09.11.1989: Der Mauerfall

Nicht nur Google hat am heutigen Tage die Suchmaske dem weltbewegenden Geschehen vor 20 Jahren angepasst:

maueroeffnung_google1

Eigentlich sollte es uns alle bewegen. Es war: ein verrückter Tag! Ein glücklicher Tag. Eine Zeitenwende. JEDER, wenn er oder sie alt genug ist, weiß noch ganz genau, was er oder sie an diesem Tag getan hat. Es ist vergleichbar mit 9/11, auch da hat sich in nahezu jedes Gehirn gebrannt, wo er oder sie war.

Startete man eine Umfrage, könnten 95 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer – so sie alt genug waren – noch genau antworten, wo sie waren, wie sie die Nachricht von Günter Schabowski (“REISEN NACH DEM AUSLAND – SOFORT, UNVERZÜGLICH”) aufnahmen, was sie dachten.

Ob jeder den historischen Moment und die Tragweite erfasste – fraglich. Und auch wenn die Einheit noch nicht vollendet sein mag, auch wenn man vortrefflich streiten kann über das WIE in WIEdervereinigung, ein geteiltes Volk kam zusammen und begegnete sich.

Es war ein TAG DER GROSSEN, GROSSEN FREUDE!

“Human Resource und Social Media”-Meeting in Köln

feynschliffs Praktikant nahm in seiner Erwerbsarbeitsrolle an der dankenswerterweise von Humancaps-Gründer Lutz Altmann (@l_altmann) initiierten Abendveranstaltung “Human Resource und Social Media” (#hrsmm) – im Rahmen der „Zukunft Personal“ in Köln teil. Per E-Mail schickte er folgende Zusammenfassung, die ich hier ungekürzt widergebe:

Man traf man sich im Mongo’s (wird so geschrieben!) und verbrachte einen gleichermaßen kurzweiligen wie informativen und interessanten Abend.

Die Veranstaltung war eine runde Sache: Es war einfach erquicklich und in jeglicher Hinsicht positiv, die Realpersonen hinter den jeweiligen twitter-Accounts kennenzulernen. Und sich einfach einmal intensiv und frei über die individuellen Erfahrungen und Einsatzmöglichkeiten von Social Media – mit einem Schwerpunkt auf twitter – im Recruiting resp. bei der Personalbeschaffung auszutauschen.

Meinungsstark formuliert: Der Abend war wohl auch deshalb so angenehm, weil bei allem web 2.0-Engagement, richtige Menschen dahinter steckten, die auch ein Leben jenseits der Digitalität führen. Mit denen man - hochanalog bei einem Kölsch oder einer Cola – auch einige anregende Unterhaltungen führte. Es war wirklich ein sehr netter Abend, das liegt wohl auch daran, dass – polemisch verkürzt – bei Twitter weniger Leute im NERDsmantel aktiv sind ;-)

Und einige Analogpoken, sogenannte “Visitenkarten” habe ich auch verteilt. Und mir diese Geschichte mit den Poken endlich mal anschaulich & kompetent erklären lassen.

Das Bildmaterial, ein paar Schnappschüsse des Abends finden sich hier, dort, hier und da.

Teilnehmer waren unter anderem: @schmitz @ipotentials @humancaps_media @kubinho @humancaps_wien @wollmilchsau @atenta @chrisjoost @karrierebibel @universalus @achelm @humancaps_pr @marcushendel @kununu_bra_boys @gdi7

Beste Grüsse, der Praktikant.

Tja, wenn man das so liest, dann sollte feynschliff vielleicht auch mal diesen digital-meets-analog- (oder umgekehrt) Veranstaltungen beiwohnen und sich direkt einmal den nächsten Twittwoch blocken. Das scheint es wert zu sein.

