viele Karnevalslieder mit wirklich anspruchsvollen Texten gibt es nun ja nicht! Deshalb hier der Solitär, der Musik-Tipp für den heutigen 11.11. und den Rest der Session:

Guido Krutwig & Fatal Banal: “E kölsch Leed”. Eine Hörprobe finden Sie [hier].

Alaaf, Halt Pohl & Helau!” wünscht

Der Praktikant

Literatur-Nobelpreis 2009 für Herta Müller!

… es hat ja schon Tradition, die Entscheidungen der Stockholmer Akademie nicht immer und sofort nachvollziehen zu können.

Und 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, mag es – neben der Literatur selbst – Gründe für diese Entscheidung geben. Der Nobelpreis für Literatur geht also an Herta Müller. Aber wie immer sind da auch Menschen, die dieses Votum eben nicht nachvollziehen können und sich zu launigen Stellungnahmen entschließen. In diesem Fall war es Proto-Kommissar Carl, der sich meinungsstark äußerte:

Ich habe bei Böll nicht geweint, ich habe bei Grass nicht geweint, nicht einmal bei Jelinek habe ich geweint. Aber bei Herta Müller, da weine ich. Sie können nicht lesen, diese Schweden. Sie können es einfach nicht. Von Rudolf Eucken bis Herta Müller, sie können es einfach nicht.

Diese Worte lasse ich jetzt erst einmal auf Euch und mich wirken. Und muss mir demnächst mal wieder “Schtonk!” anschauen.

Wer fordert folgerichtig den Literatur-Nobelpreis 2010 für Joachim Lottmann (für das Gesamtwerk und seine Reiseberichte aus Indien)?

lotte_lottmann

Der Praktikant

Deutschland versus Holland….

Ein Fußballfreund des Praktikanten hat mal wieder ein sehr schönes Bild geschossen:

Foto: Volkhard Patten

Foto: Volkhard Patten

Deutsche Pommes * Frische Fischbrötchen” versus “leckere Fischbrötchen + holländische Pommes“.

Bei diesem Kulturkampf (hüstel) hat der Konsument, Wanderer und Ausflügler wirklich die Qual der Wahl. Der Fußballfreund schreibt dazu:

Ach ja, hab noch ein Bild [gross hier] für Dich / Euch…. Der ewige Kampf zwischen Deutschen und Holländern….

Ja, auch wenn die korrekte Bezeichnung “Niederländer” ist, so gilt es doch, sich langsam auf die Weltmeisterschaft 2010 in der Republik Südafrika einzustimmen…. und damit kann man ja gar nicht früh genug beginnen ;-) – es muß ja nicht immer so meinungsstark wie Götz Widmann sein. Und das Dummenapo’stroph von “Uwe” interessiert nun wirklich auch niemanden mehr, denn das Thema ist wahrlich zu ausgelutscht, meint…

Der Praktikant

Das Bäckerhandwerk dringt mehr und mehr in die Alltagskultur ein!

Gibt es eine “hidden agenda” des Bäckerhandwerks, die der Praktikant nicht kennt, nicht auf Anhieb durchdringt? Sollte ich mal wieder die Bäckerblume lesen, um á jour zu sein? Mir stellt es sich im Moment so dar, dass das Bäckerhandwerk mehr und mehr in die Alltagskultur eindringt. Während SB-Bäckerei-Ketten wie beispielsweise BackWerk und BillyBack zunehmend den handwerklichen, den traditionellen Bäckern zusetzen und Kunden abnehmen, suchen diese sich scheinbar neue Betätigungsfelder.

Erst kooperieren sie mit dem Finanzministerium und transportieren Botschaften der Regierung mit, nun scheinen sie sich auch noch dem Backsport, ähem, Boxsport zu widmen, zumindest stellt der Videotext der ARD es so dar:

halbschwergewicht

Die ARD hat anscheinend herausgefunden, dass der Boxer Jürgen Brähmer seine Linke in den Backofen legt. Wie ist es sonst zu erklären, dass diese “kross” geschlagen ist? Was kommt als nächstes? Der Gegner hatte nach dem Treffer ein ganz schönes Teilchen am Auge?! Und: Wer wird versuchen, der Sache investigativ auf den Grund zu gehen?

Der Praktikant

Bild-/ Wortspur: Die Pommesbockwurst mit Brötchen?

Manchmal bin ich mir ja doch unsicher, ob es sich bei Dingen, die sehr ins Auge stechen, um einen Fehler, um etwas “Unfeynes” handelt, oder ob einfach auf unorthodoxe Art und Weise Aufmerksamkeit erzeugt werden soll. Nach meinem Dafürhalten stimmen Bild und Text hier nicht so recht überein. Will sagen:

Was wird hier angepriesen? Bockwurst mit Brötchen oder doch eine Tüte Pommes Frites?

bockwurst

Während mir die Bild-Wort-Korrespondenz von “Bratwurst mit Brötchen” (Abbildung nebendran) ein-eindeutig erscheint, zweifele ich ein wenig bei “Bockwurst mit Brötchen”. Ich bin nicht ganz sicher, was beim hungrigen Passanten am Kaufhof in Kalk besser funktioniert: Die Wortspur oder die Bildspur? Oder bin ich einfach nicht werbenah genug und habe den großen Plan dahinter nicht verstanden? Sollen hier ganz einfach durch diese Disharmonie Cross-Selling-Effekte erzielt werden?

Soll die Zielgruppe einfach bewogen werden, Bockwurst mit Pommes Frites und Brötchen zu kaufen? Durch die Interaktion von Bild und Text?

Vielleicht hat die verehrte Leserschaft ja einen Hinweis für mich?

Habe ich einen neuen Werbetrend entdeckt (oder besser: verpasst!) und ihn ganz lapidar intellektuell nicht durchdrungen?! Ich freue mich auf Hinweise und werde das Schild einer Langzeitbeobachtung unterziehen. Und hier weiter darüber berichten.

Kommunikation ohne Kommaregeln

Kommaregeln sind sinnvoll und für eine verständliche Kommunikation nahezu unentbehrlich. Seit Ostern ist dies eine unumstößliche Gewissheit.

Foto: Meinolf Schubert

Kommunikation ohne Kommaregeln