„Selfie-Wahn macht uns dumm!“

Der Praktikant hat Angst.

Was, wenn Adler-Olsen wirklich recht hat?

Sommerloch oder Totaleinfallslosigkeit?!

Ist das noch Sommerloch oder schon die Totaleinfallslosigkeit?

Die „Schlagzeile“…

Köln stöhnt – Wie schwül ist das denn?

… da muss man einfach dabei gewesen sein, oder? Vielleicht aber auch – ohne Schere im Kopf – mal den Weg zur Erwerbsarbeit überdenken, um diesen Automaten-Schlagzeilen zu entgehen. Aber längere Laufwege bei dieser Schwüle… schwierig!

Findet:

Der Praktikant

Sie ist da: Die süss-saure Gurkenzeit!

Unglaublich, das muss einfach noch einmal herausgestellt werden:

Statt süß-sauer mit Reis – China-Köche retten Enten-Familie. Mama und Küken hatten sich aufs Restaurant-Dach verirrt.

Jetzt habe ich alles gesehen. Qualitätsjournalismus! Da behaupte noch einmal jemand frech, Print sei tot.

Das toppt noch das Sommerloch aus dem letzten Jahr: „Rheinländer will auf den Mars auswandern„. Und eine weitere Frage bleibt: Ob diese Schlagzeile ebenfalls solch ein Stuhlgewitter auslöst wie der Greser & Lenz-Beitrag zum Mangel niedergelassener Ärzte?

Was meint Ihr?!

Es ist da: Das Sommerloch!

Kölsch!

Dieser Express-Titel vom Samstag, den 25.08.2012, ist an Schön- und Kölschheit kaum zu überbieten! Das ist Köln in a nutshell: In nur einer Schlagzeile wird das komplexe Gebilde KÖLN – seine Menschen, seine Medien – hinreichend erklärt…

Kölsch ist einfach Weltkulturerbe. Wer ist davon immer noch tief berührt?

Der Praktikant

 

Buchtipp: Unwörterbuch – Sprachsünden und wie man sie vermeidet

Als Online-Texterin habe ich schon diverse Bücher über das Verfassen guter und ansprechender Texte gelesen. Das ist mal hilfreich, mal bestätigend und manchmal einfach nur langweilig. Beim Lesen des Unwörterbuchs von Alfred Gleiss sind mir zwei erfreuliche Dinge klar geworden: Ein Sprachbuch muss keine Neuerscheinung sein, um aktuelle Themen zu behandeln. Und die Lektüre kann sogar richtig Spaß machen.

Die Originalausgabe (Besseres Deutsch mit lebendigen Beispielen, Sprache auf dem rechten Gleis) erschien 1976; ich habe die erweiterte Ausgabe (mit oben genanntem Titel) von 1981 antiquarisch erstanden.

Es geht darin also um die deutsche Sprache vor über 30 Jahren. Man könnte meinen, dass sich seither so viel geändert hat, dass die Ratschläge mehr oder weniger überholt sind. Das ist aber so gut wie gar nicht der Fall – trotz der gefühlt fünf bis zehn durchlebten Rechtschreibreformen. Denn der Jurist Alfred Gleiss (Jahrgang 1904, 1997 gestorben) nimmt sich in erster Linie der stilistischen und inhaltlichen Sprachsünden an. Das tut er anhand vieler, vieler originaler Negativ-Beispiele, die er ebenso scharfsinnig wie amüsant auseinandernimmt und kommentiert.

Sicher, es gibt Einzelfälle, die er kritisiert, die heute nicht mehr relevant sind. Die Masseuse heißt inzwischen Masseurin, und deshalb klingt es ein wenig wunderlich, wenn sich Gleiss wortreich über die falsche Pluralbildung „Masseusinnen“ beklagt. Unterhaltsam ist das aber trotzdem. Und lehrreich auch, denn Gleiss wettert grundsätzlich gegen aufgeblähte Satzgebilde und missverständliche oder gar falsche Redewendungen, die einem jeden Tag um die Ohren gehauen werden, aber absolut verzichtbar sind. Heute genauso wie vor 30 Jahren.

11.11.’11: Der verrückteste Tag des Jahres?!

Vergangene Nacht ist auch noch ein Sack Reis in China umgefallen…

Wer zieht den Hut vor soviel substantiellem und inhaltlich relevantem Journalismus?

Der Praktikant.

 

Kinderverwirrbuch 02: Wie entsteht eigentlich Kabelsalat?

Das erste Kinderverwirrbuch hat Ringelnatz 1931 verfasst. Seit einem Monat gibt es eine interaktive Version, bei der jeder mitmachen kann. Gesammelt werden verwirrende, aber plausible Lügengeschichten für Kinder, die Spaß machen und gleichzeitig eine kritische Haltung gegenüber der Medienwelt schulen sollen. Ein weiteres Ziel ist, die schönsten Geschichten als Buch zu veröffentlichen und die Erlöse an zwei Kinderhilfsprojekte von CARE zu spenden. Heißt: Alle Autoren arbeiten für Ruhm und Ehre und erhalten kein Honorar.