Die dunkle Seite der Macht: Twitter und die Bundestagswahl…

Nach dem “Superwahlsonntag” am 30. August 2009 kam am 31.08.2009 der vorher schon befürchtete Katzenjammer: “Politiker fürchten Twitter-Manipulationen bei Bundestagswahl (…) Ihre Furcht: Bisher vertrauliche Exit Polls könnten vorzeitig öffentlich werden.” Laut Spiegel online sickerten Ergebnisse schon vorab via Twitter durch. Das “Plauderforum ‘Twitter’” hatte wieder zugeschlagen. Der Praktikant hat am Montag, direkt nach dem alarmistischen Artikel auf Spiegel online, meinungsstark getwittert:

praktikantenprognose

Damit kann er in Teufels Küche kommen & begibt sich aufs monetäre Glatteis! Warum? Na:

Dabei dürfen die sogenannten Exit-Polls, Umfragen am Tag der Stimmabgabe, nicht öffentlich gemacht werden. Die Wahl könnte, so die Befürchtung, sonst unzulässig beeinflusst werden. Die Wahlgesetze von Bund und Ländern verbieten das ausdrücklich – wer dennoch Umfrageergebnisse verrät, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Darauf steht eine Strafe von bis zu 50.000 Euro. [Quelle: Spiegel online]

Und auch Nutzer jdupke reagierte sofort launisch auf den Praktikantentweet vor dem Hintergrund des “Jeder-schreibt-von-jedem-ab”-Hype:

Mit Prognosen wäre ich im Moment bei Twitter vorsichtig, nachher hast du in vier Wochen recht gehabt und musst dann Strafe zahlen!

Dann kann ich nur für den Praktikanten hoffen, dass es einen Unterschied zwischen einer Twitterprognose gibt, die anderthalb Stunden vor Schließung der Wahllokale abgegeben wird und einem Wahltipp, einem Wunschdenken, mit knapp einem Monat Vorlauf.

Tja. So ‘ne Bundestagswahl ist halt kein Oddset-Tipp. Aber sie löste mal wieder Diskussionen um Wahlprognosen im Allgemeinen und den Einfluss von Twitter im Besonderen aus.

Jetzt schauen alle Menschen, die den wachsenden Einfluss von Twitter fürchten und die Durchdringung des Alltagslebens mit großen Bauchgrummeln verfolgen, auf den 27. September 2009. Laut Heise

[...] hatte sich Wahlleiter Roderich Egeler schon vor einigen Tagen sehr besorgt gezeigt – er sprach von einem GAU, wenn vor der Schließung der Wahllokale Ergebnisse verbreitet würden. Burmester sagte, das Vorab-Twittern könne das Wahlergebnis als Ganzes infrage stellen. Es könne diejenigen beeinflussen, die ihre Stimme noch nicht abgegeben hätten.

Der Praktikant ist sowieso der Meinung, das Einzige, was ist die Durchführung der Bundestagswahl retten kann, ist die temporäre Bestellung von Peter Struck als Bundestwitterwart, denn er weiß, wie mit Geheimnisvorabausplauderern umzugehen ist!

Oder mit gesundem Menschenverstand! Auf den richtigen Nenner gebracht hat es Nutzer „Philip“, der auf dem Blog der Tagesschau blog.tageschau.de schrieb:

Das Latrinengerücht ist schneller und globaler geworden. Dagegen helfen keine drakonischen Strafen, sondern nur mehr Medienkompetenz. Entweder die Herren Wahlleiter akzeptieren eine gewisse Demokratisierung des Vorgangs „Wahl“, oder sie stellen das Internet am Wahltag ab und kontrollieren die Straßen.

Ihre Meinung sollten sich mündige Bürger auch ohne Fernsehen, Twitter oder Stammtische bilden können.

Und dieser Meinung schließt sich der feynschliff-Blog rückhaltlos an!

Die Montagsfrage: “Hat Google zuviel Macht”?

In der gestrigen Montagsfrage sprach planet-interview – in Kooperation mit sueddeutsche.de – mit den Herren Sascha Lobo (Blogger), Michael Konken (Vorsitzender Deutscher Journalisten-Verband) und Alexander Dix (Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit).

Bei aller Kritik, die es an Google gibt (Stichwort “Datenkrake“, das Thema “Urheberrecht und Google“, Google Street View) – auf einen einfachen Nenner gebracht hat es der allgegenwärtige Sascha Lobo:

“Ich wüsste nicht, welche Produkte ich benutzen sollte, wenn Google morgen tot umfällt.”

Zum Video geht es [hier] und einige knackige Zitate findet man [dort].

Die Kölner Kulturinitiative “Kölner Komment”

Es muss sich ja nicht immer um Kalk drehen, manchmal geht es um das ganze Köln, das Köln in unseren Köpfen und Herzen, es geht um Kultur in Köln, um diesen Aufruf:

toilettentuer

Es geht auch nicht um das unterstützende Poster aus der StadtRevue, das jetzt an einer Toilettentür in Köln-Kalk hängt, es geht um diesen Aufruf des Kölner Komment!

Was ist der Kölner Komment?

Prominente werben für kulturelles Engagement der Domstadtpolitiker
Auch wenn rund 85 Prozent der Archivalien inzwischen geborgen worden – drei Monate nach dem Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln sind bei vielen die Wunden des Ereignisses noch lange nicht verheilt. Kulturschaffende der Domstadt wollen nun mit der Initiative „Kölner Komment“ ein Zeichen setzen. [Einen Audio-Beitrag von Birgitt Schippers "Die Kölner Kulturinitiative 'Kölner Komment'" vom 29.5.2009 finden Sie [hier]]

Gründungserklärung der Initiative „Kölner Komment“
„Bereits vor Einsturz des Kölner Stadtarchivs war erkennbar, dass es große Defizite im Umgang der Stadt mit ihrer Kultur gibt, die eine lebendige Entwicklung kultureller Projekte behindern und das kulturelle Erbe der Stadt gefährden. Viele Kölner Bürger fordern nun nachdrücklich von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung Transparenz der Entscheidungsprozesse ein, mehr Verantwortungsbewusstsein und konkrete Schritte für einen Neubeginn.

Die Initiative „Kölner Komment“ möchte in dieser Situation ein Zeichen setzen. Der offene Aufruf von Kölner Bürgern wendet sich an alle Kölner und Exilkölner über Parteigrenzen hinweg und wirbt für ein nachhaltiges kulturelles Engagement in dieser Stadt. In der Juni-Ausgabe des unabhängigen Kölner Monatsmagazins StadtRevue erscheint ein offener Brief mit einem Künstlerposter, gestaltet von den Künstlern Kira Bunse und Johannes Wohnseifer. Es ist Auftakt einer Serie, die in den kommenden Monaten mit weiteren Statements und Künstlerplakaten fortgesetzt wird (unter anderem mit den Künstlern Albrecht Fuchs, Gert und Uwe Tobias, Astrid Klein).

Das Unternehmen in Kooperation mit der StadtRevue steht unter der Schirmherrschaft des Kölnischen Kunstvereins. Hundert Unterzeichner haben sich dem Aufruf bereits angeschlossen. Zu den Erstunterzeichnern des offenen Briefes gehören unter anderen: Marie-Luise Angerer, Kunsthochschule für Medien / Gerhart Baum, Bundesminister a.D. / Bettina Böttinger, Journalistin und Produzentin / Uta Brandes, Köln International School of Design / Albrecht Fuchs, Fotograf / Guy Helminger, Schriftsteller / Kasper König, Ausstellungsmacher / Helge Malchow, Kiepenheuer und Witsch / Hans Nieswandt, DJ und Autor / Rosemarie Trockel, Künstlerin / Martin Stankowski, Stadtbilderklärer / Wolfgang Strobel, Sammler / Manos Tsangaris, Komponist / Johannes Wohnseifer, Künstler.“ [Quelle: domradio.de]

Tja, Köln war mal eine Kulturstadt, was die Bildende Kunst angeht – auf Augenhöhe mit New York. Eine Weltstadt. Und doch gewinnt man den Eindruck, dass diese Zeit nicht gute 20 Jahre her ist, sondern eher 200 Jahre. Sobald es einen Internetauftritt des Kölner Komment gibt, werde ich diesen verlinken und regelmäßig über die Initiative informieren.