Die Geschichte sollte circa 150 Wörter lang sein und jeweils ein Bild enthalten. Bisher sind 40 Geschichten online – bis zu 500 Beiträge sollen es insgesamt werden. Themen sind unter anderem: Warum machen Flugzeuge manchmal weiße Streifen am Himmel? Die Wiege der Menschheit, Warum Katzen Eier legen, Auf der Insel Sylt ist die maximale Schafsgeschwindigkeit endlich amtlich geregelt, Wie die Erde rund wurde und und und…

Weitere Informationen und alle bisher veröffentlichten Geschichten können unter www.kinderverwirrbuch.de nachgelesen werden.

Braucht die deutsche Sprache ein Reinheitsgebot?

Rechtfertigen absurde Denglisch-Kreationen und überflüssige Anglizismen ein Grundrecht auf die reine deutsche Sprache, wie es die CDU auf einem Parteitag 2008 forderte? Was wäre eigentlich die Konsequenz? Gäbe es dann eine deutsche Sprachpolizei, bei der besonders unerträgliche Sprachsünder zur Anzeige gebracht werden könnten? Wie sähe die Bestrafung aus? Statt Sozialstunden 20 Einheiten Deutsch-Unterricht? Ziemlich absurd, aber ein reizvoller Gedanke ist es irgendwie schon.

„Auf deutsch gesagt: das ist doch totaler Bullshit“

Denn manchmal, wenn ich Sätze höre wie „Auf deutsch gesagt: das ist doch totaler Bullshit“, „Ich bin gesaved“ oder auch „…total crazy„, ertappe ich mich schon dabei, mir eine deutsche Sprache mit ausschließlich deutschen Ausdrücken zu wünschen. Solche und ähnliche Sätze erklingen häufig im sogenannten Unterschichten-Fernsehen. Das Problem beschränkt sich allerdings nicht auf eine bestimmte Schicht, denn Business-Denglisch ist kein bisschen besser. Wobei ich mich gar nicht mehr über Meetings oder Calls aufregen will – „Das habe ich gedownloaded“ oder auch wörtliche Übersetzungen aus dem Englischen wie die schon oft diskutierten Am Ende des Tages oder Das macht Sinn kann ich schon lange nicht mehr hören. Ganz zu schweigen von Begriffen wie Handy, Beamer, Hometrainer etc., die englisch zu sein scheinen, tatsächlich aber deutsche Erfindungen sind.

Andererseits: Soll ich erst, bevor ich mich in irgendeiner Form äußere, in den Duden schauen, ob auch alle Begriffe, die ich verwenden möchte, bereits offiziell in den deutschen Sprachgebrauch übergegangen sind? Nein, das ist doch totaler Bullshit, denn Sprache verändert sich nun mal. Und auch wenn die Entwicklung nicht immer in eine Richtung geht, die mir gefällt, ist das alles besser als eine Verfassungsänderung, die sowieso nichts bewirkt.

„Besser als wie man denkt“

Tatsächlich wünschen würde ich mir allerdings eine Sprachpolizei, die alle Werbekampagnen verhindert, in denen immer noch – Jahre nach der Telefonauskunft-Nummer und gerne auch immer wieder mit Frau Pooth – bewusst und ohne Not die deutsche Sprache falsch verwendet wird. Da kann die Bild-Zeitung die angebliche Grammatik-Schwäche noch so sehr als „kultverdächtig“ feiern, das ist einfach schlecht. Und so wird mir dann auch. Das ist zwar schon wieder ein ganz anderes Thema, aber auch Anglizismen in der Werbung sind in der Regel ebenso wenig schön.

Wer mit schlechtem Deutsch oder Denglisch erst gar nicht anfangen möchte, findet auf WieSagIchsAufDeutsch.de ein Forum zur Vermeidung von Anglizismen und anderen störenden Ausdrücken. Lassen sich Anglizismen in bestimmten Fällen nicht vermeiden, wird im Text-Gold-Blog gut erklärt, wie man sie korrekt einsetzt.

Lesbarkeit von Texten online prüfen

Texte fesseln umso mehr, je interessanter und spannender sie verfasst sind. Eines sollten sie aber gleichzeitig auch sein: leicht verständlich und gut lesbar. Dafür reicht es manchmal schon, wenn man sich den Text selbst laut vorliest oder, noch besser, ein kritisches Publikum zur Verfügung hat.

Man kann die ganze Sache aber auch mathematisch angehen: Auf koolteeth.de werden einige Online-Tools empfohlen, die schnell und kostenlos die Lesbarkeit von Texten prüfen. Zwei der Tools waren mir bisher nicht bekannt und haben mir sehr gut gefallen.

Die Auswertungen der Tools sind nicht unbedingt dazu geeignet, völlig neue Erkenntnisse zu erlangen; interessant sind sie allemal. Dieser Text zum Beispiel hat eine hohe Lesbarkeit und entspricht in etwa dem Niveau einer Boulevardzeitung. Ist doch super!