Ansonsten bleibt mir nur die Versicherung, dass feynschliff diese Initiative rückhaltlos unterstützt.

Kalk: Support your local Veedel! (KiK)

Ist Kalk jetzt eher ein Ort der Ruhe oder – analog zu twitter – “The next Big Thing” -  also das Viertel, “wo nie geschlafen wird”, wie es unlängst in heimvorteil geschrieben stand?

Auf jeden Fall heißt es für feynschliff und das korrespondierende Umfeld (Praktikanten, Freundinnen & Freunde, Bekannte): Support your local Team Veedel! Tja, für manche mag es eine ganz neue, nahezu diabolische Erkenntnis sein: Es gibt auch ein Köln rechts des Rheins! Die einen schwadronieren über einen Stadtteil, wie man ihn eigentlich in Berlin verorten würde, faseln etwas von Kreuzberg… nein, nein, nein! KiK muß nicht krank im Kopf heißen oder sich auf den bekannten Textildiscounter beziehen, nein, KiK heißt ganz einfach – so formulierte es der der Urheber dieses Videos unlängt per e-mail meinungsstark:

Kalk ist Kalk!

Kalk ist immer für ein Post gut! (Riesenwortspielich weiß.) Selbst wenn sich mittlerweile schon die WDR-Fernsehteams hierher verlaufen: Noch einmal zum mitschreiben: Kalk ist Kalk ist Kalk und nicht Kreuzberg oder Kreuzkalk.  Sicher, der scheidende Oberbürgermeister Schramma ist überzeugt, dass sich hier noch mehr bewegen lässt, denn es sind ja “noch einige Dinge in der Pipeline, wie man so schön sagt“:

Doch was soll noch kommen? Das “Herr der Ringe”-Musical etwa? Hier gibt es doch schon einiges. Genug. Schon länger. Bei allen Problemen, die Kalk aus vielerlei Gründen hat und die man z. B. im Belgischen Viertel, Marienburg oder Lindenthal so nicht kennt, lässt es sich hier prima leben. Jaja. Das Odysseum ist mittlerweile fertig, es wurden einige Eigentumswohnungen an der Grenze zu Deutz gebaut, es ist wahrlich einiges in der Pipe. Doch es existiert schon sehr viel, das es lohnt, mal nach Kalk zu kommen: Das Trash-Chic war & ist so gemütlich wie günstig, die Vorstadtprinzessin urban und – zugegebenermaßen – kreuzkalkesk, die bodenständigeren Restaurants, das Haus Böhmer, das Reissdorf em Cornely und Brauhäuser mit Biergarten (und neuerdings Keller) wissen sehr zu gefallen. Die Zeit steht still in der Kaffeerösterei Hans Hogrebe. Und wenn erst noch der Blaue König wieder aufmacht – ja dann wird ohnehin alles gut!

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Es lebe die Kalker Hauptstrasse... das fünfte Veedel von Köln (2005)

Es gibt die private Literaturinitiative Kalker Kaffee, das Büro für Brauchbarkeit und deren Kalk-Post-Blog. Das Bürgerhaus Kalk. Ein Drittel der aktiven Schauspielerinnen und Schauspieler von Fatal Banal leben hier. Undundund.  Außerdem liegt Kalk verdammt verkehrsgünstig, man (frau natürlich auch) ist blitzschnell am ICE-Bahnhof Deutz oder via Trimbornstraße in zehn Minuten am Flughafen Köln-Bonn. Es gibt zur Erholung den Klostergarten, den Stadtgarten, das Café Schlechtriemen, die Kulisse, die Halle Kalk. Zum Einkaufen die Köln-Arcaden, der Wassertum der ehemaligen CFK als übrig gebliebenes Industriedenkmal. Sogar einen Atombunker gibt es. Kalk rockt! Und vieles mehr.

Man sieht stetig zunehmend Menschen im tagtäglichen Veedelsbild auf der Hauptstraße, die man als Studenten (m/w) oder Leute identifiziert, die “irgendwas mit Medien | Internet | Werbung” machen. Das ist der Wimpernschlag, die Bestandsaufnahme im Mai 2009. Wie beendete Oliver Minck seinen eingangs erwähnten Artikel so unterschreibenswert:

Einen echten Kalk-Hype wird es so schnell nicht geben, und „Kommt nach Kalk!“ werde ich mir als Aufruf an dieser Stelle auch verkneifen. Was bleibt, ist die Utopie von Kalk als bunt gemischtem, urbanem und kulturverwöhntem Herz der falschen Rheinseite.

Egal welche Haltung man zu Kalk einnimmt, ob man das Veedel mag oder nicht, es bleibt dabei: Kalk ist Kalk! Mit oder ohne -Verbot ;-) . Meint & findet jedenfalls…

Der Praktikant

Übersicht: Twitternde Unternehmen, Marken und Recruiting 2.0

Da twitter mittlerweile im Mainstream angekommen ist (auch wenn diesbezüglich durchaus andere Einschätzungen vorhanden sind), existieren diverse Listen und Zusammenstellungen von zwitschernden Firmen, Verbänden, Universitäten, Dienstleistern und – beispielsweise Fußballvereinen – die twitter zur Ergänzung ihres Kommunikationsangebotes nutzen.

Die simple Google-Suche “twitternde Unternehmen“…

twitternde_unternehmen

… liefert 895.000 Ergebnisse für den deutschen Sprachraum! Deshalb haben wir hier eine Einstiegsliste vorbereitet, die sich dem Thema “Vom Wahn im Web zum Wirtschaftsfaktor” – Twitter in Unternehmen – nähert. Die Linksammlung, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit in einem sich täglich ändernden und wachsenden Bereich erhebt, finden Sie untenstehend.

Links zu twitternden Unternehmen:

“Susuh-Blog”: Twitternde Unternehmen:
http://blog.susuh.de/category/twitternde-unternehmen

Bekannte Deutsche Marken und Verbände auf twitter bei “talkabout communications”:
http://www.talkabout.de/connected/twitternde-deutsche-marken/
http://www.talkabout.de/connected/weitere-dt-corporate-tweets/

viralmythen: Corporate Twitter – die Liste:
http://blog.metaroll.de/2008/04/17/corporate-twitter-die-liste/

FAZ.NET: Die Angst der Unternehmen vor Twitter:
http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/05/11/twitter-fuer-unternehmen.aspx

Vortrag von der next09: Twitter in Unternehmen”:
http://mit140zeichen.de/next09-twitter-in-unternehmen-305 Dort findet sich auch eine umfangreiche Übersicht Twitterverzeichnisse

Recruitingkanäle und Personalbeschaffung via twitter (Recruiting 2.0):

Das Recruitement via twitter (= das ergänzende Angebot neben Print- und Online-Aktivitäten) oder auch “Twecruitment“, wird zunehmend ernster genommen. Etwas zurückhaltender formuliert: Das bestehende Engangement spiegelt sich in einschlägigen Beiträgen wieder:

“Gründerszene”: Serie Personalmarketing X.O: Twecruitment – Twitter als neues Recruitment-Tool:
http://www.gruenderszene.de/hr/serie-personalmarketing-xo-twecruitment-twitter-als-neues-recruitment-tool/

“Karrierbibel”: Rat und Tat – 45 Twitterer, die bei der Karriere helfen können:
http://karrierebibel.de/rat-und-tat-%E2%80%93-37-twitterer-die-bei-der-karriere-helfen-konnen/

Stellenangebote und Praktika bei Twitter:

Praktikumsführer:
Die besten Twitter-Links zum Thema Job, Personal und Employer-Branding

Natürlich gibt es auch einen twitter-Kanal von feynschliff, auf dem Sie über alle Neuerungen im Dienstleistungsportfolio, Aktualisierungen bei unfeyn und weitere Innovationen infomiert werden!

Die Brötchentüte des Bundes!

So sehr hat die Finanzkrise (richtig geschrieben) also unser tägliches Leben erreicht. Sie ist nicht mehr nur tagtäglicher Inhalt der Fernsehberichterstattung, des Radios, der Zeitungen und des Internets. Von Blogbeiträgen, tweets und sonstigem ganz schweigend.

Nein – die Auswirkungen spürt man nun noch massiver: Die Bundesregierung informiert und kommuniziert via Brötchentüte mit uns!

Spontan könnte man sagen: In dieser Zeit müssen wir alle kleinere Brötchen backen, da ist es nur folgerichtig, dass durch eine Brötchentüte kommuniziert wird.

Ich hatte es vor einigen Tagen in irgendeinem Tweet kurz überflogen, dachte “nette Idee”, hielt es aber für phantasievolles Zwitschern, nicht jedoch für möglich. Und heute morgen, am 07. Mai 2009, hatte ich, erhalten in der Bäckerei meines Vertrauens, die Informationstüte in der eigenen Hand. Dort informiert das “Bundesministerium der Finanzen” auf der einen Seite (ich bin wahrlich nicht in der Lage, eine Entscheidung zu fällen, welches die Vorder- und welche die Hinterseite ist):

Sie fragen:

Was tut der Staat gegen die Krise?

Warum müssen Banken gerettet werden?

Wie hilft der Staat Familien in der Krise?

Für alle da – Unsere Antworten auf Ihre Fragen

Der Bürgerdialog des Bundesministeriums der Finanzen.

So weit ist es schon. Der Bund kommuniziert mit uns – mit mir – per Brötchentüte. Und ich bin das Bürgerbrötchen im Sender-Empfänger-Modell!

Und wie soll das weitergehen? In der heißen Phase des Wahlkampfes kommt Peer Steinbrück vorbei und fragt:

Soll ich Dir schon mal ‘n Bütterken schmieren, Jong? Ich hab’ da was vorbereitet! Und wennste’ Frajen häss’, schiess’ loss!

Abwegiger Gedanke, das würde er nicht sagen, er ist ja Hanseat und spricht kein rheinisch. Und bevor man mit zitternden Händen die Tüte umdreht, angsterfüllt, welche “Hilfs- und Infoangebote” auf der anderen Seite stehen, stellt sich mir die Frage:

Wie sehr muß man sich Sorgen um sein Land machen, wenn das Finanzministerium schon Werbeplätze auf Brötchentüten einkauft?” Oder ist das eher niedrigschwellige Kommunikation? Ich drehe die Tüte um und dort werden fast alle Fragen, die die Finanzkrise aufwirft, mit dem Hinweis auf eine URL beantwortet:

Wir antworten:

Das Bundesministerium der Finanzen gibt Ihnen Antwort.

www.fuer-alle-da.de

Für alle da – Unsere Antworten auf Ihre Fragen

Der Bürgerdialog des Bundesministeriums der Finanzen.

Mein Fazit:

bankenrettungfuer-alle-da

Hätte ich mir bis dato keine Gedanken, keine Sorgen wegen der Weltwirtschaftskrise gemacht, dann wäre dies spätestens nach dem Frühstück am 07. Mai 2009 der Fall gewesen.

Danke Föhn!

Gefangen in der Wortspielhölle! Am 06. Mai 2009 prangte es an der U-Bahn-Haltestelle “Kalk-Kapelle”. Ein Nivea-Plakat schrie mich lautstark an:

DANKE FÖHN!

Ich glaubte, derlei Wortspiele in der Werbung seien mittlerweile polizeilich verboten. Es erinnerte mich an das Geflügelfachgeschäft in Marburg/Lahn, an dem ich jahrelang vorbei ging, und das einen tagein, tagaus mit einem zackigen “Puten Tag!” grüßte. Bei einer Recherche erfuhr ich jedoch, das es sich keineswegs um die Wortspielhölle handelt, sondern darum:

Die Beiersdorf-Marke Nivea hat ihre Haarstyling-Linie überarbeitet und kommunziert dies ab sofort sowohl mit Above-the-Line und Below-the-Line-Maßnahmen.

Soso. Da bedanke ich mich föhn sehr für die Information und wünsche der Kampagne viel Erfolg.

Den korrespondierenden Werbespot zur Maßnahme “Danke Föhn” finden Sie als Video auf dem Internetauftritt von “Werben & Verkaufen” [hier].

Vielleicht fiel mir das Plakat nur deshalb auf, weil ich Marketing resp. Werbung gerne ein wenig kryptischer mag.

Riesenstart für den feynschliff blog ;-(

Bis jetzt habe ich – vor allem aus Zeitgründen – nie die Muße für einen eigenen Blog gehabt. Von vielen Seiten – von Kunden, aber auch aus dem Freundes- und Bekanntenkreis – hieß es in den letzten zwei Jahren: „Das kann doch nicht angehen, die ‚unfeyn‘-Seiten sind ja ganz nett & unterhaltsam, aber Du brauchst auch einen eigenen Blog!”

Lange habe ich mich dagegen gewehrt, nicht zuletzt aus o.g. Zeitgründen und dann habe ich mich eben doch weichquatschen lassen. Tja, und gestern habe ich mit meinem Blog begonnen, und schon heute die ersten Reaktionen… und die waren deutlich anders, als ich mir das vorgestellt habe. Durch den wechselseitigen Austausch mit dem Blog von rheinformat kam es wohl zu einem Fehler, einer Unachtsamkeit, einer „Dummheit”, sodass ein Artikel von netbuzzr 1:1 übernommen wurde, was den Urheber des Beitrages natürlich meinungsstark auf den Plan rief. Nicht zuletzt deshalb, weil ich ihn nach der automatischen Übernahme des Artikels via Trackback absichtlich angepingt habe. Ich wollte ja schließlich auf die Quelle verweisen…

Wie heißt es so schön bei WordPress:

“Trackbacks sind Signale an ältere Blogsysteme, dass du sie verlinkt hast. Wenn du andere WordPress-Blogs verlinkst, erfahren sie davon automatisch durch Pingbacks, du musst gar nichts weiter tun.”

Hmmmh. Uff. Tja, das war jedoch nicht die einzige Kalamität. Auch einen anderen Artikel hatte ich quasi komplett übernommen. Und das Wort „Datendiebstahl” fiel. Verdammt!

Ich antworte dem Herrn, der zurecht aufgebracht war, u.a.:

„Tja, und mit diesem Blog habe ich dann – ohne allzu intensiv die Materie in toto durchdrungen zu haben – gerade erst (wohl viel zu voreilig) begonnen. Und ich war, ob Sie es glauben oder nicht, der Ansicht, dass ein Link auf Ihren Blog als Referenz ausreichen würde.”

Nicht nur der miese Start ärgert mich maßlos, sondern etwas ganz anderes:

Ich stehe ja gerade für Authentizität und originelle eigene Texte und bin bekannt dafür, Aufträge auch abzulehnen, wenn der Anfragende oder potentielle Auftraggeber (m/w) so etwas sagt wie:

„Ach, da brauchen wir kein Briefing, da müssen sie nicht viel recherchieren. Humbug, viel zu umständlich! Kopieren Sie doch einfach was von einer anderen Website und modeln das ein bisschen um. Hauptsache, ich stehe ein bisschen weiter oben bei Google.”

Insbesondere vor diesem Hintergrund war das miserable Feedback nach nur einem Tag natürlich direkt ein Schlag in die Magengrube. Jetzt heißt es, ich sei „kleptokreativ” (freundlich ausgedrückt) – als rapid response habe ich erstmal alle Artikel, die nicht direkt von mir stammen, sofort von der Seite genommen. Und kann mich an dieser Stelle nur noch mal entschuldigen!

Und, so sieht es wohl aus, ich muss mich noch einmal deutlich intensiver mit der Blogmaterie beschäftigen. Und danach dann den Blog-Reset-Knopf drücken. SEO, Onlinetexte und Google-Adwords-Kampagnen, für die man bezahlt wird, scheinen deutlich einfacher zu sein als aus Hobbygründen einen Blog zu betreiben. Vor allem wenn man mit dem Comment noch nicht vertraut ist.

Das hole ich nach und komme wieder.

Mit meinen Artikeln!